Unplanmäßige Stand- und Wartezeiten erschweren die Einsatzplanung

wS/ihk   Siegen   – Unplanmäßige Stand- und Wartezeiten an Lkw-Laderampen drücken nicht nur auf die Produktivität, sonder erschweren auch die Einsatzplanung von Fahrer und Fahrzeug. Ein Thema von vielen, dem der Arbeitskreis „Verkehrswirtschaft“ der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) in seiner Herbstsitzung unter Leitung von Michael Kröhl (Logistikleiter der Krombacher Brauerei) nachging.

„Grund für die langen Wartenzeiten sind häufig knappe Ressourcen beim Personal, ein nicht ausreichend gesteuerter Lkw-Zulauf, unflexible Rampenzeiten und Informationsdefizite auf beiden Seiten“, ging Michael Gierke vom Bundesamt für Güterverkehr (BAG) ins Detail. „Zweifellos entscheidend ist eine Verbesserung der Kommunikation, ohne die ein reibungsloser Ablauf an den Rampen nicht möglich ist.“ In einem weiteren Referat plädierte Dr. Adolf Zobel, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), vor allem für einen fairen Umgang der Beteiligten an der Rampe. Die zum Teil unhaltbaren Zustände an vielen Handels- aber auch Industriestandorten haben den BGL veranlasst, eine „Verhaltensempfehlung für einen fairen Umgang der Beteiligten an Be- und Entladestellen“ herauszugeben. Sie soll dazu dienen, auf Unternehmensebene die Problematik zu diskutieren und ein Problembewusstsein zu erzeugen.

Am 4. Dezember ändert sich durch die neue europäische Berufszugangsverordnung auch das deutsche Güterkraftverkehrsgesetz. Doch obwohl sich durch die Einführung des neuen, von der EU verordneten „Verkehrsleiters“ bei den meisten Firmen formal wenig ändern wird, ist Achtung geboten. Benedikt Althaus, stellvertretender Geschäftsführer des Verbandes der Verkehrswirtschaft und Logistik NRW e.V. (VVWL), ging ins Detail. Geplant ist ein europaweites Register, in dem festgehalten wird, ob der Unternehmer oder sein Verkehrsleiter noch zuverlässig ist. „Fest steht“, so Benedikt Althaus, „dass es eine Liste von so genannten Todsünden gibt, bei deren Vorliegen die Behörde zwingend ein Verfahren einleiten muss. An dessen Ende kann die Aberkennung der Zuverlässigkeit und damit der Widerruf der EU-Lizenz stehen.“

Bildziele „Verkehr“: Unplanmäßige Stand- und Wartezeiten an Lkw-Laderampen drücken nicht nur auf die Produktivität, sonder erschweren auch die Einsatzplanung von Fahrer und Fahrzeug. Ein Thema von vielen, dem der IHK-Arbeitskreis „Verkehrswirtschaft“ nachging. Im Bild (v.l.n.r.): Benedikt Althaus, Michael Gierke, Michael Kröhl sowie Dr. Adolf Zobel.

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