Hilchenbach: Uni Siegen zu Besuch im Stadtarchiv Hilchenbach

(wS/red) Hilchenbach 17.12.2019 | Uni Siegen zu Besuch im Stadtarchiv Hilchenbach

Am vergangenen Mittwoch besuchte Dr. Thomas Bartolosch von der Universität Siegen mit 18 Studierenden seines Seminars „Außerschulische Lernorte“ das Stadtarchiv Hilchenbach. Die angehenden Sachkundelehrerinnen und -lehrer für Grundschulen lernen vor Ort einerseits das Archiv als geschichtsbewahrende und rechtssichernde Institution kennen, andererseits regt es sie zu Überlegungen an, wie Grundschüler Geschichte jenseits von Museen erleben können.

Dr. Bartolosch betonte in seinem Vortrag, dass die Erfahrbarkeit der Dimensionen von Raum und Zeit im Sachunterricht der dritten und vierten Klasse eine zentrale Rolle spielen. Der Dozent erklärte, wie man mit Schülern praktisch und projektbezogen im Stadtarchiv Hilchenbach arbeiten könne, „Indem man zum Beispiel das Stadtbild, Straßenzüge oder historische Gebäude auf Abbildungen des Archivs mit dem heutigen Zustand vergleicht. Die Schülerinnen und Schüler suchen den Standpunkt des Fotografen historischer Fotos und Ansichtskarten und machen dort dann selbst ein Foto mit ihrem Handy, woraus sich anschließend eine kleine schulinterne Ausstellung machen ließe.“ Dr. Bartolosch hob hervor, dass er schon seit zwanzig Jahren sehr gerne mit Studierenden das Stadtarchiv Hilchenbach besucht: „Die Stadt Hilchenbach bietet mit der Wilhelmsburg, mit dem Archiv, der Bücherei und dem Museum ein außergewöhnlich gutes kulturelles Angebot.“

Stadtarchivarin Verena Hof-Freudenberg freut sich über die Kooperation mit der Universität Siegen. Auch sie sieht großes Potential in der Zusammenarbeit sowohl für Studierende als auch für Schülerinnen und Schüler aller Altersklassen. „Kinder erleben, dass unser Wissen über die Vergangenheit nicht nur dreidimensional im Museum steht, sondern inhaltlich zu einem erheblicheren Teil im Schriftgut der Archive liegt. In Zeiten der Digitalisierung ist bereits der Anblick preußischer Fadenheftung für Schüler eine ungewöhnliche Erfahrung und verdeutlicht, wie Informationsaustausch jenseits von Smartphone und Computer funktioniert hat.“ Die Stadtarchivarin wies besonders daraufhin, dass Archive grundsätzlich für jeden offen und zugänglich sind.

Verena Hof-Freudenberg erklärte den Studierenden, wie vielfältig die Aufgaben eines Stadtarchivs sind und wie viele Schritte es braucht bis Schriftgut, dass nach bestimmten Kriterien ausgewählt wird, im Archivmagazin eingelagert wird. Notwendige Sicherungsmaßnahmen, wie beispielsweise das Entfernen von Metall und Kunststoff, die Herstellung bestimmter klimatischer Bedingung, die Massenentsäuerung von Papier und die Abwehr von Papierfischchen, überraschten die Besucherinnen und Besucher. Die praktische Umsetzung dieser Maßnahmen sahen sich die Studierenden bei der Besichtigung des Archivmagazins am Ende der Veranstaltung an.

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