Neues Schulgesetz: Keine Lösung aus dem Landtag

wS/wi   Wilnsdorf   –   08.11.2012  –  Mit großem Interesse ist im Wilnsdorfer Rathaus das 8. Schulrechtsänderungsgesetz zur Kenntnis genommen worden. „Wie erwartet hilft es uns nicht weiter“, kommentiert Bürgermeisterin Christa Schuppler das gestern im Landtag verabschiedete Regelwerk.

Zwar könnten Schulen mit geringeren Schülerzahlen erhalten bleiben, aber das Wilnsdorfer Kernproblem steht unverändert im Raum: „Wir erhalten einfach zu wenig Lehrer, um unsere Kinder vollwertig an sieben Standorten unterrichten zu können“, so Schuppler.

Auch weiterhin werden die Lehrerstellen allein anhand der Schülerzahl bemessen – nicht nach der (Wunsch-)Zahl der zu bildenden Klassen. Eine volle Lehrerstelle gibt es für 23,42 Kinder. Die Wilnsdorfer Grundschulen werden im Schnitt der nächsten fünf Jahre 147 Erstklässler pro Jahr aufnehmen. Dafür erhalten sie sechs Lehrerstellen. Bliebe es bei sieben Grundschulstandorten, müssten diese Stellen auf das gesamte Gemeindegebiet verteilt werden. Eine massive Unterdeckung an allen Grundschulen wäre die Folge. Schon heute ist die Unterrichtsversorgung an den Wilnsdorfer Grundschulen die schlechteste im Kreis Siegen-Wittgenstein, mahnte der Schulrat des Kreises noch vor einigen Wochen. Diese Situation würde sich angesichts der weiter sinkenden Schülerzahlen noch verschärfen, käme es zum Erhalt aller Grundschulstandorte. „Was nützen uns kleine Schulen, wenn den Kindern dort die Lehrer fehlen“, hinterfragt die Bürgermeisterin.

Auch zum jahrgangsübergreifenden Unterricht enthält das 8. Schulrechtsänderungsgesetz keine neuen Botschaften. In der Regel müssen Grundschulverbünde spätestens fünf Jahre nach Errichtung in einer einheitlichen Organisation unterrichten, d.h. entweder jahrgangsübergreifend oder jahrgangsbezogen. Ausnahmen können auf Antrag von der oberen Schulaufsicht genehmigt werden. Dazu hatten sich die Wilnsdorfer Grundschulen schon deutlich positioniert: Im Vorfeld des Wilnsdorfer Ratsbeschlusses signalisierten sie am runden Tisch, an dem neben Politik und Verwaltung auch die Schulleitungen und Elternvertreter aller Standorte Platz nahmen, dass zum jetzigen Zeitpunkt außer Anzhausen keine weitere Grundschule jahrgangsübergreifend unterrichten möchte.

 

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