Nach Anstieg der Arbeitslosen im März: Frühling macht sich auf dem Arbeitsmarkt leicht bemerkbar

(wS/red) Siegen-Wittgenstein/Olpe 28.04.2016 | „Auch wenn das kalte Wetter der letzten Tage etwas anderes vermuten lässt, auf dem Arbeitsmarkt herrscht Frühling“, verkündet Dr. Bettina Wolf. Die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Siegen präsentiert gute Ergebnisse vom Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosigkeit ist im April in Siegen-Wittgenstein und Olpe um 238 Personen auf 11.382 Personen gesunken. Die Arbeitslosenquote sinkt von 5,0 auf 4,9 Prozent. Im April 2015 lag sie noch bei 5,3 Prozent.

Dr. Bettina Wolf, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Siegen. (Foto: Arbeitsagentur)

Dr. Bettina Wolf, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Siegen. (Foto: Arbeitsagentur)

„Nachdem im März die Arbeitslosigkeit saisonuntypisch gestiegen ist, erleben wir nun einen deutlichen Frühjahrseffekt auf dem Arbeitsmarkt“ analysiert die Chefin der Siegener Arbeitsagentur. Im Frühjahr sinkt die Arbeitslosigkeit für gewöhnlich, da viele Außenberufe wie Gärtner oder das Bauhandwerk wieder Mitarbeiter einstellen. Die Arbeitslosigkeit gehe aber nicht nur saisonbedingt zurück betont Dr. Wolf. Auch die gute wirtschaftliche Lage trage zur guten Situation bei, das zeige der Vergleich mit dem Vorjahr. Im April waren 774 Menschen mehr arbeitslos. „Viele dieser Menschen konnten wir unabhängig von Saisoneffekten nachhaltig in Arbeit vermitteln“, betont Dr. Wolf.

Deutlich weniger arbeitslose SGB II-Empfänger

Die Zahl der arbeitslosen SGB II-Empfänger – umgangssprachlich Hartz 4 – ist seit April 2015 um 517 Personen gesunken. Damit waren im April im Rechtskreis der beiden Jobcenter (SGB II) 7.414 Menschen arbeitslos. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist ebenfalls gesunken: Im vergangenen März waren 70 Personen mehr langzeitarbeitslos und im April 2015 sogar 326. „Die Nachfrage nach Fachkräften ist sehr hoch. Daher können wir Langzeitarbeitslose direkt vermitteln oder wir bereiten sie gemeinsam mit den beiden Jobcentern Kreis Siegen-Wittgenstein und Kreis Olpe mit gezielten Qualifizierungen und Förderungen auf die Arbeitsaufnahme vor“, erklärt Dr. Bettina Wolf. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Bereich SGB II ist daher zum Teil auf arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zurückzuführen. Im Rechtskreis der Arbeitsagentur (SGB III) sinkt die Zahl der Arbeitslosen verglichen mit März um 184 Personen auf 3.968 Männer und Frauen. Vor einem Jahr waren 257 Personen mehr arbeitslos.

Rekord: 2.725 freie Stellen

Im Agenturbezirk Siegen sind derzeit 2.725 Stellen zu besetzen. Ein Rekord, hebt Dr. Wolf hervor, denn noch nie seien so viele freie Stellen bei der Arbeitsagentur gemeldet gewesen. Im April gibt es 37 freie Stellen mehr als im Vormonat und 186 mehr als vor einem Jahr. Neu eingeworben hat der Arbeitgeber-Service der Agentur 923 freie Stellen.

Zwar stieg der Bestand offener Stellen auch im Kreis Siegen-Wittgenstein leicht an, doch der Arbeitgeber-Service konnte nicht mehr so viele neue Stellen einwerben wie im Vormonat. „Wir wissen um die Situation im Maschinen- und Anlagenbau. In dieser Branche werden zurzeit weniger freie Stellen ausgeschrieben“, analysiert Dr. Bettina Wolf. Der hohe Bestand zeige jedoch, dass die wirtschaftliche Lage in der Region insgesamt sehr gut sei und die Unternehmen zunehmend Probleme haben, freie Stellen zu besetzen. „Ich gehe davon aus, dass der Bestand auch in den kommenden Monaten hoch bleibt und noch weiter steigen wird“, prognostiziert Dr. Wolf und ergänzt: „Fachkräfte haben sehr gute berufliche Perspektiven in der Region.“

Arbeitslosigkeit sinkt im Kreis Siegen-Wittgenstein

Im April waren in Siegen-Wittgenstein 8.187 Menschen ohne Arbeit, 115 weniger als im März. Die Arbeitslosenquote sinkt um 0,1 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent. Letztes Jahr lag die Quote bei 5,8 Prozent, damals waren 587 Personen mehr arbeitslos. Von den Arbeitslosen sind im April 5.490 Personen Kunden des Jobcenters Kreis Siegen-Wittgenstein. Das sind 35 Personen weniger als im März und 411 oder 7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Zahl der Arbeitslosen sinkt im Kreis Olpe im April um 123 Personen auf 3.195 Personen. Die Arbeitslosenquote sinkt von 4,3 auf 4,1 Prozent, im Vorjahr lag sie bei 4,4 Prozent. Verglichen mit April 2015 sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 187 Personen. Das Jobcenter Kreis Olpe betreute im April 1.924 Arbeitslose. Das sind 19 Personen weniger als im März und 106 weniger als im letzten Jahr.

Arbeitslosenquote im Kreis Olpe sinkt auf 4,1 Prozent

Für die kommenden Monate rechnet die Leiterin der Siegener Arbeitsagentur mit konstanten Rahmenbedingungen: „Die wirtschaftliche Lage ist insgesamt sehr gut und dabei stabil. Die Nachfrage nach Fachkräften wird hoch bleiben. Das gibt uns die Chance über gezielte Förder- und Qualifizierungsmaßnahmen auch Langzeitarbeitslose und motivierte Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren.“

Im Kreis Siegen-Wittgenstein gibt es seit diesem Jahr mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. Während die Zahl der Bewerber um 149 auf 1.757 gesunken ist, haben die Betriebe bis April bereits 1.786 Lehrstellen gemeldet. Das sind 80 mehr als im letzten Jahr. Auf einen Bewerber kommen nun 1,02 Ausbildungsstellen. Im Vorjahr waren es noch 0,9 Stellen und im April 2014 waren es 0,7 Stellen. „In Zukunft wird es dauerhaft weniger Bewerber als Ausbildungsstellen geben“, unterstreicht Dr. Bettina Wolf: „Darum unterstützen unsere Vermittlerinnen und Vermittler die Betriebe auch bei der Suche nach Auszubildenden aus anderen Regionen, in denen es noch mehr Bewerber gibt.“ Im Kreis Siegen-Wittgenstein sind noch 784 Ausbildungsstellen unbesetzt, auf der Suche nach einer Lehrstelle sind noch 739 Jugendliche.

Mehr Ausbildungsplätze als Bewerber

Auch im Kreis Olpe gibt es wieder deutlich mehr Ausbildungsstellen als Bewerber. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber, die sich bei der Agentur gemeldet haben, ist im Vergleich zum Vorjahr um 58 auf 1.002 gestiegen. Gleichzeitig ist die Zahl gemeldeten Ausbildungsstellen um 6,3 Prozent auf 1.283 gesunken. Auf einen Bewerber kommen so 1,3 Stellen. Die leicht gestiegene Bewerberzahl ist für Dr. Wolf aber kein Effekt, der den demographischen Wandel widerlegt. „In den vergangenen Monaten haben wir bei den jungen Menschen sehr stark für unsere Berufsberatung geworben“, erklärt Dr. Wolf: „Trotz der vielen freien Stellen ist die Ausbildungsplatzsuche kein Selbstläufer, sondern die Jugendlichen müssen sich genau informieren und auch Berufsalternativen bedenken.“ Auf der Suche nach einer Lehrstelle sind noch 442 Jugendliche, unbesetzt sind 480 Ausbildungsstellen.

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