(MdB Sylvia Gabelmann): Weltgesundheitstag – Globalen humanitären Plan der UNO sofort umsetzen!

(wS/red) Siegen-Wittgenstein 07.04.2020 | Weltgesundheitstag – Globalen humanitären Plan der UNO sofort umsetzen!

„Der heutige Weltgesundheitstag, den die Weltgesundheitsorganisation jährlich ausruft, steht unter dem Eindruck der gefährlichen Ausbreitung und der verheerenden Folgen der COVID-19-Pandemie. Zum einen wird derzeit überdeutlich, wie wichtig öffentlich stark ausfinanzierte Gesundheitssysteme für alle Menschen weltweit sind. Zum anderen schockt, wie wenig Platz für internationale Solidarität insbesondere seitens der führenden westlichen Industrienationen bleibt“, erklärt Sylvia Gabelmann, für die Fraktion DIE LINKE Mitglied im Unterausschuss für Globale Gesundheit. Gabelmann weiter:

„Während die in den letzten Dekaden weitgehend privatisierten und kaputtgesparten Gesundheitssysteme westlicher Staaten zu kollabieren drohen und die Regierungen damit beschäftigt sind, Maßnahmen zum Schutz der eigenen Bevölkerung zu ergreifen, spitzt sich die Situation im globalen Süden fast unbemerkt dramatisch zu. Ohne sofortige großflächige Unterstützung drohen allein auf dem afrikanischen Kontinent Millionen Tote. Das Leid für die Bevölkerungen vieler Staaten Südasiens hat bereits begonnen. Der Rückgang internationaler Aufträge führt hier zu plötzlichen Massenentlassungen ohne Lohnausgleich. Die Pandemie sorgt für massiven ökonomischen Druck ohne die Existenz ausgleichender Wirtschafts- und Sozialmaßnahmen. In Pakistan gibt es bereits verzweifelte Proteste gegen eine drohende Hungersnot.

Die dramatischen Folgen der Pandemie verdeutlichen die Grausamkeit der neoliberalen kapitalistischen Profitlogik, welche die Struktur des gegenwärtigen Systems bestimmt. Arme Länder sind abhängig von Krediten des Internationalen Währungsfonds, für deren Erhalt sie die staatliche Daseinsvorsorge durch umfangreiche Sparpolitiken abbauen und massenweise öffentliches Gut privatisieren müssen. Suchen sie alternative Entwicklungswege werden sie mit folgenschweren wirtschaftlichen und fiskalpolitischen Sanktionen überzogen, die an sich schon einer Kriegshandlung ähneln. Es müssen jetzt Taten in genau die andere Richtung folgen. Sanktionen müssen beendet, Staatsschulden müssen erlassen oder mindestens gestundet und Patente auf Medikamente müssen ausgesetzt werden. Die Bundesregierung muss mit anderen reichen Industrienationen finanzielle Mittel in ausreichender Höhe für den von den Vereinten Nationen (UNO) geplanten globalen humanitären Plan bereitstellen. Internationale Solidarität ist unter diesen Umständen wichtiger denn je!“


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