Shakespeares „Viel Lärm um nichts“ in einer frechen Variante

wS/at  Siegen  –  Was sich neckt, das liebt sich – oder?  – – –  Darf man in einer Spielzeit das gleiche Stück in zwei verschiedenen Inszenierungen zeigen? Bei Shakespeares amourösem Geniestreich „Viel Lärm um nichts“ tut das Apollo-Theater genau das!

Zuerst ist die deutschsprachige Aufführung im Siegener Theater an der Morleystraße 1 zu erleben, und zwar am Donnerstag, 20. Oktober, ab 20 Uhr, in einer Inszenierung des Rheinischen Landestheaters. Am 28. Februar gibt es dann noch einmal die englischsprachige Version – „ Much ado about nothing“ – des TNT Theatre, die in der letzten Spielzeit Publikum und Kritiker gleichermaßen begeisterte. Eine wunderbare Möglichkeit also, Shakespeare im Vergleich richtig auszuloten.

Die deutschsprachige Inszenierung der Regisseurin Katka Schroth greift auf einer sehr modernen Übersetzung von Angela Schanelec zurück. Entsprechend ist das Stück inszeniert: Ganz von heute.

Es geht um zwei Paare, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: Auf der einen Seite Hero und Claudio, die sich kaum kennen, aber lieber heute als morgen heiraten würden. Auf der anderen Seite Benedikt und Beatrice, zwei große Meister im rhetorischen Geschlechterkampf, beide eingefleischte Eheverächter und Spötter – nach dem Motto: „Was sich neckt, das liebt sich!“
Don Pedro, der Prinz von Aragon, und seine Gefolgsleute Claudio und Benedikt nehmen bei Leonato, dem Gouverneur von Messina, Quartier. Hier treffen die Kämpfer treffen auf starke Frauen. Claudio macht Hero, der Tochter Leonatos, einen Antrag. Doch Don John, der Halbbruder des Prinzen, will das junge Glück verhindern und zettelt eine Intrige an, so dass Claudio die Hochzeit platzen lässt. Die empörte Beatrice verlangt nun von Benedikt, seinen Freund Claudio zum Duell zu fordern und damit die Heros Schmach ihrer Cousine Hero zu rächen . . .

Regisseurin Katka Schroth, 1964 in Potsdam geboren, studierte in Berlin Theaterwissenschaften. Sie war am Nationaltheater Weimar und an der Schaubühne am Lehniner Platz Berlin als Regieassistentin engagiert. Seit 1996 brachte sie über 25 Inszenierungen heraus, unter anderem in Zürich, Magdeburg, Halle, Bielefeld, Nürnberg und Toronto/Kanada. 2005/2006 war sie Gastdozentin für Schauspiel und Regie an der University of Toronto, 2008 an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin.

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