Lesung in der Wilhelmsburg mit Helene Düperthal

wS/hi  –  Stadt Hilchenbach  –  07.11.2012  –  Unter dem Titel „Abschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ fand Ende Oktober in der Wilhelmsburg in Hilchenbach eine Lesung statt – in Teamarbeit organisiert von der Stadtbücherei und der Buchhandlung BücherBuyEva. Die Religionspädagogin Helene Düperthal las aus ihrem Buch: „Abschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit – Dorffriedhof oder Weltall?“. Sie stimmte die interessierten Gäste mit einer kleinen Erzählung ein, deren Kernsatz „Der Tod ist die Mitte des Lebens“ im Verlauf des Abends die Grundlage für ein angeregtes und anregendes Gespräch unter den Anwesenden gab.

„Ich möchte mir meinen Baum im Friedwald schon jetzt aussuchen!“; „Meine Asche soll über dem Meer verstreut werden!“; „Ich möchte in meinem geliebten Gärtchen begraben sein!“; „Von mir aus kann meine Urne ins Weltall geschossen werden!“; „Ich weiß schon jetzt, dass ich in unserem Familiengrab liegen werde, bei meinen Lieben!“; „Aus meiner Asche soll ein Diamant gepresst werden!“ …  Wo und wie möchten Menschen bestattet werden? Was sind die persönlichen Vorstellungen? Welche Wahl bietet sich überhaupt? Bunt, nicht trauerschwarz stellen sich die aufgezeigten Möglichkeiten dar. Helene Düperthal war es ein Anliegen, dabei sowohl die Vorteile als auch die Schattenseiten aufzuzeigen.

Zum Beispiel: Immer häufiger werden anonyme Bestattungen auf speziell dafür ausgewiesenen Friedhofswiesen gewünscht, immer mehr Menschen wünschen sich Beisetzungen in Ruheforsten oder Friedwäldern. Nicht zuletzt, um die Hinterbliebenen nicht mit hohen Kosten oder aufwändiger Grabpflege zu belasten. Zumeist verfügen sie dies bereits vor dem Tod, oft auch ohne Kenntnis ihrer Angehörigen. Die nach dem Tod eines Menschen Zurückbleibenden brauchen oder wollen aber – so Helene Düperthal auf dem Hintergrund ihrer langjährigen Erfahrungen als Trauerbegleiterin – vielleicht stattdessen lieber einen wiederfindbaren Ort haben, um ihre Trauer bekunden oder sich mit ihren verstorbenen Angehörigen auf eine besondere Weise verbunden fühlen zu können. Solche unterschiedlichen Bedürfnisse sollten nach Meinung der Autorin möglichst früh und möglichst miteinander geklärt und besprochen werden.

In der Diskussion mit den Gästen fand sich – nicht nur, aber auch – diese Meinung bestätigt und es entwickelte sich, was der Autorin sehr wichtig ist: Menschen sollten noch im Leben  miteinander über den Tod  und den letzten Abschied ins Gespräch kommen. Sie sollten Wünsche und Bedürfnisse äußern, um nach gemeinsamen Wegen suchen zu können. Die Zuhörer und Zuhörerinnen bereicherten den Vortrag mit vielen Fragen und eigenen Erfahrungen. Trotz des ernsten Themas entstand in der Wilhlemsburg eine angenehm offene Atmosphäre. Alles in allem war der Abend eine ermutigende Einladung, sich rechtzeitig – weil noch entspannt und gelassen – mit dem Thema Sterben, Tod und Trauer auseinander zu setzen. Und vor allem: Darüber reden mit denen, die uns wichtig sind und denen wir es dadurch leichter machen können!

Das Buch, aus dem Helene Düperthal gelesen hat sowie zwei Kinderbücher der Autorin und eine Auswahl von weiteren Büchern zur Thematik Sterben, Tod und Begleitung in der Trauer sind zum Ausleihen für unsere Leserinnen und Leser vorhanden. Fragen Sie bitte nach, das Team der Stadtbücherei berät Sie gerne!

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