Ricarda Wagner aus Kreuztal mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

(wS/red) Kreuztal 23.07.2020 | Seelsorgerin mit Leidenschaft

Seelsorgerin, Vertrauensperson, Vorbild: Vor elf Jahren hat Ricarda Wagner die „CI-Selbsthilfegruppe Südwestfalen“ gegründet, die schnell zu einer der größten in ganz Deutschland wurde. „CI“ steht für das „Cochlea-Implantat“ – eine Hörprothese. Ricarda Wagner ist selbst Trägerin und weiß deshalb genau um die Herausforderungen und die Ängste von Menschen mit Hörschädigungen. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht diesen Menschen eine Stütze zu sein und durch die mitgliederstarke Gruppe, Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten. Ihr privater Einsatz geht dabei aber noch viel weiter. Als Ansprechpartnerin ist sie mitunter rund um die Uhr für ihre Mitmenschen da.

Landrat Andreas Müller überreichte der gebürtigen Kreuztalerin jetzt im Siegener Kreishaus das Bundesverdienstkreuz für ihr außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement. „Durch Ihr Tun geben Sie den hörgeschädigten Mitgliedern Ihrer Gruppe Halt und sind in schwierigen Momenten für sie da. Sie erzählen ganz offen von Ihren eigenen Erfahrungen und investieren einen großen Teil Ihrer Zeit für die Arbeit in der Selbsthilfegruppe und darüber hinaus“, erkannte Müller bei seiner Laudatio an.

Ricarda Wagner (Mitte) ist jetzt von Landrat Andreas Müller mit dem Bundesverdienstkreuz für ihr außergewöhnliches Engagement ausgezeichnet worden. Auch Elfrun Bernshausen (links), stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Kreuztal, dankte Wagner für ihren großen Einsatz.

Ricarda Wagner ist mit den Jahren zu einer gefragten Expertin und Rednerin zu den Themen Barrierefreiheit, Schwerbehindertenrecht und den Implantaten selbst geworden. Durch ihr Wirken haben die Belange von Menschen mit Hörschädigungen deutlich mehr Beachtung auch in Entscheidungsgremien bekommen. So ist es auch zum Teil ihrem Engagement zu verdanken, dass das Apollo-Theater in Siegen mit einer induktiven Höranlage ausgestattet wurde.

„Sie sind eine starke Persönlichkeit und haben als selbst Betroffene nicht weggeschaut, sondern bewusst den Mund aufgemacht und ihre Stimme erhoben“ betonte Elfrun Bernshausen, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Kreuztal. Ricarda Wagener habe stets aktiv darauf hingewirkt, den öffentlichen und auch den privaten Raum ein Stück „barrierefreier“ zu machen.

Zum Schluss kam die Ordensträgerin selbst zu Wort: „Der Einsatz für die Belange von Anderen war für mich nie ‚Arbeit‘, sondern eine Herzensangelegenheit. Man bekommt dadurch unglaublich viel zurück“, so Ricarda Wagner.

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