Barrierefreiheit und Teilhabe im Fokus – nicht nur am 9. Juli

wS/si   Siegen   –  Am Samstag, 9. Juli 2011, ist beim Siegerländer “Tag der Begegnung” wieder Zeit für Menschen mit und ohne Handicap, sich bei einem vielfältigen Bühnenprogramm und an Infoständen in der Siegener Innenstadt zu treffen und auszutauschen. Bei Musik, Theater, Tanzdarbietungen (mit oder ohne Rollstuhl), begleitet von akrobatischen Vorführungen und Walk-Acts, besteht an ca. 40 Ständen nicht nur die Möglichkeit, sich über das Leben mit chronischer Krankheit bzw. Behinderung zu informieren: Es gibt außerdem wie immer reichlich Gelegenheit, sich mit Speisen und Getränken zu stärken und vom Einkaufstress auszuruhen. Ort des Geschehens ist der Bereich Maria-Rubens-Platz (Siegplatte), Bahnhofstraße und Brüder-Busch-Straße.

Erstmals hat die „Arbeitsgemeinschaft Begegnung“, die diese Veranstaltung nun schon zum 16. Mal durchführt, den Tag unter ein gemeinsames Motto gestellt, nämlich „Barrierefreiheit und Teilhabe für alle“. Dazu der Behindertenbeauftragte der Stadt Siegen, Rainer Damerius: „Natürlich war es schon immer ein wichtiges, gemeinsames Anliegen, die nach wie vor bestehenden Hemmungen und ‚Berührungsängste‘ im Umgang mit Behinderung und oder Krankheit abzubauen. Diesmal aber kommt hinzu, dass an den Ständen darüber informiert wird, was unter dem allerorten gern gebrauchten Begriff Barrierefreiheit denn nun eigentlich zu verstehen ist.“ Birgit Rabanus, die Vorsitzende des Beirates der Menschen mit Behinderung Siegen, der erstmals am Tag der Begegnung mit einem eigenen Stand vertreten ist, ergänzt: „Fakt ist, dass das, was für die einen Barrierefreiheit bedeutet, für andere eine Barriere darstellt. Stufenlose Übergänge an Straßen zum Beispiel sind gut für diejenigen, die einen Rollstuhl benötigen, können aber gefährlich für blinde Menschen sein.“ „Und wenn“, so ergänzt Johannes Daub, zweiter Vorsitzender des Beirates, „die verschiedenen Gruppen nicht gemeinsam für die Barrierefreiheit aller eintreten, kann es schnell zu neuen Benachteiligungen kommen.“

Passend zu dieser Thematik wurde jetzt der „Leitfaden für barrierefreies Bauen im Außenbereich der Stadt Siegen“ inhaltlich fertiggestellt. Die Ausarbeitung soll in Kürze in den politischen Gremien beraten werden. Dazu die Behindertenbeauftragte Gisela Dittmar, für die der diesjährige Tag der Begegnung zumindest der letzte während ihres Berufslebens sein wird: „Es freut mich sehr, dass wir kurz vor meinem Eintritt ins Rentenalter gemeinsam mit dem Bereich Straße und Verkehr der Stadt Siegen und dem Arbeitskreis Barrierefreies Bauen sowie dem Behindertenbeirat diesen wichtigen Grundstein für verlässliche Barrierefreiheit im Straßenverkehr fertiggestellt haben.“

Das zweite Stichwort des Tages lautet: Teilhabe. Hierzu noch einmal Rainer Damerius: „Barrierefreiheit und Teilhabe gehören zusammen. Deshalb erfahren die Besucher am 9. Juli viel darüber, wie jeder Einzelne in unserer Stadt dazu beitragen kann, das Leben mit Handicap lebenswerter zu machen.“

Programm schon ab 11.00 Uhr!

Anders, als auf Plakaten und Handzetteln angegeben, beginnt das Bühnenprogramm bereits um 11:00 Uhr. Nachdem die Big-Band des EV die musikalische Eröffnung bestritten haben wird, betreten gegen 12 Uhr Mori Touri (Imke und Kevin Atkins) die Bühne und bereichern das Fest mit clownesk-mimischen Darbietungen. Nach dem Grußwort von Bürgermeister Steffen Mues (ca. 12:45 Uhr) zeigen Andrea Naumann und Jean-Marc Clement, die 2010 die deutsche Meisterschaft im Rollstuhltanz gewonnen haben, ihr Können; anschließend gibt es Theater-, Musik- und Tanzdarbietungen von AWO und Lebenshilfe. Um etwa 15 Uhr wird das Bühnenprogramm mit einem Auftritt der Siegener Band Quest mit Irish Folk-Pop-Rock abgerundet – zwischendurch sorgen Mo de Bleu und Micha mit Walk-Acts und mehr für unterhaltsame Zerstreuung.

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