TuS Ferndorf: In den letzten Minuten das Spiel aus der Hand gegeben, aber das Remis gerettet

(wS/Kr) Kreuztal/Ludwigshafen 28.11.2021 | Ferndorf war sooo nah dran

Ergebnis: 27:27 (11:14)

Dieses Spiel hätte einen einzigen Sieger hervorbringen müssen und das wäre zweifelsohne Ferndorf gewesen, wir haben gewiß das bisher beste Saisonspiel des TuS gesehen. Und das war kein Heimspiel, sondern auswärts beim Erstligaabsteiger „Eulen Ludwigshafen“.

Denn Ferndorf bestimmte eigentlich das Spielgeschehen, die Eulen waren in den gesamten 60 Minuten nur einmal für ca. 1 Minute in Führung und das war beim 7:6 in der 18. Minute, wurde aber noch in der gleichen Minute durch einen überragend spielenden Simon Strakeljahn zum 7:7 verändert.

Die erste Halbzeit spielte Ferndorf wie aus einem Guss und die Eulen mit Ihrem Coach Ceven Klatt hatten permanent das Nachsehen. Es war ein holpriger Spielbeginn, die Eulen hatten Anwurf und vergaben direkt die erste Chance zum Tor, denn Tim Hottgenroth wehrte den Wurf  ab. Der TuS nutzte seinen ersten Angriff besser und durch Julian Schneider ging man mit 0:1 in Führung. Beim nächsten Versuch der Eulen, das Spielgerät ins Ferndorfer Tor zu befördern stand ihnen Tim Hottgenroth schon wieder im Weg, aber in der 3. Minute verwandelten die Hausherren einen Siebenmeter zum 1:1. Danach folgten ein paar ergebnisarme Minuten, Jörn Persson und Julian Schneider verwarfen, aber eine kompakte TuS-Abwehr ließ auch keine Eulen-Tore zu.

Es dauerte bis zur 7. Minute, als sich Rutger ten Velde anschickte, über die Außenposition das 1:2 zu markieren. Dann gab es ca. 10 Minuten lang ein Wechselspielchen, in dem der TuS aber nie in Rückstand geriet, sondern immer wieder mit Gegentoren antwortete. Es waren die „Schneider-Minuten“, denn in dieser Zeit präsentierten erst Julian Schneider Schneider und anschließend sein Bruder Lucas jeweils 2 Treffer und in der 18. Minute stand es 6:6. Schon in der 10. Minute griff Ceven Klatt zur grünen Karte, die aber keine Veränderung für die Eulen brachte, denn Ferndorf hatte auf alles eine Antwort.

Archivfoto: Simon Strakeljahn 8 Tore

Noch in dieser 18. Minute erzielte Hendrik Wagner (Eulen Ludwigshafen) zum Spielstand von 7:6 in der Friedrich Ebert Halle, es war ihre erste und wie oben schon geschrieben auch ihre letzte Führung. Denn jetzt kamen die „jungen Wilden“ aus der Stählerwiese zum Zug und überrannten die Eulen fast widerstandslos. Entweder produzierten die nun Fehlwürfe,  oder wenn sie doch durchkamen, stellte sich ihnen Tim Hottgenroth in den Weg.

Den Reigen begann Simon Strakeljahn, gefolgt von Rutger ten Velde, danach knallte Simon Strakeljahn den Gastgebern nochmal drei unhaltbare Bälle ins Gebälk. Man sah nur eine Schulterbewegung bei Simon und aus der Drehung heraus flog das Spielgerät am genervt wirkenden Ziga Urbic im Tor der Eulen in den Kasten. Das reichte Ceven Klatt und noch in der 22. Minute kam der Torwartwechsel und nun stand Leon Hoblay im Tor um es besser zu machen, aber auch der musste direkt Simons letztes Tor  hinnehmen. Wir schrieben nun die 23. Minute und verdutzte Eulenfans sahen nun ein 7:11 auf der Anzeigetafel, was ging denn da ab!?

Nun wollte TuS Trainer Robert Andersson Ruhe ins Spiel bringen, indem er eine Auszeit nahm. Ob es an der Auszeit lag, oder woran auch immer, der Spielfluss war irgendwie weg, zwei mal trafen die Gastgeber und einmal hielt ihr Torhüter, dann stellten sie auf Manndeckung um und Rutger ten Velde verwarf einen Siebenmeter. Es war auch ein Spiel der vielen Siebenmeter, denn die Eulen verwandelten in der Folge zwei, ebenso Rutger ten Velde auf Ferndorfer Seite. Die gute 1. HZ wurde durch 2 Treffer von Simon Strakeljahn und Lucas Schneider beendet und mit einem hochverdienten 11:14 für Ferndorf ging man zum Pausentee.

Bemerkenswert war, dass die Ferndorfer permanent auf eine starke Abwehr der Eulen traf, in der 1. HZ zwangen sie den TuS neun mal ins Zeitspiel, trotzdem erzielten die Siegerländer 8 Treffer und in der 2. HZ war es ebenso, unter dem Zeitdruck des Zeitspiels behielten sie die Nerven und verwandelten meist trotzdem.

Und auch die 2. HZ war eigentlich die der Ferndorfer, bis zur 40. Minute erzielten sie 5 Treffer, davon einen Dreierpack von Simon Strakeljahn, Tim Rüdiger und Niklas Diebel, der Gegner musste sich derweil mit 3 Treffern zufrieden geben.

Lucas Schneider 3 Tore (Foto: Verein)

Lukas Schneider 4 Tore (Foto: Verein)

Und schon lag die grüne Time-Out-Karte von Ceven Klatt am Zeitnehmertisch, denn das gefiel ihm gar nicht, es stand schließlich schon 14:19 und das veranlasste ihn nun, Ziga Urbic wieder ins Tor zu tun.

Eine kleine Schrecksekunde nach 46:55 , als Rutger ten Velde nach einer Aktion nur langsam wieder hochkam und in Richtung Bank ging, man sah ihn danach auch nicht wieder, wir hoffen er hat vielleicht nur eine leichte Blessur.

Ferndorf agierte in der Folge öfter mit einem siebten Feldspieler, die Torleute spielten nun auch eine große Rolle, in der Phase zwischen der 42. und 45. Minute sahen wir 3 tolle Paraden von Tim Hottgenroth und der neu zurückwechselte Ziga Urbic bei den Eulen glänzte ebenfalls mit Paraden. Ferndorf blieb aber immer in Führung ( 15:20, 18:21, 20:23, 22:25) Dann kam die Zeit, wo die Eulen sich ranrobbten, Ferndorf hatte in der 54. Minute wieder einen siebten Feldspieler am Platz und der Gegner erzielte einen Treffer ins leere Tor, da der TuS einen Fehlpass gespielt hatte.

Zuvor, nach 50:06 erhielt Eulen-Trainer Ceven Klatt für „Meckern“ die gelbe Karte, er war augenscheinlich mit etlichen Entscheidungen der weiblichen Schiris nicht einverstanden.

Es stand 23:25, als Valentino Duvancic in der gleichen 54. Minute ein fast erlösendes 23:26 erzielte, noch knapp 6 Minuten, das sollte doch reichen!?

Ob nun die Nerven den Ferndorfern einen Streich spielten, oder die Kräfte schwanden, nach 54:57 verliert Ferndorf den Ball, nach 56:01 verwirft Niklas Diebel, nach 58:31 verwirft Lucas Schneider und nach 59:35 hat auch Simon Strakeljahn mit seinem Wurf kein Glück. Wir sehen in der Zeit auch noch 2 weitere Paraden vom guten Tim Hottgenroth im Ferndorfer Kasten aber es reicht nicht, die Eulen nutzten ihre Chancen bedingt durch die TuS-Fehler eiskalt und man trennte sich mit einem 27:27. Für Ferndorf ist es ganz sicher ein verlorener Punkt, man hatte die Gastgeber fast über die gesamte Spielzeit voll im Griff. Es ist sehr sehr schade, aber mit dem Rumpfkader, der Robert Andersson derzeit zur Verfügung steht ist diese Leistung aller Ehren wert. Ferndorf hat nur noch wenige Pfeile im Köcher und die gilt es gezielt einzusetzen und das haben sie getan, wir sagen „Hut ab vor dieser Leistung“.

Ganz hoch ist in diesem Spiel die Leistung von Tim Hottgenroth im Tor einzustufen, er kam auf gigantische 16 Paraden, das entspricht einer Traumquote von 37,21 %.

Statistiken:

Tor: Tim Hottgenroth 16 Paraden, davon 1 Siebenmeter

Torschützen:

Simon Strakeljahn 8

Julian Schneider 4

Lucas Schneider 3

Rutger ten Velde 3/1

Mattis Michel 3/2

Tim Rüdiger, Niklas Diebel und Valentino Duvancic je 2

Rutger ten Velde 3/1

Was sonst noch so auffiel:

  • Ferndorf ließ den Ball immer lang laufen, sehr oft bis ins Zeitspiel und schloss dann trotzdem ab.
  • Ferndorf ließ von den Eulen am Kreis kein Tor zu, zu kompakt stand die Abwehr.
  • Die Trainer nahmen jeweils 3 Auszeiten
  • Von 43 Würfen hielt Tim Hottgenroth 16, Chapeau
  • Man sieht trotz des gut gefüllten Lazaretts eine Leistungssteigerung
  • Die Coronamaßnahmen bei den Eulen lösten Stirnrunzeln aus, gewiss die Hälfte der Zuschauer hatte keine Maske am Platz auf??
  • Simon Strakeljahn und die „Schneider-Brothers“ erzielten mehr als die Hälfte aller Ferndorfer Tore.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, kommenden Mittwoch gastiert der Tabellensiebzehnte HSC 2000 Coburg in der Stählerwiese, Anwurf ist um 19:30 Uhr.



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