Leichtfertig, wenn nicht gar verantwortungslos

wS/ihk Siegen  –  Kein Verständnis hat die Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) für die Überlegung der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Siegener Rat, aus Kostengründen das Gutachten über die Machbarkeit des Autobahnanschlusses für das Gewerbegebiet „Oberschelden/Seelbach“ zu überdenken oder gar „einzukassieren“.

Wer aufmerksam die Entwicklung rund um Siegen beobachtet, kann“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Franz J. Mockenhaupt, „nun wirklich keinen Zweifel mehr daran haben, wie dringend notwendig es ist, dass auch die Stadt Siegen alsbald in der Lage ist, ansiedlungs- und erweiterungswilligen Industrieunternehmen Gewerbe- und Industrieflächen anzubieten.“

Im Jahr 2012 beginnt die Stadt OIpe gemeinsam mit der Stadt Drolshagen die Erschließung eines rund 20 ha großen Gewerbegebietes unmittelbar an der Autobahnabfahrt Olpe. Der Hinweis auf das vor der Erweiterung stehende, sehr attraktive Gewerbegebiet der Stadt Haiger auf der Kalteiche, mit unmittelbarem Autobahnanschluss, ist fast schon nicht mehr notwendig.

Vor diesem Hintergrund auch noch zu überlegen, faktisch die gesamte Planung für das Gewerbegebiet einzustellen, ,verschlägt’ einem die Sprache“, so Mockenhaupt. Nach den Fortschritten in der Stadt Siegen, die mit dem Ausweis der Gewerbeflächen im Leimbachtal nach langer Durststrecke nun gemacht werden, braucht die Stadt Siegen nun als zweiten Schritt die Erschließung der autobahnnahen Industrieflächen in Oberschelden/Seelbach. Der Ladenhüter Brachflächen im Stadtbereich, statt Flächen an der Autobahn, zu entwickeln, ist nun wahrlich keine Alternative für Industrieflächen. Dieser „alte Hut“ sollte seriöserweise auch nicht erneut als Argument in die Diskussion eingebracht werden. Die IHK Siegen fordert die im Rat der Stadt Siegen vertretenen Parteien auf, ihrer Verantwortung für die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Stadt gerecht zu werden und an dem Projekt festzuhalten. Die Erschließung dieses dringend notwendigen Gewerbegebietes muss schnellstmöglich erfolgen. „Wir sind zuversichtlich, dass die bisherige große Koalition im Rat der Stadt weiterhin steht. Die Wirtschaft sieht sich in dieser Frage ausdrücklich mit den Gewerkschaften in einem Boot“, so Mockenhaupt. 

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