Im Apollo-Theater wird während der spielfreien Zeit heftig gearbeitet

VDE-Siegel für mehr als 350 Scheinwerfer

(wS/red) Siegen 15.07.2016 | Man könnte Robert Schäfer als „höchst Erleuchteten“ bezeichnen. Denn der Technische Leiter des Apollo-Theaters ist Herr über mehr als 350 Scheinwerfer. Und die werden in der spielfreien Zeit alle abmontiert, auseinandergenommen, getestet und – wenn nötig – repariert.

„Eine Heidenarbeit“, weiß Schäfer, „und das jedes Jahr aufs Neue.“ Sein Kollege, Beleuchtungsmeister Kay Metzler, ergänzt: „Aber in einem Haus, das so intensiv spielt wie Apollo und wo das technische Material so stark beansprucht wird, ist dieser jährliche Sicherheitscheck unverzichtbar.“  Im Siegener Theater laufen allein in der kommenden Spielzeit 165 Vorstellungen und Veranstaltungen. Und alle brauchen ihre spezielle Ausleuchtung.

Beleuchtungsmeister Kay Metzler prüft eine Svoboda-Rampe 2 (c) Apollo-Theater

Beleuchtungsmeister Kay Metzler prüft eine Svoboda-Rampe

Die Typenvielfalt ist erstaunlich: Da gibt es Profilscheinwerfer, Verfolger, Lichtbogenlampen, Fluter, Fresnel-Scheinwerfer mit Stufenlinsen, LED-Rampen oder die sogenannten „Wackeleimer“. So nennen die Theaterleute  jene  Moving-Lights, die – weil in alle Richtungen beweglich – auch besonders verschleißanfällig sind. Für jeden einzelnen Scheinwerfer, für jedes Stück Kabel – und davon gibt es im Apollo mehrere Kilometer – muss nach der mechanischen und elektronischen Überprüfung ein eigenes Protokoll erstellt und unterschrieben werden; nur dann gibt es das gesetzlich vorgeschriebene VDE-Siegel.

Zehn Bühnenhelfer waren nötig, um in zwei Tagen sämtliche Scheinwerfer abzumontieren und ins leer geräumte obere Seitenfoyer zu schaffen, wo normalerweise „Apollo begrüßt“ läuft. „Der Wiedereinbau dauert in der Regel noch etwas länger“, weiß Kay Metzler. Ihm ist der Sicherheitsaspekt besonders wichtig: „Bei uns agieren so viele verschiedene Leute auf der Bühne, manchmal auch Kinder. Da darf es nie passieren, dass ein Metallteil am Scheinwerfer Strom leitet und jemand einen Schlag bekommt. Und außerdem: Manche unser Scheinwerfer haben 4000 Watt oder mehr. Da wollen wir selbst natürlich auch keinen gewischt kriegen.“

Robert Schäfer ist Technischer Leiter im Apollo-Theater. (c) Apollo-Theater Siegen

Robert Schäfer Technischer Leiter im Apollo-Theater.

Robert Schäfer kennt seine Scheinwerfer genau, viele davon hat er gebraucht gekauft. Zum Beispiel gerade erst sechs ausgemusterte Svoboda-Rampen, für 50 Euro pro Stück. Er informiert sich permanent in entsprechenden Internet-Foren und bleibt im Gespräch mit Bühnenmeistern anderer Theater. „Wenn wir das alles hätten neu kaufen müssen, hätte das Geld längst nicht für eine so differenzierte Beleuchtungsablage gereicht“, weiß er. „Und trotzdem müssen wir bei manchen Vorstellungen – etwa beim Ballett – noch Spezialscheinwerfer dazu mieten.“

Beleuchtungsmeister Kay Metzler (li.) und Bühnenmeister Robert Schäfer. (c) Apollo-Theater Siegen

Beleuchtungsmeister Kay Metzler (li.) und Bühnenmeister Robert Schäfer.

Dass die größten Theater aus dem ganzen deutschsprachigen Bereich inzwischen gerne Gastspiele im Apollo geben, hat auch damit zu tun, dass hier so viel Wert auf exzellente Beleuchtung gelegt wird. Schäfer erzählt: „Bei einem unserer selbst produzierten Kinderstücke habe ich mal mitgezählt: Da waren für eine 75 Minuten lange Vorstellung 68 verschiedene Lichtstimmungen nötig.“ Dass er und sein Team dafür gepflegtes und geprüftes Scheinwerfermaterial zur Verfügung haben, ist ihm wichtig, denn: „Licht, das ist doch die Grundlage des großen Bühnenzaubers. Wir Techniker sollen und wollen die Künstler ins beste Licht setzten.“

Fotos: Apollo-Theater Siegen

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