Gemeindewerke erneuern Wasserleitung mit modernem Verfahren

wS/wi  –  Gemeinde Wilnsdorf  –  26.07.2012  —  Berstende Rohre erwünscht  —  Kaffee kochen, Wäsche waschen, Blumen gießen – der tagtägliche Griff zum Wasserhahn ist für uns selbstverständlich, ebenso wie die Tatsache, dass Wasser in trinkbarer Qualität fließt. Dass das so bleibt, dafür sorgen die kommunalen Wasserversorger. In Wilnsdorf investieren die Gemeindewerke gerade in die Zukunftsfähigkeit des Leitungsnetzes.

Eine leuchtend blaue, meterlange Schlange aus Polyethylen ist Dreh- und Ankerpunkt der Modernisierungsarbeiten in der Straße „Augraben“ im Ortsteil Niederdielfen. Die farbenfrohe Kunststoffleitung ersetzt alte Wasserrohre aus Asbestzement. Mehrere Rohrbrüche hatten angekündigt, dass die Stabilität des Leitungsnetzes an dieser Stelle zu wünschen übrig lässt. Daraufhin nahmen die Gemeindewerke Wilnsdorf die Sanierung der 220 m langen Strecke in den Wirtschaftsplan 2012 auf. 160.000 Euro wurden für den Auftrag veranschlagt, der im März zur Ausschreibung stand. Seit einigen Tagen kümmert sich eine Fachfirma um die Auswechslung der alten Leitungen.

Weil das Wasserleitungsnetz im Augraben geradlinig verläuft und kaum Abzweigungen oder Hausanschlüsse aufweist, entschieden sich die Gemeindewerke zur Sanierung im Berstlining-Verfahren. „Bei dieser grabenlosen Sanierung kommen wir mit einem Minimum an Oberflächeneingriffen aus“, erklärt Wassermeister Harald Wagner, „das ist kostengünstig und hält die Belästigung der Anwohner in Grenzen“. Regulär benötigt dieses Verfahren lediglich zwei Baugruben. Von der Zielgrube wird ein Gestänge durchs Altrohr in Richtung Startgrube geschoben. Dort angekommen, werden Berstkörper und Neurohr ans Gestänge angebracht. Indem das Gestänge wieder zurückgezogen wird, zerstört der Berstkörper auf seinem Weg zur anderen Grube das Altrohr, zugleich wird das neue Rohr nachgezogen. „Damit können wir innerhalb kürzester Zeit ein vollwertiges Neurohr verlegen“, sagt Wagner, „und das, ohne die Straße aufreißen zu müssen“. Weitere Baugruben sind nur nötig, wenn Hausanschlüsse oder Abzweigungen eingebunden werden müssen. Für den grabenlosen Einbau kommt aber nicht jedes Material in Frage. Es muss den Zugkräften widerstehen können und darf durch die Scherben des geborstenen Altrohres nicht zerstört werden. Daher werden zementummantelte, verformbare Gussrohre oder – wie hier – Kunststoffrohre mit einem äußeren Schutzmantel verwendet.

Die Maßnahme in Niederdielfen ist nicht die einzige, mit der die Gemeindewerke für die Instandhaltung des Wasserleitungsnetzes sorgen. Aktuell wird auch in Flammersbach, Gernsdorf und demnächst in einer weiteren Straße in Niederdielfen gearbeitet. Insgesamt sind in der Gemeinde Wilnsdorf 200 km Wasserleitungen zu warten, hinzu kommen 14 Hochbehälter und zwei Druckerhöhungsanlagen. Fast eine Million Kubikmeter Wasser fließen jährlich durchs Netz, bezogen vom Wasserverband Siegen-Wittgenstein.

Bildunterschrift:

Unterirdischer Farbtupfer: Die im Berstlining-Verfahren eingebaute Kunststoffleitung ersetzt alte Wasserrohre im „Augraben“ in Niederdielfen.