Nachlass des Malers Georg Bechtel jetzt im Stadtarchiv

wS/si  –  Stadt Siegen  –  23.08.2012  –  Der Weidenauer Maler Georg Bechtel rückt in diesen Tagen verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit: Nachdem zuletzt der Kunstlehrer und ausgewiesene Bechtel-Kenner Karl Mebold einen eindrucksvollen, detailreichen Vortrag zu Bechtel in der Bismarckhalle gehalten hatte, wurden jetzt die bekannten Stücke des Nachlasses im Archiv der Stadt Siegen zusammengeführt. Von Karl Mebold waren bereits früher mehrere in seinem Besitz befindliche Ordner aus dem Nachlass des Künstlers dem Stadtarchiv zur Verfügung gestellt worden. Nun übergab die Leiterin des Siegerlandmuseums, Prof. Dr. Ursula Blanchebarbe, zwei weitere großformatige Ordner mit Originalen, die bisher im Magazin des Museums gesichert wurden, dem Archiv. Somit können nun die am Werk des Künstlers Interessierten alle Unterlagen im Stadtarchiv Siegen einsehen.

Georg Bechtel (1900-1991) ist den meisten Siegerländern insbesondere durch sein großformatiges Gemälde „Weidenau um 1900“ bekannt, das im Foyer der Bismarckhalle zu bewundern ist. Anlass des von KulturSiegen präsentierten Vortrages von Karl Mebold war nun die Übergabe von drei bisher unbekannten Bildern des Dokumentaristen der Siegerländer Hammersiedlungen, die ebenfalls in der Bismarckhalle auf Dauer eine neue, dauerhafte Heimat gefunden haben. Mebold hatte diese Bilder nach Bechtels Tod zusammen mit dem damaligen Leiter des Siegerlandmuseums Dr. Jürgen Schawacht vor der Vernichtung gerettet und jetzt der Stadt Siegen geschenkt.

 

Besondere Collagentechnik – jetzt allen Interessierten zugänglich

In seinem Vortrag erläuterte Mebold unter anderem die zum Teil naive, gegenstandsnahe Malweise Bechtels, mit der dieser die Erscheinungsweise vergangener Siedlungsformen rekonstruieren wollte. So fotografierte Bechtel historische Abbildungen Weidenauer Ortsteile ab, montierte die Fotos zu einem neuen Bild zusammen, übermalte und ergänzte vermeintlich Fehlendes und fand so zu einer ganz eigenen Collagentechnik. Mebold: „Die meisten dieser ‚Rekonstruktionen‘ kennen wir nur als kleine, meist schwarz-weiße Fotos. Die schönsten seiner großformatigen, farbigen Malereien sind verschollen.“ Er äußerte die Hoffnung, dass doch noch einige der verschollenen Arbeiten auftauchen mögen.

Anlässlich der Übergabe an das Stadtarchiv erläuterte Siegens Kulturdezernentin Babette Bammann die Gründe für die Konzentration des Werkes im Stadtarchiv: „Bechtel war eher Dokumentarist als Künstler. Ihm ging es um die Rekonstruktion Alt-Weidenaus. Daher ist sein Werk im Stadtarchiv besser aufgehoben, denn hier können Forscher und Interessierte mit den Unterlagen arbeiten.“

Bildunterschrift: Vom Siegerlandmuseum zum Stadtarchiv: Den Nachlass des Weidenauers Malers Georg Bechtel übergab jetzt im Beisein von Kulturdezernentin Babette Bammann (2. v. links) und KulturSiegen-Leiter Fritz Hiller (links) die Direktorin des Siegerlandmuseums, Prof. Dr. Ursula Blanchebarbe, an Stadtarchivar Ludwig Burwitz.

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