Siegens Kaffeehauskultur vor Erstem Weltkrieg

(wS/si) Siegen – In einem neuen Online-Artikel in der Rubrik „Klick in die Vergangenheit“ widmet sich das Stadtarchiv Siegen ganz den süßen Gaumenfreuden aus dem Jahr 1914. Ganz gleich ob köstliche Torten, kunstvoll verzierte Dessertspeisen, oder hochfeine Schokoladensorten: In den Cafés der Siegener Oberstadt vor rund hundert Jahren blieb kein süßer Wunsch unerfüllt. Konditormeister Rudolf Schubert erlernte sein Handwerk im legendären Café Kranzler in Berlin. Er eröffnete 1901 sein erstes Kaffeehaus am Kornmarkt, das zu den Top-Adressen für Feingebäck und raffinierte Süßwaren zählte. Zwei weitere Cafés in der Löhrstraße und der Bahnhofstraße folgten noch vor Beginn des Krieges.

Foto-Ansichtskarte des Cafés von Rudolf Schubert am Kornmarkt vor 1912. (Stadtarchiv Siegen, Sammlungsbestand Nr. 437). Foto: Stadtarchvi

Foto-Ansichtskarte des Cafés von Rudolf Schubert am Kornmarkt vor 1912. (Stadtarchiv Siegen, Sammlungsbestand Nr. 437). Foto: Stadtarchiv

Die überraschend Vielfalt der Delikatessen geht aus einer Speisekarte hervor, die im Stadtarchiv Siegen aufbewahrt wird. Sie führt unzählige kulinarische Meisterwerke auf, die jedes Leckermaul verzücken: gefüllte Torten mit Krokant, edle Pralinés oder Sahnespezialitäten mit Ananasfrüchten.

Neben der großen Auswahl an Leckereien fällt auch die breite Palette von Kolonialwaren auf. So gehörten vitaminreiche Zitrusfrüchte aus Übersee bereits damals zum Standardsortiment vieler Lebensmittelhändler und fanden ihren Weg auch in die Backstuben der Siegener Konditoren.

Auf der Homepage des Stadtarchivs können Geschichtsinteressierte und Naschkatzen mehr darüber erfahren, was damals unter dem Krönchen auf zarten Tellerchen serviert wurde.

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