Freibäder: Ersatzrad für Poolreiniger kommt aus dem 3D-Drucker

(wS/red) Siegen 10.07.2020 | Dank Kooperation zwischen Stadt und Universität: Ersatzrad für „Unterwasser-Staubsauger“ aus dem 3D-Drucker

Siegener Freibadbesucher profitieren künftig von einer ungewöhnlichen Kooperation zwischen Stadt und Universität: Die Sport- und Bäderabteilung hat das Ersatzrad eines Reinigungsgerätes, das nicht mehr nachgekauft werden konnte, im 3D-Drucker des Uni-„Fab Labs“ nachbilden lassen. Die ersten Einsätze des instandgesetzten Poolsaugers im Freibad Kaan-Marienborn zeigen: „Experiment geglückt!“.

Die Vorgeschichte: Der Beckensauger im Wert von rund 18.000 Euro funktioniert ähnlich wie ein Staubsauger, nur unter Wasser. Er befährt den Boden des Freibades und befreit ihn von Verunreinigungen wie etwa Blättern oder Haaren. Nach rund drei Jahren Einsatz quittierte nun eines von vier Rädern seinen Dienst, wodurch das Gerät nicht mehr eingesetzt werden konnte.

Ein passendes Ersatzrad für den Beckensauger zu finden, gestaltete sich für die Sport- und Bäderabteilung als nahezu unmöglich: „Der Hersteller war nicht mehr zu erreichen, aber das Ersatzrad wurde dringend benötigt. Gerade jetzt in der Freibad-Saison muss der Beckensauger permanent einsatzbereit sein“, erklärt Maren Königsberg von der Sport- und Bäderabteilung. Mehrmals pro Woche, je nach Besucheraufkommen, wird der Beckensauger in den Abendstunden ins Wasser gelassen, um in den folgenden acht Stunden über Nacht vollautomatisch den Beckenboden vom Schmutz zu befreien, „Prinzip Mähroboter“.

Einsatzort: Freibad Kaan-Marienborn, Einsatzobjekt: „Beckensauger“: Marios Mouratidis (Fab Lab, links) und Jonas Kosiahn (Fab Lab, rechts), fertigten das Ersatzrad aus dem 3D-Drucker. Bürgermeister Steffen Mues (Mitte) war zusammen mit Maren Königsberg und Martin Wagner (3. von links) von der Sport- und Bäderabteilung sowie Betriebsleiter Dirk Räwel (2. von rechts) bei der erfolgreichen „Inbetriebnahme“ des Gerätes dabei. (Foto: Stadt Siegen).

Auf Anfrage der Sport- und Bäderabteilung nahm sich das Fab Lab, die studentische Kreativwerkstatt der Universität Siegen mit Sitz im Herrengarten, der Aufgabe an, ein Ersatzrad über einen 3D-Drucker zu entwickeln. Dabei muss viel beachtet werden, angefangen von der Auswahl des verwendeten Materials, das natürlich Chlor und ph-Wert des Wassers standhalten muss. Marios Mouratidis und Jonas Kosiahn vom Fab Lab gelang es, eine maßgetreue Kopie des benötigten Rads zu fertigen.

Damit auch in Zukunft der Beckensauger weiter einsatzbereit bleibt, wurde mit dem Fab Lab eine Kooperation über fünf Jahre vereinbart; drei weitere Räder wurden von der Sport- und Bäderabteilung bereits in Auftrag gegeben. „Es ist wirklich toll, dass die Kooperation mit dem Fab Lab der Universität Siegen ein solch komplexes Gerät wie den Beckensauger für die nächsten Jahre betriebsbereit hält“, würdigte Steffen Mues vor Ort die Zusammenarbeit. Der Bürgermeister nutzte einen Besuch im Freibad Kaan-Marienborn, um sich selbst ein Bild von der Betriebstüchtigkeit des Gerätes zu machen.

Nach der erfolgreichen Premiere wird der wieder flottgemachte Beckensauger mit seinem Ersatzrad aus dem Labor übrigens nicht nur in Kaan-Marienborn eingesetzt werden; außerhalb der Freibadsaison dreht er auch im Becken des Löhrtor-Hallenbades unermüdlich seine Runden – solange, bis, hoffentlich erst in fernerer Zukunft, ein „Radwechsel“ nötig wird. Diesem können die Verantwortlichen nun allerdings deutlich gelassener als noch vor kurzem entgegensehen.

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