Hachenberg-Kaserne: Stabsfeldwebel Carsten Hermann lief von Holzdorf nach Erndtebrück

(wS/red) Kreuztal-Ferndorf 07.10.2020 | Durch Entfernung getrennt, im Auftrag vereint

Erndtebrück. Eine echte Tortur brachte Stabsfeldwebel Carsten Hermann hinter sich. Der Luftwaffensoldat lief 430 Kilometer in acht Tagen vom Einsatzführungsbereich 3 in Holzdorf/Schönewalde bis zu seinem Heimatverband, dem Einsatzführungsbereich 2 in Erndtebrück. Immer im Gepäck hatte der 51-jährige Wasser, Leidenschaft und eine besondere Botschaft.

Stabsfeldwebel Carsten Hermann auf seinen letzten Metern in die Hachenberg-Kaserne.

Am Montag vor einer Woche war Carsten Hermann vom Kommandeur des Einsatzführungsbereichs 3, Oberst Andreas Springer, und den Bürgermeistern der beiden Gemeinden Jessen und Schönewalde verabschiedet worden. Sein Ziel war es, den Weg durch den Osten Deutschlands bis in den Westen hinter sich zu bringen, im Laufschritt. 410km habe er vor sich, glaubte Hermann noch zu diesem Zeitpunkt. Er hatte seine Strecke gewissenhaft geplant und war guter Dinge. „Die Topografie war dann doch etwas anders als auf den Karten verzeichnet, sodass es dann 430 Kilometer wurden,“ so der Siegener. Das sind durchschnittlich übrigens 54 Kilometer pro Tag oder anders ausgedrückt: zehn Marathons in acht Tagen.

Auf halber Strecke motivierten die beiden Kommandeure Oberst Jörg Sieratzki (l.) sowie Oberst Andreas Springer (r.) ihren Ausnahmeathleten Carsten Hermann noch einmal.

„Wir sind auf einem guten Weg“

Der Anlass dieser Aktion war der 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung. „Das ist unser Tag“, resümierte Carsten Hermann nach seiner Ankunft im Erndtebrücker Rathaus. Dort erwarteten ihn schon seine Familie, der Bürgermeister der Edergemeinde Henning Gronau, sowie der Kommandeur des Einsatzführungsbereichs 2, Oberst Jörg Sieratzki. Gemeint war mit der Aussage der Feiertag der Deutschen Einheit. „Was wir in den 30 Jahren geschafft haben, ist wirklich stark“, betonte Hermann. „Wir sind auf einem guten Weg,“ fügte er an, während er sich im Goldenen Buch der Gemeinde verewigen durfte. Auf seinem Weg von Ost nach West hatte er viel Zeit, um Eindrücke zu sammeln. „Zu Fuß sieht man mehr, als wenn man im Auto durch die Gegend fährt. Es hat sich eine Menge getan. Wir haben ein wunderbares Deutschland. Darauf können wir zurecht stolz sein.“

Der Erndtebrücker Bürgermeister Henning Gronau (r.) würdigte die Leistung mit einem Eintrag im Goldenen Buch der Edergemeinde.

Die beiden Einsatzführungsverbände sind die letzten ihrer Zunft. Seit 30 Jahren besteht nun diese Armee der Einheit und diese Verbindung wollte Hermann mit seinem Lauf besonders hervorheben. Seit der Wiedervereinigung sind der Einsatzführungsbereich 2 und der Einsatzführungsbereich 3 nur auf der Karte von einander getrennt, aber im Auftrag vereint, die Sicherung des deutschen Luftraums.

Text: Daniel Heinen

Anzeige/WerbungJetzt clever werben bei wirSiegen.de – Infos hier