Siegen – CDU-Kreistagsfraktion besucht Rettungszentrum des Kreises Soest

(wS/red) Siegen/Soest 17.10.2018 | Feuerwehr-Ehrenamt durch Serviceleistungen entlasten, Kooperationen steigern

„Mit den deutlich gestiegenen Einsatzzahlen ist die Belastung des Ehrenamtes gestiegen“, verdeutlichte Christoph Schöneborn, Geschäftsführer des Verbandes der Feuerwehren in NRW. Deshalb sei es von großer Bedeutung, durch ausgelagerte Serviceleistungen das Feuerwehr-Ehrenamt für seine eigentliche Aufgaben im Lösch- und Rettungsdienst zu entlasten.

Schöneborn war der Einladung der CDU-Kreistagsfraktion Siegen-Wittgenstein ins Rettungszentrum des Kreises Soest gefolgt. Neben Soest hatten die CDU-Kreistagsmitglieder bereits das Feuerwehr-Ausbildungszentrum des Kreises Lippe in Lemgo besucht, um sich Infrastrukturen und Vorgehensweisen anzusehen, wie es sich in einem gemeinsamen Papier auch die Feuerwehren in Siegen-Wittgenstein, das Technische Hilfswerk, das Rote Kreuz und die Malteser wünschen. Diese legten der Kreispolitik im September 2017 die Ausarbeitung „Schaffung eines Feuerwehr/Katastrophenschutz-Zentrums mit integrierter Ausbildungseinrichtung“ vor. Der Kreistag hatte danach in der Dezember-Sitzung 2017  90.000 Euro für ein Gutachten über eine „bevölkerungsschutzrelevante Infrastruktur“ bereitgestellt.

CDU-Kreistagsfraktion Siegen-Wittgenstein

„Die Feuerwehrtechnische Zentrale in Soest versteht sich als Dienstleiste für unsere kommunalen ehrenamtlichen Feuerwehren,“ so Kreisbrandmeister Thomas Wienecke. Durch den Atemschutzverbund werde das Ehrenamt ganz deutlich entlastet. Der Schlauchdienst umfasst einen Hol- und Bringdienst, die Reinigung und ein gemeinsames Beschaffungswesen. Da einerseits die Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung abnehme und andererseits das Gefahrenpotential durch Extremwetterlagen wie Starkregen oder Waldbrände steige und auch Einsätze im Bereich Verkehr einen Zuwachs ausmachten, müsse die Schlagkraft erhöht werden. Wienecke: „Dafür muss das Maß der Kooperation steigen.“

Schon vom Konzept der baulichen Anlage macht die Umsetzung dieses Zieles deutlich: In Soest befinden sich Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, Rettungsdienst und Veterinärdienst unter einem Dach.

„Uns hat sehr beeindruckt, wie positiv die Zusammenarbeit der Leitstellen von Polizei sowie Rettungsdienst und Feuerwehr hier gelebt und von den Beteiligten ausdrücklich positiv beurteilt wird,“ äußert sich CDU-Fraktionsvorsitzender Bernd Brandemann. Beide Leitstellen sind nur durch eine Glastür getrennt. „Hier wird das IKKK-Prinzip gelebt,“ bestärkt der Soester Kreisbrandmeister: „Im Katastrophenfall Köpfe kennen.“ Das erleichtere die Arbeit und Kommunikation ungemein.

Was als strategische Optimierung gilt, macht sicher aber auch bei den Finanzen bemerkbar: „Ich finde es gut, wenn durch abgestimmte Fahrzeugkonzepte und gemeinsame Ausschreibungen, auch für die persönliche Ausrüstung, Qualität steigt und sich die Wirtschaftlichkeit verbessert,“ lobt stellv. Fraktionsvorsitzender Bernd-Dieter Ferger das vorgestellte Konzept. „Mich überzeugt das kluge Kommunikationskonzept zwischen den Feuerwehren, aber auch im ständigen Austausch mit den politischen Gremien,“ ergänzt Corie Hahn, die als Kreistagsmitglied auch dem Polizeibeirat in Siegen angehört.

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In Nordrhein-Westfalen sind nahezu drei Viertel aller Feuerwehren rein ehrenamtliche Feuerwehren. „Gerade dadurch konnte im ländlichen Raum ein hohes Sicherheitsniveau etabliert werden. Wir müssen in enger Absprache mit allen Beteiligten dafür Sorge tragen, dass dies auch unter veränderten Rahmenbedingungen einen zukunftsfähigen Bestand hat,“ zog Bernd Brandemann sein Fazit.

Die Anlage in Soest hatte Modellcharakter für das Land. Das Gebäude wurde 2008 in einem PPP-Verfahren errichtet. Die rund 5.900 Quadratmeter Nutzfläche bedurften einer Investition von etwa 18 Millionen Euro. „Leider brauchen wir schon jetzt wieder mehr Platz,“ erläuterte Kreisbrandmeister Wienecke. „Der Rettungsdienst ‚explodiert‘.“

Im Gegensatz zum Feuerwehrausbildungszentrum Lemgo verfügt Soest über kein eigenes Übungsgelände. Dafür werde auf einen privaten Anbieter zurückgegriffen. Da das im Kreis Siegen-Wittgenstein nicht möglich ist, müsste hier das Konzept um diese Komponente ergänzt werden. „Es macht Sinn, die Infrastruktur für die Aus- und Fortbildung gerade in einem Flächenkreis wie Siegen-Wittgenstein zu konzentrieren,“ empfahl Christoph Schöneborn vom Landes-Feuerwehrverband.

 

CDU-Kreistagsfraktion Siegen-Wittgenstein

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