Kreis unterstützt Bau einer Überführung zum Fischbacherberg mit 1. Mio. Euro

wS/ksw  –  Siegen-Wittgenstein  –  16.11.2012  —  Chance nutzen und weiterdenken: Siegener Hauptbahnhof fit für das 21. Jahrhundert machen  —  „Der Kreis Siegen-Wittgenstein hat ein großes Interesse daran, den Hauptbahnhof in Siegen verkehrlich und baulich aufzuwerten. Er ist zentraler Dreh- und Angelpunkt für den Bus- und Bahnverkehr in der Region und zugleich eine Visitenkarte für die Stadt. Allein 11.500 Bahngäste steigen täglich hier ein, aus und um. Hinzu kommt ein Vielfaches an Busfahrgästen.“ Das machte Landrat Paul Breuer jetzt deutlich und begrüßt nachdrücklich das Engagement von Bahn und einem privaten Investor zur Modernisierung des Bahnhofsgebäudes und der Bahnanlagen. „Hierbei kommt dem Kreis als Aufgabenträger für den  Bus- und  – über ZWS und Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe, NWL) – für den Schienen-Personen-Nahverkehr eine besondere Verantwortung zu“, so Breuer.

Der Bahnhof Siegen genieße als Schlagader des öffentlichen Personennahverkehrs eine herausgehobene Bedeutung für die ganze Region. „Um dieser Bedeutung gerecht zu werden, ist die verkehrliche und bauliche Modernisierung des Bahnhofs ein Kernelement für die weitere Attraktivierung des Standorts Siegen“, unterstreicht der Landrat. Dabei verweist er auch auf die Zahl von täglich 5.000 Schülern und mehreren tausend von derzeit 17.000 Studierenden in Siegen, die täglich den Weg vom Bahnhof zu den Berufskollegs und dem Unistandort am Fischbacherberg oder zu den Bussen nehmen – bisher fast ausschließlich durch die Unterführung, „die sich in einem völlig inakzeptablen Zustand befindet und einer Großstadt unwürdig ist“, so Breuer: „Ich persönlich hole vor der Unterführung Luft, gehe schnell durch und atme erst wieder aus, wenn ich auf der anderen Seite draußen bin.“

Im Rahmen der Modernisierungsoffensive für Bahnhöfe wird die Bahn AG voraussichtlich ab 2015 die Erneuerung der Bahnsteiganlagen sowie der Zu- und Abgänge zum Bahnhof und den Bahnsteigen vornehmen. „Wir als Kreis haben gemeinsam mit dem NWL diese Pläne als Chance begriffen, über die Planungen der DB hinaus die Interessen der Region umzusetzen“, erläutert Breuer. Dazu gehört vor allem die Verlängerung der vorgesehenen Überführung der Gleise nicht nur vom Bahnhof bis zu den Bahnsteigen, sondern weiter bis zum Fischbacherberg. „Für diese Verlängerung, die die Bahn nicht aus eigenen Mitteln umsetzen würde, ist der Kreis über den NWL bereit, eine Million Euro zur Verfügung zu stellen“, so Breuer. „Damit werden wir für die zahlreichen Schüler der Berufskollegs, Studenten des Emmy-Noeter-Campus sowie die Anwohner am Fischbacher- und am Wellersberg die Erreichbarkeit von Bahnhof und Busbahnhof deutlich verbessern – was zugleich auch zu einer Steigerung der Attraktivität des ÖPNV insgesamt beiträgt“, unterstreicht Breuer.

Im Rahmen der Umbaumaßnahmen besteht zudem die einmalige Gelegenheit, auch das Bahnhofsgebäude in den Modernisierungsprozess mit einzubinden, um einen Bahnhof zu gestalten, der den Anforderungen eines Verkehrsknotens in einem Oberzentrum gerecht wird. Da aus Sicht der Bahn AG aber keine zwingende Notwendigkeit besteht, das Bahnhofsgebäude zu modernisieren, ist hier das Engagement eines privaten Investors nötig. Landrat Paul Breuer begrüßt ausdrücklich, dass sich ein heimischer Investor dieser Herausforderung stellt und gemeinsam mit Kreis und Stadt Wege und Möglichkeiten sucht, die bauliche Modernisierung des Bahnhofsgebäudes voranzutreiben.

„Ich habe viel Verständnis für das Ziel und unterstütze es nachdrücklich, das historische Erbe unserer Region zu bewahren. So werden mit ‚Siegen zu neuen Ufern‘ und dem ‚Campus Siegen Altstadt‘ die Schönheiten der Altstadt oder der Sieg deutlicher denn je zur Geltung kommen“, unterstreicht Breuer. Gleichzeitig dürfe man aber auch junge Menschen, die neu nach Siegen kommen, nicht aus dem Auge verlieren. Deshalb gelte: „Schönes Altes erhalten: Ja! Junge Leute attraktiv empfangen: Unbedingt Ja!“

Ein neues Bahnhofsgebäude werde vor allem auch den Reisenden zu Gute kommen, macht Breuer weiter deutlich. So u.a. soll die Empfangshalle erweitert und damit mehr Aufenthaltsmöglichkeiten für Reisende geschaffen werden. „Wer die Bahnhofsliegenschaften wirklich kennt sowie die tatsächliche Nutzung als Empfangsgebäude, der weiß, dass heutzutage hier kein ‚Empfang‘ stattfindet, sondern die Fahrgäste am Gebäude vorbei laufen. Das wird sich künftig ändern!“, ist der Landrat überzeugt.

Hintergrund:

Auf der Schiene bedienen sechs der acht Bahnlinien, die im Kreis Siegen-Wittgenstein verkehren, den Hauptbahnhof in Siegen. Von hier aus wird das Siegerland über die Schiene an das Ruhrgebiet (Hagen/Essen), das Rheinland (Köln) und den Rhein-Main-Raum (FFM) angebunden. Über 35 Regional-, City- und Nachtbuslinien bedienen den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) direkt gegenüber dem Hauptbahnhof. Sie stellen die Verknüpfung von Bus- und Schienenangebot her und übernehmen die Erschließung von Stadt und Umland. Das Verkehrsaufkommen steigt derzeit auch aufgrund der stark steigenden Studentenzahl der Universität Siegen weiter. Deshalb wurden erst kürzlich neue Verkehrskonzepte mit zusätzlichen Univerkehrslinien (UX 1 bis UX 3) in Betrieb genommen.

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