Wandern im Neunkirchener Wald

Starkes Ehrenamt mit viel Eigenleistung machte neues Wanderwegenetz möglich

(wS/red) Neunkirchen 13.06.2016 | Wanderer sollen es künftig leichter haben, sich in den Waldgebieten rund um Neunkirchen zu orientieren. Die Gemeindeverwaltung und ein starkes Ehrenamt haben in den vergangenen Monaten die Weichen für neue Wanderwege und eine einheitliche Beschilderung im Gemeindegebiet gestellt. Der Ortsteil Zeppenfeld machte den Anfang.

Mit vereinten Kräften. Die Mitglieder des Heimatvereins haben in den vergangenen Wochen ganz Arbeit geleistet und ihren Ortsteil mit insgesamt 17 Wegweisern ausgestattet. Mit neuen Hinweisschildern ist dieses Exemplar wohl eines der informativsten. Fotos: Gemeinde Neunkirchen)

Mit vereinten Kräften. Die Mitglieder des Heimatvereins haben in den vergangenen Wochen ganz Arbeit geleistet und ihren Ortsteil mit insgesamt 17 Wegweisern ausgestattet. Mit neuen Hinweisschildern ist dieses Exemplar wohl eines der informativsten. Fotos: Gemeinde Neunkirchen)

61 Pfosten mit insgesamt 90 Hinweisschildern sollen „die Wanderfreunde durch unsere schöne und waldreiche Umgebung führen“ wie es Bürgermeister Bernhard Baumann formuliert. Außerdem sind sechs neue Wanderwege mit einer Gesamtlänge von rund 26 Kilometern entstanden. Der Weg entlang der ehemaligen Wassergewinnungsanlage Hohe Struth in Zeppenfeld ist mit etwas mehr als 2 Kilometern der kürzeste Weg und eignet sich auch für den Sonntagsspaziergang mit der Familie. Durch Struthütten und das angrenzende Neunkirchen führt mit einer Gesamtlänge von 9,5 Kilometern der längste und anspruchsvollste der Ortsteilwanderwege.

„Die Idee, die Neunkirchener Wälder erwanderbarer zu machen, entstand in den Dorfgesprächen, deren Startschuss vor vier Jahren fiel“, informiert Tourismusreferentin Sonja Berg, die auch die Projektgruppe „Natur, Tourismus, Kultur“ begleitet. Zunächst habe man den Wanderweg „Ansichten-Aussichten“, der mit einer Länge von fast 40 Kilometern Länge für viele Wanderfreunde an einem Tag nicht zu bewältigen sei, in kleinere Abschnitte unterteilen wollen. Dann entstand im Zuge der Wanderwegerevision die Idee, schöne Strecken in den Ortsteilen zu neuen und attraktiven Wanderwegen zu formieren. Und schließlich wurde in der Projektgruppe auch das Thema Beschilderung diskutiert. Diese war bis dato in Neunkirchen weder einheitlich noch flächendeckend vorhanden.
„Ziel der Beschilderung ist, den Bürgern und Besuchern die Möglichkeit zu geben, sich auch ohne Wanderkarte im Wald orientieren und Sehenswürdigkeiten besuchen zu können“, erklärt Berg. Doch dafür war jede Menge Vorarbeit nötig: Um aktuelle Schilder aufstellen zu können, mussten im Vorfeld die Wanderwege in den Ortsteilen bestimmt werden. Hier kam den Heimatvereinen eine tragende Rolle zu. „Sie kennen die schönsten Strecken, die durch ihre Orte führen. Und sie wissen, wo die besten Plätze für Hinweisschilder sind.“

Es ist vollbracht! Sonja Berg beglückwünscht die Zeppenfelder Heimatfreunde, allen voran Rüdiger Eisel, für die gute Arbeit und den ersten komplett montierten Wegweiser.

Es ist vollbracht! Sonja Berg beglückwünscht die Zeppenfelder Heimatfreunde, allen voran Rüdiger Eisel, für die gute Arbeit und den ersten komplett montierten Wegweiser.

Doch insbesondere die Installation neuer Wanderwege war mit einem großen Verwaltungsakt verbunden. „Wir bekamen die Maßgabe neue Wegezeichner ausbilden zu lassen, die sich künftig um das Wanderwegenetz kümmern sollen. Zuvor mussten Genehmigungen für die neuen Wege eingeholt werden. Der SGV musste die Landschaftsbehörde sowie Wald und Forst‚ ins Benehmen setzen.“ Dies alles habe viel Zeit in Anspruch genommen, so Berg.

Nach dem OK für die Wege waren die Wegweiser an der Reihe. Es mussten Standorte bestimmt, Entfernungen berechnet und Koordinaten ermittelt werden – eine zeitintensive Aufgabe, für die in anderen Kommunen ein Planungsbüro beauftragt wird. In Neunkirchen übernahm diese Aufgabe der Zeppenfelder Heimatvereinsvorsitzende Rüdiger Eisel. „Rüdiger Eisel hat einen großartigen Job gemacht, sehr viel Freizeit und sicher auch Nerven investiert, um dieses Projekt zu realisieren. Dafür sind wir unglaublich dankbar“, lobt Bürgermeister Bernhard Baumann den Einsatz des Ehrenamtlers.

Rüdiger Eisel in Aktion. Der Vorsitzende des Zeppenfelder Heimatvereins hat in Kooperation mit den Heimatvereinen nicht nur die Standorte für alle Hinweisschilder dokumentiert, Entfernungen berechnet und alle Grundlage für die Schilder geliefert. Natürlich packt er auch bei der praktischen Umsetzung mit an.

Rüdiger Eisel in Aktion. Der Vorsitzende des Zeppenfelder Heimatvereins hat in Kooperation mit den Heimatvereinen nicht nur die Standorte für alle Hinweisschilder dokumentiert, Entfernungen berechnet und alle Grundlage für die Schilder geliefert. Natürlich packt er auch bei der praktischen Umsetzung mit an.

In jedem Ortsteil traf sich Eisel u.a. mit den zuständigen Heimatvereinsmitgliedern und Waldbesitzern. Vor Ort wurden die optimalen Standpunkte für die Hinweisschilder diskutiert, zu erreichende Wanderziele festgelegt und die Koordinaten bestimmt. Anschließend übertrug Eisel die gewonnen Erkenntnisse in Tabellen und lieferte letztlich sogar die Vorlagen für die zu druckenden Schilder. „Etwa ein halbes Jahr bin ich in den sechs Ortsteilen unterwegs gewesen und habe zuhause die richtigen Entfernungsangaben berechnet“, so Eisel. „Es war aufwändig, aber wenn ich nun das Ergebnis sehe, dann weiß ich, dass sich die viele Arbeit gelohnt hat.“

Die Hinweisschilder sind hinsichtlich Design und Informationen an die des Rothaarsteigs angelehnt und komplett in Neunkirchen gefertigt worden: Die Pfosten aus Lärchenholz stammen vom Sägewerk Krah, die Firma Thomas hat die Schilder aus Aluminium hergestellt.

In den kommenden Monaten sollen die Hinweisschilder, vorwiegend in Eigenleistung, teils durch Unterstützung des Bauhofs, in allen Ortsteilen aufgestellt werden. Ein kulinarischer Wanderweg über einige der neuen Strecken ist geplant. Und auch eine Wanderkarte, die die neuen Wege ausführlich darstellt soll im kommenden Jahr auf den Markt kommen.

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