(wS/Red) Ferndorf, 03.04.2025 | Der TuS Ferndorf greift an, volle Wucht gegen die Hölle Süd
Die nächste Paarung in diesem Zweitliga-Handball-Karussell heißt: HBW Balingen-Weilstätten gegen TuS Ferndorf.
Oder anders gesagt, der Tabellenzehnte TuS Ferndorf (24:26 Punkte) hat ein Auswärtsspiel beim Tabellenvierten HBW Balingen-Weilstetten (31:19 Punkte).
Ceven Klatt und seine Jungs haben in der hinter ihnen liegenden „Englischen Woche“ von 6 möglichen Punkten 4 geholt, da kann man ruhig mal ein Chapeau raushauen.
Es ging für viele Teams knapp zu, aber das ist mittlerweile Standard in dieser Saison. Und gerade der unfassbar starke Sieg gegen Elbflorenz hat wieder einmal gezeigt, dass die Stählerwiese in diesem Jahr eine uneinnehmbare Festung geworden ist. Zudem wurde teils mit einem Rumpfkader gespielt, doch der kämpferische Rest der Mannschaft kompensierte diese Ausfälle mit Bravour.
Da wird gekämpft, bis der Körper STOP sagt, da geht ein Julius Fanger mit Krämpfen in die Knie, da haut ein Fabian Hecker in der Abwehr alles raus, was ihm entgegenkommt und landet selber oft unsanft auf der Platte, Mattis Michel am Kreis hat die meisten Bodenkontakte aller Spieler, wegen dem verletzten Paul Schikora kommt auch Ausnahmerechtsaußen Josip Eres schon mal an seine Grenzen, auch da hilft dann Fabian mal aus. Marvin Mundus avanciert in den letzten Spielen wieder zum Goalgetter, Janko Kevic wirbelt wie eh und je die Abwehr des Gegners durcheinander, hält den Gegner auf Trab, wirft weniger Tore, hat aber aktuell 55 Assists zu Buche stehen und auch das zählt. Daniel Hideg ist aktuell noch nicht fit, kommt er wieder, knallt es auf Rückraum Links wieder etwas mehr. Das sind nur Beispiele, denn jeder auf der Platte bringt Höchstleistungen und einen schlechten Tag hat jeder mal. Vergessen wollen wir unsere Keeper nicht, die der Mannschaft schon öfter, wie Marvin Mundus es formulierte den A… gerettet haben.
Gegnerische Trainer werden fragende Blicke auf die Tabelle geworfen haben, nachdem der TuS die Elbflorenzer ein wenig gedemütigt hat. Diese hatten sich nämlich mit Vehemenz eine ganze Woche lang Ferndorf-Videos angeschaut und ihr Training danach ausgerichtet, haben sich die Offensive und Defensive der Ferndorfer verinnerlicht, um dann festzustellen, dass alles für die Katz war.
Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass Ceven Klatt viele taktische Raffinessen hat, um dem Gegner Paroli zu bieten. Es ist auch gut, dass er uns nicht schon vorher alles verrät, der Gegner soll ja so wenig wie möglich von uns erfahren.
Trotzdem, wir sind nicht in unserem Hexenkessel, wir müssen in den Zollernalbkreis in die „Mey Generalbau Arena“ (bis 2024 Sparkassen-Arena) zu den Galliern „von der Alb“ reisen und dort versuchen, eine Duftmarke zu hinterlassen. Allerdings hat der TuS mit einer unerklärlichen Auswärtsschwäche zu kämpfen, wenn man das noch abstellen kann, würde das ihr Selbstvertrauen erheblich steigern.
Mit einer außergewöhnlichen Spielweise, die von Kampf und Emotionen geprägt ist, haben sich die Spieler einen Namen als die „Gallier von der Alb“ gemacht.
Die Gallier schreiben über sich selbst:
„Mit der „Mey Generalbau Arena“, die als „Hölle Süd“ von allen Mannschaften gefürchtet wird, ist jeder Heimspieltag ein absolut sportliches und gesellschaftliches Highlight“.
Über den TuS Ferndorf schreiben sie u.a.:
„Eine solide Mannschaft, die mit den Großen der Liga mithalten kann“, betont HBW-Trainer Flohr. Eine ihrer Stärken liegt vor allem in ihrem sehr variantenreichen Angriffsspiel, das von Janko Kevic geleitet wird.“ Der 37-jährige, frühere kroatische Nationalspieler sorgt für die Überraschungsmomente beim TuS. „Dazu kommen Julius Fanger und Marvin Mundus mit einer extremen Power und ein abwehrstarker Kreisläufer mit Mattis Michel“, weiß Flohr um die Ferndorfer Protagonisten.
Alles geschieht einmal, warum nicht jetzt, die Ferndorfer werden diese Reise mit viel Kampfgeist antreten, denn sie sind Außenseiter in diesem Match. Passieren kann alles, ihre letzten 2 Heimspiele haben die Gallier gegen Elbflorenz (28.02.) und gegen Lübeck (26.03.) mit grad mal mit 1 Tor für sich entscheiden können. Oft sind es ja wirklich Kleinigkeiten, die ein Spiel entscheiden und so a bisserl aus der Spur sind die Gallier schon. Sie mengen ja auch im Final-Four im DHB-Pokal in 4 Wochen mit und haben den Blick schon darauf gerichtet. Ein weiterer Erfolg dort würde ihnen sicher besser zu Buche stehen als eine evtl. Niederlage gegen den TuS Ferndorf. Oder wie es Ceven Klatt in der gestrigen Videokonferenz formulierte „Ich weiß nicht, ob sie da auf den kleinen TuS Ferndorf so große Rücksicht nehmen“.
Das Hinspiel haben die Ferndorfer am 27. 10.2024 in der Stählerwiese knapp mit 24:26 verloren. Beste Torschützen waren damals Mattis Michel und Julius Fanger mit je 5 Toren, gefolgt von Marko Vignjevic mit 4 Toren.
Es ist also alles gerichtet für ein spannendes Match mit Tempohandball und Abwehrschlacht, mögen sich keine Spieler beider Mannschaften verletzten und möge der Bessere gewinnen. Mit einer starken Abwehr, einer starken Offensivleistung gepaart mit guten Torhüterleistungen kann der TuS die Gallier ja vielleicht überraschen!?
DAS IST FERNDORF – DAS BIST DU.

Das ist Cevens-Team-Time-Out-Schachbrett. Foto: Peter Trojak
CEVEN KLATT: Ich finde, wir hatten eine überragende, intensive und anstrengende Woche. Letztlich war es aber auch eine sehr erfolgreiche Woche, denn 4 von möglichen 6 Punkten zu holen, ist schon eine beachtliche Ausbeute für uns. Man brauchte den Jungs eigentlich auch nichts zu sagen, man hat selbst gemerkt, was alles möglich ist. Und genau das wollen wir mit nach Balingen nehmen, wissen aber schon, dass wir dort auch krasser Außenseiter sind. Balingen hat aktuell natürlich auch viele andere Sachen im Kopf, wie z.b. das DFB-Final-Four und ich weiß nicht, ob sie da auf den kleinen TuS Ferndorf so große Rücksicht nehmen. Auf der anderen Seite muss man auch sagen, dass Balingen noch ein schweres Restprogramm hat, in Minden, beim BHC und ich weiß auch nicht, ob sie sich noch mit dem Aufstieg auseinandersetzen oder nicht, aber das soll uns am Ende auch egal sein.
Wir haben, so wie es heute aussieht, nahezu den kompletten Kader beisammen. Wir werden am Freitag losfahren und wir werden nach Balingen fahren, um uns dort hoffentlich mit Punkten zu belohnen. Daniel ist wieder im Training, hat am Mittwoch zum ersten Mal wieder trainiert, er ist noch ganz schön schlapp, aber es sind ja auch noch 2 Tage. Deswegen hoffe ich, dass wir Daniel zumindest mit 80 % wieder dabeihaben werden, denn das würde uns auch schon helfen. Es gibt bei einigen noch ein paar Wehwehchen, aber es ist nicht so viel, dass da einer ausfallen würde.
Ich habe mir das Hinspiel noch einmal angeschaut, wir haben da eine sehr, sehr starke 1. HZ gespielt und scheitern da in der 2. HZ ein bisschen am guten Keeper Mateusz Kornecki und an unserer Chancenverwertung. Wir machen dann nur noch 10 Tore und das hat uns so ein bisschen das Genick gebrochen. Wir verlieren 24:26 nach 14:12 zur Halbzeit und das Kleinigkeiten, die wir besser machen müssen. Wir müssen etwas effektiver sein und das Tempospiel von Balingen in den Griff kriegen. Das muss die Grundlage sein und vorne werden wir uns schon ein, zwei Sachen einfallen lassen. Wir haben in den letzten Spielen sehr unterschiedlich und variantenreich agiert, auch im sieben gegen sechs, auch mit 4 Rückraumspielern und auch im normalen sechs gegen sechs und auch da werden wir uns für Balingen etwas zurechtlegen.
TuS-Pressesprecher ROGER BECKER weiter: Zum Saisonende wird uns Paul Schikora verlassen, der im Moment ja eh` verletzt ist und wahrscheinlich auch länger nicht zum Einsatz kommen wird, ob er nochmal spielt, wissen wir nicht, das hängt vom Heilungsprozess ab. Er wird uns verlassen, da wir uns auf der Rechtsaußenposition „etwas anders aufstellen möchten“. Wir sind mit den Planungen für das nächste Jahr noch nicht durch, das hängt noch von verschiedenen Faktoren ab, da können oder wollen wir noch nichts zu sagen. Meldungen dazu werden wahrscheinlich in den nächsten Wochen so wochenmässig vielleicht mal eintrudeln zum Team der neuen Saison.
Bericht: Peter Trojak
Collage: wirSiegen-Fotograf Andreas Domian
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