Wieder mehrere Schockanrufe in Siegen und Burbach

wS/ots Siegen – 04.03.2013 – Seit einiger Zeit häufen sich in NRW „Schock-Anrufe“ skrupelloser Betrüger bei russischsprachigen, vor allem älteren Mitbürgern, um sie um ihre Ersparnisse zu bringen. Allein in NRW sind im letzten Jahr schon mehr als 100 Opfer um insgesamt rund 400 000 Euro betrogen worden. Die Betrüger geben sich am Telefon in russischer Sprache etwa als Polizist, Staatsanwalt oder Rechtsanwalt aus und schildern eine vermeintliche Notlage. Sie behaupten zum Beispiel, ein naher Verwandter des Angerufenen hätte einen Unfall verursacht und ein Kind schwer verletzt. Um zu verhindern, dass der Angehörige angezeigt und inhaftiert wird, müsse sofort eine vier- bis fünfstellige Summe gezahlt werden. Um noch glaubhafter zu wirken, spielt ein weiterer Täter am Telefon den in Tränen aufgelösten angeblich unfallbeteiligten Angehörigen und bittet eindringlich flehend um die Zahlung des verlangten Betrags. Das völlig überrumpelte, unter Schock geratene Opfer sichert schließlich die Zahlung zu und händigt das Geld einem ihm unbekannten Abholer aus. Erst wenn die Geschädigten den ersten Schock überwunden und den vermeintlich betroffenen Angehörigen erreicht haben, stellen sie fest, dass sie Opfer einer ganz üblen Betrugsmasche geworden sind.

Am Sonntag, dem 03.03.2013 erhielten gleich mehrere in Siegen und Burbach wohnende russischstämmige Bürger-/innen derartige Schockanrufe in russischer Sprache.

Eine 76-jährige Deutsch-Russin erhielt am frühen Sonntagabend den Anruf eines unbekannten Mannes, der sich gegenüber der Frau als Anwalt ausgab. Er teilte der Siegenerin mit, dass ihr Sohn in einem Siegener Krankenhaus beim Treppensteigen gestolpert sei und dabei eine junge Frau zu Fall gebracht und auf diese Weise verletzt habe. Um nun weitere Regressansprüche zu vermeiden, solle die Geschädigte Geld locker machen. Da die 76-Jährige jedoch ihren leibhaftigen Sohn zu dem Vorfall befragte und es nach dessen Auskunft einen solchen Treppensturz niemals gab, hatte sich der hinterhältige Schockanruf schnell erledigt und der Anrufer ging leer aus. Etwa zu selben Zeit erhielt auch eine 54-jährige Kirgisin einen gleichgelagerten Anruf in perfektem Russisch. Der Anrufer gab sich als verletzter Sohn der 54-Jährigen aus. Bevor dieser dann jedoch seine Geldforderungen stellen konnte, beendete die Kirgisin das Gespräch. Großes „Pech“ hatte nur etwa eine halbe Stunde zuvor ein anderer Schockanrufer bei einem russischstämmigen Ehepaar aus Eiserfeld. Obwohl der Anrufer beteuerte, dessen Sohn zu sein, waren sich die Eheleute doch übereinstimmend recht sicher, dass sie eben einen solchen (Sohn) nicht ihr eigen nennen können – und von daher landete der Telefonhörer dann auch recht schnell wieder auf dem Apparat. Nur gut zwei Stunden später erschien eine 32-jährige Burbacherin mit ihren russischstämmigen Eltern auf der Polizeiwache Wilnsdorf und erstattete im Namen ihrer Eltern Anzeige wegen eines ebenfalls kurz zuvor erhaltenen Schockanrufs. Diesmal hatte sich jedoch eine Anruferin bei den russischstämmigen Eltern gemeldet und sich als deren vermeintliche Tochter ausgegeben, die soeben einen Unfall gehabt und dabei ein Kind überfahren habe. Sie selber sei lediglich an der Lippe verletzt (was wohl die veränderte Stimme erklären sollte)und würde deshalb jetzt im Krankenhaus behandelt. Der schon im Krankenhaus anwesende angebliche Anwalt der Tochter erklärte den geschockten Eltern, dass das von der Tochter überfahrene Kind zur Zeit im Koma liege. Um keine Anzeige zu erstatten und die Polizei nicht ins Spiel zu bringen, verlangte er die sofortige Zahlung von 20000 Euro Bargeld. Da die ganze Sache der merklich erschrockenen und verängstigten Mutter aber irgendwie doch komisch vorkam, bat sie dem „Anwalt“, in einer viertel Stunde noch einmal anzurufen. Dieser Anruf erfolgte dann glücklicher Weise nicht mehr.

Das Siegener Kriminalkommissariat ermittelt jetzt gegen die hinterhältigen Schockanrufer. Die Polizei schließt weitere Schockanrufe nicht aus und rät daher allen Angerufenen:

– Gehen Sie nicht auf solche Forderungen ein!
– Übergeben Sie niemals Geld an Personen, die Sie nicht
kennen!
– Legen Sie einfach auf und rufen Sie die Ihnen bekannte
Telefonnummer des Verwandten an!
– Verständigen Sie sofort über den Notruf „110“ die Polizei!
– Bitte warnen Sie auch andere Mitbürger vor diesen
Betrügern!

Weitere Informationen – auch in russischer Sprache – erhalten Sie bei der Polizeilichen Beratungsstelle Ihrer örtlichen Polizeibehörde und unter http://www.polizei-nrw.de/artikel__132.html

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