Umformtechnik meets Leichtbau

wS/si  –  Universität Siegen  –  29.10.2012  —  Lehrstuhl für Umformtechnik der Uni Siegen war auf der Euroblech 2012 vertreten  —  Vom 23. bis zum 27. Oktober 2012 präsentierten sich über 1520 Aussteller auf der Euroblech 2012 in Hannover einem internationalen Fachpublikum. Auch der Lehrstuhl für Umformtechnik der Universität Siegen war unter den Ausstellern vertreten. In diesem Jahr präsentierten sich Prof. Bernd Engel und sein Team auf dem Gemeinschaftsstand der Europäischen Forschungsgesellschaft für Blechumformung e. V. (11/E08). Genauso wie auf der Tube 2012 im vergangenen Frühjahr, wurden aktuelle Forschungsergebnisse sowie neue Denkansätze aus dem Bereich „Umformtechnik meets Leichtbau“ aufgezeigt.

Die rote Schnur aus Siegen zieht sich in diesem Jahr weiterhin eng um die Themen „Standard und Regelwerke“. Geschaffen werden sollen einheitliche Prozesse und Begrifflichkeiten für bisher nicht genormte Biegeverfahren. Die damit verbundenen Bauteilauslegungen und Prüftechniken für Bauteile werden ebenfalls berücksichtigt. Fundierte Ergebnisse aus dem vom BMWi geförderten Forschungsverbundprojekt „Entwicklung eines Industriestandards für die Profil- und Rohrbiegetechnik“, konnten präsentiert und zwischen Anwendern und Mitarbeitern des UTS auf dem Messestand diskutiert werden. Konstrukteuren, Umformern und Verwendern von Biegebauteilen soll mit dem umfangreichen Erfahrungswissen geholfen werden, die Prozessabläufe von der Konstruktion über die Fertigung bis hin zum Endprodukt durch Integration des Knowhows aus dem Projekt zu vereinfachen. Angestrebt wird ein Tool, welches dem Designer bereits bei der Ideenfindung hilfreich ist. Nach Eingabe der Halbzeugeigenschaften wird dem Designer für die gewünschte Biegegeometrie ein effektives, als auch effizientes Biegeverfahren zur Auswahl gestellt.

Ein weiteres Hauptaugenmerk des insgesamt 17-köpfigen Lehrstuhlteams liegt auf den Leichtbaukonzepten. Die Integration von leichten, innovativen Verbundwerkstoffen in konservativen Biegestrukturen aus Stahl und Aluminium wird vorangetrieben, aber auch als Stand-Alone-Konzept verfolgt. Neue Umformprozesse für glasfaserverstärkte Thermoplaste werden erforscht und hierzu Kennwerte ermittelt. Ein Beispiel für die Funktion dieses Konzeptes ist der Freiformroller, welcher auf dem Messestand bestaunt werden konnte. „Freiform“ steht für die freiformgebogenen Rohre, als auch für die frei umgeformten GFK-Teile, die intelligent miteinander kombiniert wurden. Im nächsten Schritt sollen diese Techniken in zukünftige Produkte sinnvoll integriert werden. Erste Ansätze konnten bereits im Bereich der Elektromobilität gefunden werden.

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