Kirmesatmosphäre und Liebesaffäre:"Liliom" begeisterte

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(wS/khh) Siegen –  Kirmesatmosphäre herrschte für zwei Tage im Siegener Apollo-Theater. Dem Zuschauer zeigte sich ein eher ungewohntes Bild, denn der ganze Bühnenbereich wurde in eine Autoscooterfläche mit acht echten Autoscootern umgewandelt. In der zweistündigen Inszenierung von Christina Paulhofer wird der Klassiker um den Kirmesausrufer Liliom treffend in die heutige Zeit übertragen.

Mit harten Beats und ohrenbetäubenden Klängen werden die Zuschauer gleich zu Beginn abgeholt und tauchen ein in die faszinierende Szenerie auf dem Rummelplatz. Alles dreht sich um den Kirmesausrufer Liliom. Er ist ein Aufreißer, Angeber und Raufbold wie er im Buche steht. Der Erfolg bei den Frauen scheint ihm Recht zu geben. Er denkt ihm könne Nichts und Niemand etwas anhaben. Die Rolle des Liliom wird in der Paulhofer-Inszenierung absolut überzeugend dargestellt von Florian Lange. Der Zuschauer merkt, dass Lange die Rolle wirklich „lebt“ und ausfüllt.

Akrobatische „Streetdance-Einlagen“

Eine Tänzerin und drei Tänzer der Bochumer Gruppe Urbanatix tragen mit akrobatischen Streetdance-Einlagen unterstützend dazu bei, das „echte“ Jahrmarktatmosphäre rund um die Figur des Liliom aufkommt. Die teils halsbrecherischen Aktionen wurden bereits während der Aufführung mit Applaus belohnt.

Eine zweite Chance nach 16 Jahren Buße

Eines Tages aber taucht Julie, überzeugend gespielt von Kristina Peters, auf dem Rummelplatz auf und es trifft Liliom wie ein Blitzschlag. Sie erobert sein Herz im Sturm. Er verliert seinen Job bei Frau Muskat (gespielt von Julika Jenkins), der Besitzerin des Fahrgeschäftes, mit der er eine Daueraffaire hatte. Es beginnen harte Zeiten für das Paar. Einerseits sind sie ständig auf der Flucht vor Arbeitslosigkeit und Geldnot, andererseits ist da noch die ständige Verlockung des Kirmeslebens. Liliom gibt sich redlich Mühe ein besserer Mensch zu werden, doch die Rahmenbedingungen sind denkbar schlecht. Er trinkt, rastet aus und schlägt Julie. Als Julie dann ein Kind erwartet gerät das Leben Lilioms vollends aus den Fugen und die finanzielle Not des jungen Paares wird immer drückender. Er kommt mit der Unterweltfigur Ficsur (Felix Rech) nach Hause und Liliom lässt sich zu einem Raubüberfall verleiten. Der Plan misslingt und auf der Flucht vor der Polizei nimmt sich Liliom das Leben. Doch seine Geschichte ist hier nicht zu Ende denn im Himmel erhält Liliom eine zweite Chance und nach sechzehn Jahren Buße darf er nach seinem Tod noch einmal auf die Erde zurückkehren, um etwas Gutes zu tun. Aber kann einer wie er sich überhaupt ändern oder gibt es das nur im Märchen?

Uraufführung des „Monár-Stückes 1909 in Budapest

„Liliom“ ist das berühmteste Theaterstück des ungarischen Dramatikers Ferenc Molnár. Im Jahr 1909 fand in Budapest die Uraufführung statt, jedoch fehlte dem damaligen Publikum das Verständnis für Poesie auf der Bühne. Nach weiteren wenig erfolgreichen Aufführungen in den ersten Jahren begann ab 1913, nach der Bearbeitung für die deutsche Bühne durch Alfred Polgar, ein Siegeszug durch die größten Theaterhäuser rund um den Globus. Von Berlin über Amsterdam und von London bis New York wurde „Liliom“ sehr erfolgreich gespielt.

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