CDU-Kreisvorstand stellt sich hinter Forderung für eine Medizinische Fakultät

(wS/red) Siegen 26.04.2016 | „Von der gesundheitlichen Versorgung wird immer mehr die Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit einer Region abhängen“, unterstreicht Volkmar Klein MdB die wachsende Bedeutung dieser Thematik für Siegen-Wittgenstein. Deshalb brauche dieses Politikfeld auch mehr Beachtung, so seine Aussage in der letzten CDU-Kreisvorstandssitzung.

CDU_LogoInsofern freut sich der CDU-Kreisvorsitzende über die Ausarbeitung des Gesundheitspolitischen Arbeitskreis (GPA), der unter Leitung der Vorsitzenden Dr. Uta Butt (Kreuztal) dem Leitungsgremium der heimischen Union jetzt den Entwurf eines Positionspapieres vorlegte. Mitautoren sind GPA-Mitglied Dr. René Burchhardt und der CDA Kreisvorsitzende Hartmut Steuber. Sie fordern insoweit eine Neupositionierung für Südwestfalen. Der CDU-Kreisvorstand stellte sich einstimmig hinter die Aussagen und Empfehlungen.

Das Papier beginnt mit drei Thesen:

  • 1. Die demografische Entwicklung ist eine zentrale sozioökonomische Herausforderung insbesondere für ländliche Regionen. Der Anteil „hochaltriger“ Personen steigt, es wird altersbedingt mehr multimorbide und/oder pflegebedürftige Personen geben. Der Bedarf an medizinischer Betreuung steigt. Prävention, rechtzeitige und qualifizierte Anamnese und Behandlung sorgen dafür, gesünder älter zu werden.
  • 2. Gleichzeitig beobachten wir, dass es immer schwieriger wird, frei werdende Arztsitze wieder zu besetzen. Schon heute sind in der Region der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe ca. 300 Hausarztsitze verwaist. 1.757 der 4.977 Hausärzte in Westfalen sind älter als 60 Jahre. Auch aus der stationären Versorgung sind die Klagen über eine nicht hinreichende Stellenbesetzung von Ärztinnen und Ärzten bekannt. Parallel ist die Zahl der Studierenden der Medizin rückläufig (WS 1992/1993 eingeschriebene Studierende: 20.970. WS 2011/2012 eingeschriebene Studierende: 16.460). Flexible Arbeitszeitmodelle, Arbeitszeitreduzierung, Kindererziehungszeiten, die Europäische Arbeitszeitverordnung, u.a. führen dazu, dass etwa 30% mehr Ärzte gebraucht werden, um die bestehende Versorgung aufrecht zu erhalten. Vor diesem Hintergrund werden dringend mehr Medizinstudienplätze benötigt. Sieben staatliche Hochschulen in NRW bilden angehende Ärzte aus. Nur zwei dieser Hochschulen befinden sich in Westfalen (Bochum, Münster).
  • 3. Die Gesundheitswirtschaft zählt zu den innovativen Zukunftsmärkten. Von der industriellen Forschung und Entwicklung bis hin zu handwerklichen Leistungen in der erweiterten Krankenversorgung entstehen hoch qualifizierte und spezialisierte Arbeitsplätze.

Vor diesem Hintergrund muss sich Südwestfalen neu positionieren. Die Gesundheitsregion Südwestfalen ist breit gefächert. Dabei steht sie einerseits für Werkstoffe und Techniken in der technologischen Gesundheitswirtschaft und ist seit 2009 einer der führenden sechs Standorte in Nordrhein‐Westfalen. Technische Möglichkeiten werden immer wichtiger, um eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung der Bevölkerung aufrecht zu erhalten. „Qualität und Erreichbarkeit sind die Stichworte, auf die der ländliche Raum besonders achten muss“, bringt Anke Fuchs-Dreisbach ihre Auffassung zum Ausdruck.

Gut findet sie, wie sich zahlreiche Orte durch Angebote der Rehabilitation und Prävention profilieren. Daneben, und dabei wird sie von Jens Kamieth MdL unterstützt, ist für die Zukunft ausdrücklich ein Schwerpunkt in der medizinischen Hochschulausbildung zu setzen.

Das Votum des heimischen CDU-Landtagsabgeordneten: „Durch die Einrichtung eines Studiengangs Humanmedizin an der Universität Siegen besteht die einmalige Möglichkeit, das wissenschaftlich technische Potential der Universität mit der Universitätsmedizin zu verknüpfen und zu nutzen. Gleichzeitig würde eine geographische Schieflage in der Medizinerausbildung geschlossen.“

Weiter heißt es dazu im GPA-Papier: „Die klassische Medizinerausbildung mit Staatsexamen ist zu bevorzugen, um die Akzeptanz der Ärztekammern sicher zu stellen und „Vollwertige Ärzte“ auszubilden“.

Angestrebt werden sollte ein Modellstudiengang, in dem die Universität in jedem Ausbildungsabschnitt geeignete Krankenhäuser, ärztliche Praxen und andere Einrichtungen der ambulanten ärztlichen Krankenversorgung einbeziehen kann.

Unterstützung findet die Idee „Medizinische Fakultät für Südwestfalen“ ausdrücklich durch Volkmar Klein: „Meines Erachtens bietet die Universität Siegen dafür gute Voraussetzungen“. Vorstellbar ist die Verzahnung mit der medizinischen Informatik, da der ärztliche Beruf mehr und mehr durch die Technisierung geprägt ist (E-Health).

Die Uni Siegen bietet bereits heute viele medizinnahe Lehrangebote, insbesondere im Fachbereich Biologie. Viele Institute haben bereits Forschungsprojekte mit Medizinern durchgeführt. Kliniken in Südwestfalen deckten Großteile der geforderten klinischen Ausbildung ab, eine Reihe sind bereits akademische Lehrkrankenhäuser.

Der CDU-Kreisverband fordert nach seiner Beratung die NRW-Landesregierung auf, eine solche Weiterentwicklung der Siegener Universität mit allen Kräften zu unterstützen.

Durch die engagierte Zusammenarbeit der Akteure der Region könne ein attraktives Studienangebot geschaffen werden. Durch gute Weiterbildungsmöglichkeiten, fachliche Entwicklungsmöglichkeiten und Hilfen bei der Niederlassung kann es gelingen, Ärztinnen und Ärzte für die haus- und fachärztliche Versorgung Südwestfalens zu gewinnen. Eine medizinische Fakultät ist ein südwestfälisches Anliegen, zieht CDU-Kreisvorsitzender Volkmar Klein das Fazit.

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