25 Jahre Sommerfestival – Jubiläum startet mit 1000 Lichtern

wS/si  –  Apollo Theater  –  29.11.2012  —  Richling, Rether & Romantik  —  Besondere Ereignisse werfen ihre Schatten voraus – so auch das Siegener Sommerfestival, das im Sommer 2013 sein 25-jähriges Jubiläum feiert. Noch bevor im Frühjahr das komplette Festivalprogramm vorgestellt wird, verrät Stephan Schliebs, von Beginn an verantwortlich für Programmerstellung und Organisation, die ersten Festival-Highlights. Eröffnet wird die Jubiläumsausgabe der beliebten Veranstaltungsreihe bereits am Samstag, den 25. Mai mit der sechsten „Nacht der 1000 Lichter“, die gemeinsam mit der ISG Oberstadt vorbereitet wird und die die Siegener Oberstadt erneut vom Unteren Schloss bis hoch zum Oberen Schloss in romantischem Glanz erstrahlen lässt.

Neben spektakulären Musik-, Artistik- und Straßentheater-Events konnte man sich in der Vergangenheit auch über exquisite Bühnenkunst auf der Festivalbühne im Innenhof des Oberen Schlosses freuen – dabei waren auch Sternstunden des Kabaretts: Hochkaräter wie Ephraim Kishon, Dieter Hildebrandt, Matthias Beltz, die Missfits, Wilfried Schmickler, Rüdiger Hoffmann und Jürgen Becker gaben sich in den letzten 25 Jahren die Klinke in die Hand – zum Teil bereits vor ihrem Karrieredurchbruch.

Mit Hagen Rether und Mathias Richling werden im kommenden Juni erneut zwei Große des deutschen Kabaretts ein Gastspiel auf Siegener Boden geben.

Nach ersten Gehversuchen in seiner schwäbischen Heimat hatte Mathias Richling im Herbst 1989 – dem Geburtsjahr des Sommerfestivals – mit der Satire-Kolumne „Jetzt schlägt’s Richling!“ seine ersten TV-Auftritte, die ihn übers ‚Ländle’ hinaus bekannt machten. Als schusseliges Mütterlein, geschwätziger Sophist, Parodist von Spitzenpolitikern wie Merkel, Brüderle & Co hat der Kabarett-Schwabe ein Vierteljahrhundert TV-Kabarett mitgeprägt – ohne jedoch auf Live-Tourneen durch die deutschen Satire- und Kabaretthäuser zu verzichten: Zeitweise bestritt Richling bis zu 300 Auftritte im Jahr! Wie er vor Publikum ständig in neue Rollen schlüpft und wie er zur Hochform aufläuft, wenn er dem politischen Tagesgeschehen seine Pointen hinterher schleudert, davon kann man sich bei Richlings aktuellen Bühnen-Programm überzeugen: „Der Richling-Code“ nimmt vor allem Bankenkrise, Datenmissbrach, Öko-Desaster und natürlich das gesamte Führungs-Personal des Deutschland-Konzerns unter Beschuss – in erster Linie in parodistischer Form.

Hagen Rether dagegen tarnt sich als Charmeur. Im Plauderton bringt der mit Preisen hoch dekorierter Kabarettist böse Wahrheiten unters Volk und neigt zu nonchalanter Kompromisslosigkeit – genau beobachtet und ohne Rücksicht auf Glaubenssätze oder politische Korrektheit. Wenn er mit sanften Worten seine Sicht zum aktuellen politischen Geschehen darlegt, bleibt einem das Lachen schon mal im Hals stecken. Geradezu tiefenentspannt deckt er auf, wie die Ungerechtigkeiten auf der Welt funktionieren. Dabei bleibt niemand verschont – auch nicht das Publikum selbst. „Liebe“, so der seit Jahren feststehende Titel des sich permanent verändernden Programms, kommt darin gar nicht vor – dagegen wird die Menschenliebe eines Kabarettisten sichtbar, der noch am Abgrund an Aufklärung und an die Möglichkeit zur Umkehr glaubt.

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