Nullnummer zwischen Siegen und Wuppertal

wS/jk – Siegen – 18.11.2012 – Mit einem torlosen Unentschieden endete das Spitzenspiel der Regionalliga West zwischen den Sportfreunde Siegen und dem Wuppertaler SV. Die knapp 2.000 Zuschauer im Leimbachstadion sahen eine Nullnummer zwischen beiden Traditionsvereinen, die sich auf Augenhöhe begegneten. Die Sportfreunde stehen nun mit 31 Punkten auf Platz fünf der Tabelle.

Das ausgeglichene Kräftemessen zwischen Siegen und Wuppertal hatte am Ende keinen Sieger verdient, wie der Wuppertaler Trainer Jörg Jung bekräftigte. „Mit diesem 0:0 können und müssen wir leben“, kommentierte der Ex-Siegener, der im April dieses Jahres mit dem KFC Uerdingen im Leimbachtal das gleiche Ergebnis erzielte.

Den Ball im Visier: Waldemar Schattner (li.) und Julian Jakobs kämpfen hier mit den Wuppertalern Rachid El-Hammouchi (re.) und Florian Abel um das Spielgerät. Fotos: wirSiegen/Jürgen Kirsch

Das sah sein Gegenüber Michael Boris anders: „Ich habe eine spielbestimmende Sportfreunde-Mannschaft gesehen. Uns fehlte die Kaltschnäuigkeit vor dem Tor, ansonsten hätten wir hier drei Punkte einfahren können“, sagte er. „Doch wir müssen uns null vorwerfen. Wir haben den Gegner beackert und uns Chancen erspielt. Leider fehlte oft der entscheidende Pass“, so Boris.

Siegenern fehlte die Kaltschnäuzigkeit

Seine Startformation hatte der Siegener Trainer aufgrund der Stürmer-Ausfälle notgedrungen umgestellt. Christoph Klippel begann in der Innenverteidigung und Waldemar Schattner rückte auf die Spielmacher-Position. Siegen Top-Torjäger Sven Michel bildete die einzige Sturmspitze, während André Dej auf der linken Außenbahn im Mittelfeld spielte. In der ausgeglichen Regionalliga-Partie waren Torraumszenen zunächst Mangelware.

Waldemar Schattner, der zuletzt als rechter Verteidiger fungierte, startete bei den Sportfreunden als Spielmacher.

Lange Bälle und Standardsituationen, mit denen die Wuppertaler Elf von Jörg Jung zum Erfolg kommen wollte, stellten die makellose Sportfreunde-Abwehr vor keine Probleme. „Raphael Koczor musste nicht einen Ball halten“, hatte sich Michael Boris bei seinem beschäftigungslosen Keeper danach erkundigt. Doch auch die WSV-Verteidigung ließ bei Siegener Vorstößen wenig zu.

Nach einem Freistoß in der 38. Minute hätte Richard Weber beinahe die Fürhung für die Gastgeber erzielt. Doch die hohe Hereingabe erreichte er am langen Pfosten nicht mehr. Ein Grebe-Schuss strich drei Minuten später nur knapp am Wuppertaler Tor vorbei (41.). Im direkten Gegenzug warfen sich Leon Binder und Richard Weber in letzter Sekunde in einen Versuch von Tom Moosmayer, der aus aussichtsreicher Position zum Schuss kam.

Koczor musste nicht einen Ball halten

Im zweiten Durchgang hatte Julian Jakobs die erste gute Tormöglichkeit für die Siegener, die über die gesamte Spielzeit mehr Ballbesitz verzeichneten. Nach einem Konter schoss der schneller Flügelspieler aus halblinker Position über das Wuppertaler Gehäuse (58.). „Das war so eine Situation, in der der entscheidende Pass fehlte“, meinte Boris. Auf der anderen Seite verfehlte ein abgefälschter Kopfball von WSV-Stürmer Christian Knappmann um wenige Zentimeter sein Ziel.

Der von vielen Profivereinen umworbene Sven Michel (li.) hat in dieser Spielszene das Nachsehen gegen Wuppertals Andre Wiwerink.

Eine Viertelstunde vor Schluss verpasste der eingewechselte Sinisa Veselinovic eine Flanke von Sven Michel. Der von zahlreichen Vereinen umworbene Michel, so nahm den Stürmer SC Paderborns Geschäftsführer in Augenschein, war nach der Auswechslung von André Dej auf die Linksaußen-Position gerückt. Gerade bei Kontermöglichkeiten stellten die angriffslustigen Siegener den Gegner vor Schwierigkeiten. „Diese haben wir aber gut gelöst“, lobte Jörg Jung seine Wuppertaler.

Dann zappelte der Ball plötzlich im Netz: Nach 83 Minuten köpfte Leon Binder nach einem Siegener Eckball die Kugel zwar ins Tor, doch Schiedsrichter Cetin Sevinc aus Herne erkannte diesen Treffer nicht an. Der Siegener Verteidiger soll hier im Luftduell ein Foulspiel begangen haben. Boris: „Das war ein regluäres Tor. Das haben alle gesehen, außer die drei Unparteiischen.“

Binder-Kopfballtor vom Referee aberkannt

Somit blieb es bei der torlosen Punkteteilung. Letzlich kann aber auch der Aufsteiger aus dem Siegerland mit dem Ergebnis leben. „Wir sind nach wie vor Fünfter. Hätten mir vor der Saison jemand prophezeit, dass wir gegen den Wuppertaler SV ein 0:0 erreichen, hätte ich das nicht geglaubt“, möchte die Boris-Elf ihr Ziel (50 Punkte) nicht aus den Augen lassen.

Aber ein klein wenig schielt der momentan Tabellenfünfte vor den Duellen mit Favoriten wie den Sportfreunden Lotte, Rot-Weiss Oberhausen und Rot-Weiss Essen nach oben. „Bis zur Winterpause wollen wir Gas geben“, kündigt Boris an, dass sich seine Truppe in den anstehenden Highlights der Hinrunde teuer verkaufen wird.

Sportfreunde Siegen – Wuppertaler SV 0:0 (0:0).
Siegen: Koczor, Dalman, Klippel, Binder, Weber – Zeh, Grebe – Jakobs, Schattner, Dej (62., Veselinovic) – Michel. – Wuppertal: Semmler – Neppe, Reichert, Wiwerink, El-Hammouchi – Meier, Moosmayer – Landers (26., Abel), Cornelius (86., Schumacher), Botepe (78., Wassinger) – Knappmann. – Tore: Fehlanzeige. – Schiedsrichter: Cetin Sevinc (Herne). – Zuschauer: 1967.

Bericht: Jürgen Kirsch

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