Polizei warnt russischsprachige Mitbürger vor Schockanrufen

wS/ots Siegen-Wittgenstein – Die Polizei informiert die russischsprachigen Mitbürger:
Die Polizei warnt vor Betrügern!

Immer mehr kommt es zu Anrufen bei älteren alleinstehenden Menschen. Betrüger täuschen in deutscher oder russischer Sprache vor, einem Familienmitglied sei etwas Schlimmes passiert und man benötige dringend Geld für eine Notoperation oder ähnliches. Auch kam es schon zu Behauptungen, ein Familienmitglied werde von der Polizei eingesperrt, wenn man nicht zahle. Nicht selten geben sich die Anrufer als Polizisten oder Rechtsanwälte aus.

Die Polizei rät daher: – Gehen Sie nicht auf die Forderungen ein und legen Sie sofort auf – Notieren Sie, wenn möglich, die angezeigte Telefonnummer oder die Ihnen genannte Rufnummer – Rufen Sie nicht zurück, auch wenn Sie dazu aufgefordert werden – Rufen Sie sofort ihre Familienangehörigen, ihren Pflegedienst oder ihre Nachbarn an (Rufnummer griffbereit) – Wenden Sie sich schnell an die Polizei – Notruf 110 oder jede andere Polizeidienststelle

Lassen Sie es nicht zu, dass Betrüger von Ihrem ersparten Geld leben!

Am gestrigen Donnerstag erhielten im Siegen-Wittgensteiner Kreisgebiet gleich drei russischstämmige Mitbürger derartige Schockanrufe. In Wilnsdorf traf es eine 49-jährige Frau, der der Anrufer mit gebrochener Stimme vortäuschte, ihr Sohn zu sein, der soeben auf einer Treppe einen Unfall mit einem Kind gehabt habe. Dabei habe er auch das Kind schwer verletzt und beide würden jetzt im Krankenhaus liegen. Da er aufgrund der Verletzung im Mundraum nicht so gut mit seiner Mutter sprechen könne, reichte er den Hörer an seinen vermeintlichen russischen Anwalt weiter. Dieser „feine“ Herr nun gab vor, dass das verletzte Kind schon nicht ansprechbar sei. Um keine Anzeige zu erstatten, die Polizei nicht ins Spiel zu bringen und die ersten Kosten für das verletzte Kind zu decken, verlangte er die sofortige Zahlung von 30 000 Euro. Als die Frau angab, zur Zeit nicht über so viel Geld im Haus zu verfügen, forderte der angebliche Anwalt, sofort im Haus alles an Bargeld und Verwertbarem zusammen zu kratzen, da er jetzt gleich im Namen des Sohnes das Geld bei ihr abholen würde. Da die ganze Sache der erschrockenen und verängstigten Mutter aber dennoch irgendwie komisch vorkam, bat sie den Anwalt darum, eben bei ihrem Sohn anrufen und sich vergewissern zu dürfen. Gleichzeitig weiter mit dem Anwalt telefonierend, rief sie mit ihrem Handy ihren tatsächlichen Sohn an. Als dieser den Anruf glücklicher weise auch entgegen nahm, legte der angebliche Anwalt sofort auf und das Gespräch war beendet.

In Netphen kam es dann noch zu zwei weiteren versuchten Schockanrufen. In Salchendorf behauptete der anrufende russische „Anwalt“, der Ehemann der Angerufenen befände sich auf der Polizeiwache, weil er zuvor ein britisches Mädchen erheblich verletzt habe, so dass dieses nun operiert werden müsse. Um einer Strafverfolgung zu entgehen, sollte die Ehefrau sofort 40 000 Euro für ihren Ehemann aufbringen. Auch hier blieb es aber Gott sei Dank beim versuchten Betrug – und die Anrufer gingen auch in diesen beiden Netphener Fällen leer aus.

In allen drei Fällen begann die im Display bei den Angerufenen angezeigte Anrufnummer übrigens mit 0037…(weiteres nicht bekannt).

Die Polizei schließt weitere gleichgelagerte Anrufe nicht aus und rät daher zu den bereits oben aufgeführten Vorsichtsmaßnahmen.

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