Das waren ein paar Fehler zuviel, TuS Ferndorf verliert gegen den TV Emsdetten mit 27:28

(wS/red) Kreuztal-Ferndorf 09.06.2021 | Schon vor dem Spiel war der Klassenerhalt in „trockenen Tüchern“

Vor einigen Jahren gab es mal ein Spiel, wo der Live-Kommentator aus Emsdetten beim Spiel TuS Ferndorf gegen Emsdetten sinngemäß folgenden Satz zum Besten gab. „Wenn Ferndorf DAS Spiel wirklich gewinnt, werde ich beim Rückspiel in Emsdetten die mitgereisten TuS-Fans zum Grillen einladen“.

Diese Aussage konnte man gestern Abend sicherlich nicht erwarten. Nur über ein Sieg in der Stählerwiese wäre der Klassenerhalt für die TVE evtl. noch zu schaffen gewesen und diese Chance haben sie genutzt.  Dadurch, dass der Wilhelmshavener HV in Rimpar eine mächtige 43:25 Klatsche erhalten hat, ist der Klassenerhalt für den TuS Ferndorf besiegelte Sache, sie bleiben in der 2. Bundesliga, aber dieses Spiel gegen den Vorletzten der Tabelle wollte Robert Andersson schon gewinnen.

Fürstenfeldbruck, Emsdetten und Konstanz bilden das Schlusslicht, ob diese drei Teams die sind, die auch absteigen, ist eine völlig andere Geschichte, denn Tabellensechszehnter Wilhelmshaven bekommt am Saisonende ja noch 4 Punkte abgezogen und Hüttenberg dahinter ist auch absolut noch nicht durch. Aber auch Teams noch weiter oben können die Saison noch nicht beruhigt abhaken, es wird noch richtig eng und spannend werden.

Stimmen VOR dem Spiel:

Emsdetten Verein:

  • Wir müssen wohl nicht betonen, wie wichtig ein Auswärtssieg für uns in der aktuellen Situation ist.
  • Wir fahren zum TuS Ferndorf, wo zur Zeit 350 Zuschauer zugelassen sind. Eine echte Herausforderung wartet auf unsere Jungs.
  • Wir brauchen DRINGEND die Punkte im Abstiegskampf.

Robert Andersson -Trainer TuS Ferndorf

  • Wir müssen konzentriert spielen und gut organisiert sein.
  • Es wird ein hartes Spiel werden, aber mit einer kompakten Abwehr und einem guten Torwart können wir das Spiel gewinnen.
  • Wir müssen weiter versuchen, eine positive Bilanz bei den Punkten zu erzielen und gerade bei den kommenden 4 Heimspielen ist das ein MUSS

Zum Spiel:

Dass es kein leichtes Spiel werden würde, hat TuS-Trainer Robert Andersson prognostiziert, aber dass wir dann den Gegner sehr schlecht in den Griff bekommen würden, stand auch nicht am Plan.

Der Druck, gewinnen zu müssen, der ist nach dem Klassenerhalt ganz einfach weg. Und der Druck,  es gerade deswegen trotzdem zu tun, ist sehr groß, aber das ist positiver Stress, der motiviert bis in die Haarspitzen, nur gestern Abend war davon nichts zu sehen.

Es war jetzt das zweite Spiel MIT Zuschauern und beide hat Ferndorf verloren, aber da jetzt einen Zusammenhang erstellen zu wollen wäre ja wahnwitzig und gehörte ins Reich der Fabeln.

Gegen Bietigheim vor einer Woche hat Ferndorf an gleicher Stelle ebenso mit 27:28 verloren, Aber man kann gut spielen und trotzdem verlieren, das war bei Bietigheim der Fall und Robert Andersson war mit dem Spiel absolut zufrieden. Gestern wurde mit gleichem Ergebnis verloren, aber die Leistungen des TuS ließen zu wünschen übrig. Ferndorf bekam keinen Zugriff zum Spiel, Mattis Michel verwandelte wie gewohnt vom Kreis zum 1:0, aber schon da fingen die Jungs von der Ems an zu zeigen, warum sie ins Siegerland kamen. Sie waren auf einem Abstiegsplatz, wo sie Leistungsmässig eigentlich gar nichts verloren haben und kämpften gegen diesen Abstieg und sie kämpften wirklich. Matts Führung war übrigens die letzte Führung des TuS bis zur 29. Minute, als Christopher Klasmann das 13:12 erzielte.

Ferndorf hatte dazwischen eine richtig gute Phase, als Emsdetten in der 15. Minute das 3:8 erzielte, besannen sie sich nochmal auf das, was sie ja eigentlich auch können, nämlich Handball spielen. Bis zu dieser 29. Minute wo der TuS erstmals wieder führte, hatte Emsdetten grad mal 4 Tore erzielt, Ferndorf derer 10. Emsdetten schaffte noch den Ausgleich zum 13:13 uns so ging man dann auch in die Kabinen. Aber Ferndorf hatte über das ganze Spiel gesehen zu viele Fehlwürfe, Robert Andersson dachte sicherlich auch, dass das abgehakt sei, aber es häuften sich die technischen Fehler und Angriffe wirkten Ideenlos und leicht durchschaubar. Gut, Konstantin Madert im TVE-Tor ist schon eine Hausnummer und er hatte einen guten Tag erwischt und wenn Ferndorf nicht daneben warf, fischte er mit Armen und Beinen das Spielgerät öfter aus der Torzone.

Die Ferndorfer Spieler, die sonst die Tore warfen, warfen sie gestern auch, aber fast jeder produzierte ebenso unerklärliche Fehlwürfe, im Tennis nennt man das „unforced errors“, das sind ungezwungene Fehler. Immer wieder waren da Spielzüge, die gefielen, so den Dreierpack von Tim Rüdiger (der ein gutes Spiel zeigte), Mattis Michel und Andreas Bornemann zwischen der 16 und 18. Minute. Ebenso zwischen der 24. und 26. Minute von Thomas Rink und zwei mal Torben Matzken.

In der 40. Minute versuchte der TuS-Keeper Jan-Niklas Broszinski einen  Ball zu erreichen, der nach einem Angriff von Konstantin Madert abgewehrt wurde und bis zur Mittellinie zurückflog. Dabei stürmte er nach vorne und warf sich mit den Beinen voran dem Ball entgegen und riss dabei einen TVE-Spieler um, den Ball hätte er eigentlich nie erreichen können. Die Quittung kam prompt, der Schiri griff in die Gesäßtasche, dort steckt die ROTE Karte und Ferndorf musste Tim Hottgenroth wieder ins Tor tun, der aber heute einschließlich eines gehaltenen Siebenmeter nur auf 2 Paraden kam, bei Jan-Niklas Broszinski waren es derer  5.

Und dazwischen immer wieder gute TuS-Aktionen, zwischen der 41. und 44. Minute trafen wieder in Folge 2 mal Mattis Michel und Tim Rüdiger sogar ins leere TVE-Tor. Ferndorf kämpfte schon, aber es war wenig durchdacht. Nach diesen 3 Treffern führte Ferndorf sogar mit 21:19 , als direkt danach Toni Sario den Ball auf Linksaußen Julian Schneider passte, aber zu ungenau, Julian konnte ihn nicht erreichen, es hätte das 22:19 sein können!!?? Nach dem folgenden TVE-Angriff gab es einen Siebenmeter für die Gäste, den Tim Hottgenroth abwehrte, es war eine gute Phase für Ferndorf, aber sie konnten es nicht in zählbares umwandeln. Der TVE nutzte die Chance und servierte einen Dreierpack und Ferndorf lag wiedér hinten.

So ging es hin und her, in der 55. Minute führten die Gäste 24:27, aber noch in der gleichen Minute verkürzte Christopher Klasmann auf 25:27. Kurz danach wurde Torben Matzken rüde gefoult und der TVE erhielt auch die Rote Karte. Der TuS nutzte diese kurze Zeit der Verwirrung und schaffte das nicht mehr für möglich gehaltene 27:27 in der 57. Minute. Der Schluß ist schnell erzählt, in der 59. Minute hält Tim Hottgenroth einen Tempogegenstoß, Christopher Klasmann verwirft und Emsdetten macht das 27:28. Aber auch jetzt bot sich den Ferndorfern die Chance , zumindest das Remis zu erzielen, aber den Wurf von Christopher Klasmann 4 Sekunden vor der Sirene wehrt der gut aufgelegte Konstantin Madert ab. Schluß, Ende, Aus, Emsdetten schlägt den TuS nicht unverdient mit 27:28.

Stimmen NACH dem Spiel:

TuS-Trainer Robert Andersson

Glückwunsch an Emsdetten zum Sieg. Wir haben heute zu viele Bälle auch aus dem 6-Meter-Bereich verworfen, die letzten Prozente fehlten uns einfach. Meine besten Spieler waren heute Christopher Klasmann und Jan-Niklas Broszinski und das sind beides Spieler, die aus der 3. Liga kommen

TV-Emsdetten-Trainer Sascha Bertow

Wir sind überglücklich, die 2 Punkte geholt zu haben, für unseren Abstiegskampf sind es gefühlte 4 Punkte.

Foto: Peter Trojak

Statistik:

Tim Hottgenroth 2 Paraden

Jan-Niklas Broszinski 5 Paraden

Torschützen:

Mattis Michel  6/3

Tim Rüdiger und Christopher Klasmann je 4

Thomas Rink, Andreas Bornemann und Torben Matzken je 3

Lucas Schneider und Julian Schneider je 2

 

Bericht: Peter Trojak, Fotos: Andreas Domian

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