Taschendiebstahl: Auch Polizei in Siegen beugt vor und informiert die Bürger

wS/wf/po Siegen – 11.12.2012 – Überall dort, wo viele Menschen zusammenkommen und Gedränge herrscht, vorzugsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Bahnhöfen, Flughäfen, in Fußgängerzonen, auf Messen, Volksfesten etc., finden Taschendiebe ihre Opfer. Die Polizei in Siegen klärt nun mit einer Plakataktion: „Beutel dicht – Keine Chance für Taschendiebe“ die Bürger auf und ist verstärkt unterstützt von Mitarbeitern des Ordnungsamtes in der Stadt unterwegs.

Die Trickdiebe gehen meist arbeitsteilig in Teams vor. Vielfach werden die Opfer abgelenkt, indem ein Täter einen künstlichen Stau im Gedränge provoziert, das Opfer scheinbar unabsichtlich anrempelt oder etwa nach der Uhrzeit, dem Weg oder Ähnlichem fragt. Ein Mittäter nimmt die Geldbörse oder das Handy aus der Tasche des Opfers und verschwindet unauffällig. Auch Kunden, die in Geschäften arglos Waren betrachten, Kleidung probieren oder ihre Einkäufe erledigen, sind beliebte Opfer von Taschendieben.

Neben dem finanziellen Schaden ist ein Taschendiebstahl oft mit großem zeitlichem Aufwand und Ärger, z. B. wegen der Neubeschaffung entwendeter Dokumente, verbunden. Neben Geldbörsen stehlen Taschendiebe häufig auch Mobiltelefone. Dann sind neben dem Handy oft auch noch viele persönliche Daten, wie Adressen und Bilder usw. weg. Mit erbeuteten Debit-1 oder Kreditkarten verursachen die Täter dann häufig noch hohe Folgeschäden, wenn sie Geld vom Konto des Opfers abheben.

Taschendiebe können männlich, weiblich, alt oder jung sein. Immer häufiger werden Jugendliche und sogar Kinder als Täter festgestellt. Die Diebe sind i. d. R unauffällig gekleidet und treten freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend auf.

Das sind die bekanntesten Tricks der Langfinger:
– Drängel-/Rempeltrick: Beim Einsteigen in den Bus stolpert jemand vor Ihnen, bückt sich oder bleibt plötzlich stehen. Während Sie auflaufen oder abgelenkt sind, greift der Haupttäter in Ihre Jacke, Tasche, Rucksack o. ä..
– Stadtplan-und Spendensammler-Trick: Jemand fragt Sie nach dem Weg, hält ihnen einen Stadtplan oder eine Sammelliste vor oder bittet Sie -etwa auf Bahnhöfen -ihn an einen Fahrplanaushang oder Stadtplan zu begleiten. Während Sie sich orientieren und abgelenkt sind, plündern Mittäter Ihre Tasche.
– Geldwechsel-Trick: Sie werden gebeten, eine Münze zu wechseln. Während Sie das Münzfach Ihrer Geldbörse öffnen werden Sie vom Täter abgelenkt, der seine Münze in die Börse wirft, auf das gewünschte Kleingeld zeigt oder Sie anderweitig irritiert. Dabei stiehlt er die Banknoten aus dem Geldscheinfach.
– Flecken-Trick: Nach einem Bankbesuch werden Sie „versehentlich“ mit Ketchup, Eis oder einer Flüssigkeit bekleckert; beim wortreichen Reinigungsversuch verschwindet das gerade abgehobene Geld aus Ihrer Handtasche. Die Tricks sind vielfältig -eins ist aber immer gleich: Die Täter nutzen sorgloses und unachtsames Verhalten oder die Hilfsbereitschaft ihrer Opfer aus. Daher können Sie durch Aufmerksamkeit, gesunde Skepsis und richtiges Verhalten selbst viel tun, um sich vor Schäden durch Taschendiebe zu schützen.

So schützen Sie sich vor Taschendiebstahl:
– Seien Sie wachsam und rechnen Sie vor allem in großen Menschenmengen damit, dass potenzielle Täter Sie ablenken wollen, um Sie zu bestehlen. Bleiben Sie misstrauisch, wenn fremde Personen Sie ansprechen -mit welchem Anliegen auch immer.
– Bewahren Sie Wertsachen und Dokumente nicht in der Handtasche auf, sondern verteilen Sie diese in verschlossenen Innentaschen Ihrer Oberbekleidung. Empfehlenswert ist auch die Verwendung von Brustbeuteln, Gürtelinnentaschen oder sogenannten Geldgürteln.
– Tragen Sie Ihre Hand-oder Umhängetasche stets verschlossen unter dem Arm geklemmt und mit dem Verschluss zum Körper. In Geschäften, Fußgängerzonen oder ähnlich belebten Bereichen sollten Sie auch Rucksäcke immer verschlossen unter dem Arm tragen.
– Verstauen Sie Wertgegenstände, wie Mobiltelefon, Geldbörse und Schlüsselbund beim Einkauf nicht in der Einkaufstasche, dem Einkaufskorb oder einem Einkaufswagen und legen Sie Ihre Geldbörse beim Bezahlen an der Kasse nicht aus der Hand.
– Lassen Sie Gepäck und Wertsachen nie aus den Augen. Geldbörsen, Mobiltelefone, Schlüssel usw. niemals in Kleidungsstücken lassen, die Sie an Kleiderhaken oder über einen Stuhl hängen. Hängen Sie Ihre Tasche in Restaurants nicht über die Stuhllehne. Legen Sie die Tasche auf Ihren Schoss oder fixieren Sie sie auf dem Boden zwischen Ihren Füßen. Legen Sie Ihr Mobiltelefon nicht offen auf den Tisch sondern behalten Sie es in einer verschlossenen Tasche.
– Führen Sie nur soviel an Bargeld mit, wie Sie brauchen. Nehmen Sie Debit-oder Kreditkarten nur dann mit, wenn Sie sie einsetzen wollen.
– Notieren Sie sich Ihre Geldkartendaten, sowie die Geräte-Nummer (IMEI) Ihres Mobiltelefons zu Hause in Ihren Unterlagen. Bewahren Sie diese Notizen niemals in Ihrer Handtasche, Geldbörse o. ä., sondern immer Zuhause auf.
– Notieren Sie niemals die PIN2-Codes von Debit-oder Kreditkarten sowie Mobiltelefonen, sondern lernen Sie diese auswendig.

Wenn Sie doch einmal Opfer geworden sind oder eine Tat beobachten:
– Verständigen Sie umgehend die Polizei über Notruf 110.
– Machen Sie auf den Dieb aufmerksam und fordern Sie umstehende Passanten auf, Ihnen zu helfen.
– Kümmern Sie sich um andere Menschen, die gerade Opfer geworden sind und bieten Sie Ihre Hilfe an.
– Prägen Sie sich das Aussehen des Täters möglichst genau ein und stellen Sie sich als Zeugin/Zeuge zur Verfügung.
– Melden Sie den Diebstahl amtlicher Dokumente umgehend Ihrer kommunalen Verwaltungsstelle, bei ausländischen Dokumenten Ihrem Konsulat.
– Lassen Sie beim Diebstahl Ihrer Geldbörse auf einer Polizeiwache sofort die Debit- oder Kreditkarten sperren. Alternativ dazu steht Ihnen unter der Telefonnummer 116 116 ein gebührenfreier Sperrnotruf zur Verfügung.
– Wenn Wohnungs-oder Fahrzeugschlüssel entwendet wurden, lassen Sie die Schließzylinder schnellstmöglich austauschen.

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Fotos: wirSiegen.de

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