SPD-Kreistagsfraktion besichtigte Bürgerwindpark

wS/spd Hilchenbach – Zahlreiche Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion Siegen-Wittgenstein besichtigten jetzt den Bürgerwindpark Hilchenbach, der 2007 etwas östlich der Verbindungsstraße Hilchenbach-Heinsberg entstanden ist. Um nicht mit einer älteren Trassenplanung für die A 4 zu kollidieren, mussten die fünf Windkraftanlagen unterhalb des Kamms errichtet werden. „Um dennoch die oberen Luftschichten mit den ungebremsten Windgeschwindigkeiten erreichen zu können, haben unsere Anlagen mit knapp 140 (Nabe) bzw. 179 Metern (Flügelspitze) eine beachtliche Höhe“, erläuterte Günter Pulte, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft ,Rothaarwind’. Die damaligen Typen des Herstellers waren nicht so hoch und mussten daher für das Hilchenbacher Projekt weiterentwickelt werden. „Inzwischen hat sich genau dieser Typ zu einem Verkaufsschlager entwickelt“, so Pulte.

Für die fünf Anlagen ist eine Jahresgesamtleistung von 23,5 Millionen Kilowattstunden veranschlagt. Mit dieser Strommenge können 6.700 private Haushalte versorgt werden. SPD-Regionalratsmitglied Roland Abel zeigte sich beeindruckt und erklärte: „Die beschlossene Energiewende erfordert einen Ausbau der regenerativen Energien. Gerade auch die Windkraft kann maßgeblich dazu beitragen, künftig den Strombedarf unseres hochindustrialisierten Landes auf umweltschonende Weise zu decken.“ Windparks in kommunaler Regie oder so zu errichten, dass sich einzelne Bürger daran beteiligen können, hält Fraktionsvorsitzender Michael Sittler für „ausgesprochen sinnvoll“, wie er betonte. Der SPD-Politiker fügte hinzu: „Windkraftanlagen sind immer auch mit einem sichtbaren lokalen Eingriff in das Landschaftsbild verbunden. Es ist daher von Vorteil und erhöht die Akzeptanz, wenn der wirtschaftliche Nutzen derartiger Anlagen vor Ort verbleibt.“

Neben der Stadt Hilchenbach sind 87 hier wohnende Bürger als Gesellschafter am Windpark beteiligt. Weiter hob Günter Pulte hervor, dass der Windpark durch Unternehmen aus der Region geplant wurde, was bei einem Großinvestor sicherlich nicht der Fall gewesen wäre. Der Geschäftsführer lobte die Zusammenarbeit mit der Stadt Hilchenbach und „die vernünftige Entscheidung der Grundeigentümer, die Fläche an einen regionalen Betreiber zu verpachten“. Die längerfristige Eigenkapitalrendite der Anleger bezifferte Pulte auf rund 6 Prozent. Und noch ein interessanter Punkt: Sollte das Projekt wider Erwarten scheitern, wäre der Rückbau der Windkraftanlagen durch eine Bankbürgschaft finanziell gesichert. Das ist inwischen gesetzlich vorgeschrieben. „Wäre das bei Atomkraftwerken auch so gewesen, hätten wir heute gewisse Probleme nicht“, meinte Roland Abel, stellvertretender SPD-Fraktionchef.

Günter Pulte richtete den Blick auch in die Zukunft und deutete eine mögliche Erweiterung des Bürgerwindparks an. Ein im Grenzbereich zwischen Kirchhundem und Hilchenbach liegendes Areal nordöstlich der Oberndorfer Höhe – mit weitem Abstand zur nächsten Wohnbebauung – wäre dafür möglicherweise geeignet. Es gebe zurzeit erste Vorplanungen. Michael Sittler bezeichnete diese Überlegung als interessant und unterstrich: „Gerade auch bei der Errichtung neuer Windparks müssen benachbarte Kommunen eng zusammenarbeiten.“ Der SPD-Fraktionsvorsitzende dankte dem Geschäftsführer für die gewährten Einblicke und wünschte ‚Rothaarwind’ weiterhin viel Erfolg.

Zahlreiche Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion besichtigten jetzt den Bürgerwindpark in Hilchenbach; ihr Gesprächspartner war Geschäftsführer Günter Pulte (links) von der Betreibergesellschaft ‚Rothaarwind’.

Foto und Bericht: Bernd Dehmel

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