Ehrenamtliche ambulante Hospizbegleiter in neue Tätigkeit eingeführt

(wS/red) Siegen 16.10.2020 | In den letzten Lebensmomenten da

Segen, Lob, Gebete und Gesang: Acht ehrenamtliche ambulante Hospizbegleiter des Evangelischen Hospizdienstes Siegerland sind in der evangelischen Kirche Netphen-Deuz während eines Gottesdienstes in ihre neue Tätigkeit eingeführt worden. Nach einer neunmonatigen Ausbildung und einem Praktikum stehen sieben Damen und ein Herr nun bereit, sterbende und schwerstkranke Menschen zu Hause, im Alten- und Pflegeheim, auf der Palliativstation oder im Hospiz einfühlsam zu begleiten. Die inzwischen 50 Ehrenamtlichen sind da, wenn Betroffene und Angehörige Halt, jemanden zum Reden oder einfach nur zum Schweigen brauchen.

Der Vorbereitungskurs ist ein Angebot des Evangelischen Hospizdienstes Siegerland als Einrichtung des Diakonischen Werks im Evangelischen Kirchenkreis Siegen. Corona-bedingt verlief die jüngste Ausbildung für die Teilnehmer etwas anders als geplant. Da ab März die Präsenzseminare nur bedingt möglich waren, wurden virtuelle Möglichkeiten wie eine E-Learning-Plattform, ein Diskussionsforum sowie eine Chatfunktion genutzt. Dass die Kursteilnehmer trotz der Umstellung gut auf ihre künftige Tätigkeit vorbereitet sind, machte Pfarrer Tim Winkel, Vorsitzender des Diakonischen Werks im Evangelischen Kirchenkreis Siegen, deutlich: „Aufgrund von Corona erfolgt die Sterbebegleitung mit räumlichem Abstand, doch sie haben gelernt, den Menschen dennoch nah zu sein und dafür kreative Ideen entwickelt.“ Demnach sind die Begleiter unter anderem über Videotelefonie erreichbar. Ferner schreiben sie Postkarten oder stellen den Menschen einen kleinen Gruß wie einen Obstkorb für die Tür. Ist ein Besuch möglich, so erfolgt dieser stets unter Beachtung der Hygienevorschriften.

Acht neue ehrenamtliche ambulante Hospizbegleiter zählen nun mit zum Team des Evangelischen Hospizdienstes Siegerland. In der evangelischen Kirche Netphen-Deuz wurden sie von Silvia Teuwsen und den Pfarrern Armin Neuser-Moos und Tim Winkel (von rechts) in ihren Dienst entsandt.

Gemeinsam mit den Kursleitern Silvia Teuwsen, Koordinatorin des Ambulanten Evangelischen Hospizdienstes Siegerland, und Pfarrer Armin Neuser-Moos, Seelsorger im Evangelischen Hospiz Siegerland und auf der Palliativstation des Diakonie Klinikums Jung-Stilling in Siegen, entsandte Pfarrer Tim Winkel die Ehrenamtlichen in ihren Dienst. Mit entsprechendem Abstand stellten sie sich dazu kreisförmig vor den Altar. Als Alternative zum Handauflegen, sprachen sich die Teilnehmer gegenseitig den Bibelvers „Du wirst gesegnet und du sollst ein Segen sein“ zu.

Silvia Teuwsen wies in ihrer Ansprache auf den Mut und das Engagement der Ehrenamtlichen hin, sich stets auf neue Aufbrüche einzulassen. Dazu las sie aus der Bibel: „Und der Herr sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will.“ Auch Pfarrer Armin Neuser-Moos griff die Thematik in seiner Predigt auf und machte auf das Lied „Vertraut den neuen Wegen“ aufmerksam: „Es ist ein Lied aus dem evangelischen Gesangbuch, das Hoffnung und Zuversicht verbreitet. Sie sollen wissen, dass Sie mit ihrer Tätigkeit nie alleine sind. Und auch wenn wir manchmal nicht wissen, wohin es im Leben geht, so sollen wir stets in die neuen Wege vertrauen, die Gott uns weist.“

Die neuen ehrenamtlichen ambulanten Hospizbegleiter sind Kornelija Cale, Dorothee Demandt, Ingrid Funke, Katrin Henrici, Horst Liedloff, Svenja Nöll, Maria Scholz und Luise Wüst. Die Begleiter schenken auf dem letzten Lebensweg Zeit, hören zu, reden über Sorgen und all das, was die Menschen ermuntert – je nachdem was ihnen gut tut. Die Tätigkeit der Ehrenamtlichen ist überkonfessionell und orientiert sich an christlichen Werten.

Musikalisch untermalt wurde der Einführungsgottesdienst mit Gesang von Anne Jung und von Brigitte Theis an der Orgel.

Anzeige/WerbungJetzt clever werben bei wirSiegen.de – Infos hier