Vorbericht EJOT Team TV Buschhütten 1. Triathlon-Bundesliga in Saarbrücken am 28. August

(wS/Kr) Kreuztal-Buschhütten 24.08.2021 | EJOT Team TV Buschhütten greift in Saarbrücken nach der Doppelmeisterschaft – Dreifacher Weltmeister Mario Mola will mit der roten Armada siegen und danach feiern

Buschhütten. Die 1. Triathlon-Bundesliga endet am Samstag, 28. August, mit dem vierten Ligarennen in Saarbrücken. Nicht enden soll im Saarland dagegen die Meister-Ära des EJOT Team TV Buschhütten, das bei den Männern den elften Deutschen Teamtitel und bei den Frauen den neunten Titelgewinn in Serie unter Dach und Fach bringen möchte. Allerdings geht es in dieser von strengen Corona-Regeln geprägten Saison so spannend an der Tabellenspitze zu wie seit vielen Jahren nicht mehr.

Bei den Männer liegen die EJOT’ler mit 59 Punkten nur einen Punkt vor dem ambitionierten Hylo Team Saar, das den Sturz der „Triathlon-Könige“ aus Buschhütten anstrebt. Bei der Platzziffer liegen beide Teams mit 79 gleichauf. Weil in Saarbrücken ein Teamrennen auf dem Plan steht und dafür feste Platzziffern vergeben werden, muss der Titelverteidiger aus dem Siegerland auf alle Fälle vor dem Gastgeber landen, um in der Landeshauptstadt die begehrte Meistertrophäe in den Händen zu halten.

Auch die Frauen aus dem Kreuztaler Stadtteil haben mit ihren 59 Punkten nur einen Zähler Vorsprung auf Triathlon Potsdam, weisen mit Platzziffer 36 jedoch einen deutlichen Vorteil gegenüber dem Rangzweiten Triathlon Potsdam (62) auf. Somit würde dem Serienmeister bei einem Tagessieg der Potsdamerinnen sogar ein zweiter Platz reichen, um abermals den Liga-Thron zu besteigen. Doch Buschhütten pokert nicht, sondern bietet zwei Weltklasse-Mannschaften auf, um bei den Männern und den Frauen die Doppel-Tagessiege von Potsdam und Nürnberg zu wiederholen.

„Wir wollten vor der Saison zwei Deutsche Meistertitel holen. Einen Titel mit der Deutschen Meisterschaft Team Mixed Relay haben wir bereits in den ‚Büchern‘. Zwei Titel sind noch zu vergeben. Wir werden versuchen beide Titel in Saarbrücken zu holen. Ist es es am Ende unter diesen besonderen Bedingungen dann ‚nur‘ ein weiterer Titel, haben wir unser Ziel zu 100 Prozent erreicht. Alles mehr ist also Zugabe“, so EJOT Team-Sportdirektor Rainer Jung, der mit der nötigen Anspannung die Reise an die Saar antritt.

„Als Titelverteidiger seit mehr als 10 Jahren hat man bei jedem Rennen einen gewissen Druck. Wir versuchen jedes Rennen so gut wie möglich zu organisieren. Aber wenn es zum letzten Rennen geht, ist der Druck sicher nochmals höher und die Organisation zeitaufwendiger.“

Auf dem Gelände der Hermann-Neuberger-Sportschule und der angrenzenden Universität Saarbrücken müssen die Athlet*innen bei dem Teamrennen im Hallenbad zunächst dreimal 600 Meter und einmal 650 Meter schwimmen, bevor es zu viert am Rad 19,18 Kilometer (4 Runden) weitergeht. Den letzten Part des auf der Schwimmstrecke um mehr als 300 Prozent verlängerten Sprinttriathlons bildet ein zweiründiger Laufkurs über insgesamt 5 Kilometer.

Für das Männer-Rennen, das um 15 Uhr gestartet wird, bietet deren Sportlicher Leiter Jonathan Zipf folgendes namhaftes EJOT-Quartett auf: Lasse Lührs (GER), Aaron Royle (AUS), Max Studer (SUI) und Mario Mola (ESP), Ersatzathlet: Stefan Zachäus (LUX).

Viele Experten rechnen bei Betrachtung des Gala-Aufgebotes mit einem Sieg des EJOT Team TV Buschhütten. „Der Tagessieg wird deutlich schwerer, wenn man genau auf das ‚Papier‘ schaut. Durch das veränderte Format und die erhöhte Wichtigkeit des Schwimmens, können sehr viele verschiedene Konstellationen entstehen. Ich sehe fünf Teams, die ähnlich aus dem Wasser steigen können, die Saarländer könnten hier ganz vorne sein. Dann wird es durch die enge Radstrecke nicht leicht das ein oder andere Team zu überholen, selbst wenn der zeitliche Rückstand nach ganz vorne nur ein paar Sekunden betragen würde. Man wird sehen, wie es kommt und muss flexibel sein“, rechnet Zipf mit einer spannenden Auseinandersetzung im Titelkampf.

„Wir haben zwei Topschwimmer im Team und zwei nicht ganz so gute Schwimmer. Wir sollten nach der ersten Disziplin den Anschluss an die Spitze haben und brauchen dann auf dem Rad gute Beine. Wir werden eine spezielle Taktik wählen und somit im Laufen garantiert zu den Schnellsten gehören oder hoffentlich sogar die Schnellsten sein. Ich rechne damit, dass die Saarländer eventuell den Spieß von Nürnberg umdrehen könnten und von Anfang an Druck aufbauen. Ähnlich wie wir sind sie sehr ausgeglichen. Wie schon erwähnt, gibt es aber auch noch andere Teams, die extrem stark aufgestellt haben. Hier sehe ich vor allem noch das hep Team NSU, das Triathlon Team DSW Darmstadt und die Jungs vom WMF BKK-Team AST Süßen“, geht Zipf näher auf die Saisonentscheidung ein.

Besonders freut sich der einstige Deutsche Meister über die Zusage des dreifachen ITU-Weltmeisters Mario Mola (31): „Es war eigentlich alles sehr einfach. Mario antwortet immer sehr schnell auf etwaige Nachrichten und hatte direkt Bock.“

Sein Debüt im EJOT-Dress feiert der Olympia-Neunte von Tokio 2020 und amtierende Europameister, Max Studer (25). „Beim Saisonfinale in Saarbrücken geht es um die Meisterschaft. Ich werde mein Bestes geben und hoffe, mit einer starken Einzelleistung das EJOT Team optimal unterstützen zu können. Am Freitag werde ich nach Saarbrücken reisen und freue mich, meine Teamkameraden und das ganze EJOT Team kennenzulernen. In diesem Format muss das Team perfekt harmonieren und es müssen alle ihren Teil zum Gelingen beitragen“, strotzt der Schweizer nach seinem tollen Olympia-Auftritt vor Selbstbewusstsein.

Unterdessen übt sein Sportlicher Leiter deutliche Kritik am gewählten Rennformat. Speziell die lange Schwimmdistanz missfällt Jonathan Zipf. „Ich bin niemand, der gerne kritisiert und auch immer bereit mich an Lösungen zu beteiligen. In diesem Fall scheint es aber einfach keine andere zu geben. Die Radstrecke ist meines Erachtens für solch ein Rennformat leider komplett ungeeignet. Es wird wenig Überholmöglichkeiten geben, was einen fairen Wettkampf komplett verzerren kann. 50 Prozent der Strecke sind schon einmal zu eng zum Überholen, da bleiben dann nur noch 50 Prozent übrig. Auch wird es bis zur Teamleiterbesprechung viele ungeklärte Dinge geben, die wir erst vor Ort im letzten Moment erfahren. Dies sorgt noch zusätzlich für eine hohe Anspannung und dafür, dass wir dann vor Ort höchst flexibel bleiben müssen. Ich habe auch nie verstanden, dass man eine Disziplin plötzlich so über die anderen stellen kann, denn die Schwimmstrecke die dann hintereinander absolviert wird, ergibt insgesamt 2450 Meter. Nichtsdestotrotz werden wir bereit sein. Wir haben das beste Team aufgestellt, welches möglich ist. Ich denke, alle haben Bock, den Titel zu verteidigen.“

Ähnlich negativ sieht Jung die Änderungen im Vergleich zu einem traditionellen Sprinttriathlon. „Zugegebenermaßen ist das nahezu Verdreifachen der Schwimmstrecke von ursprünglichen 15 Prozent Anteil der normalen Sprint- Wettkampfzeit auf jetzt fast 40 Prozent sowie die Bekanntgabe erst vier Wochen vorher, nicht normal und hat ein gewisses ‚Geschmäckle‘. Aber wir müssen es nehmen wie es ist und versuchen das Beste daraus zu machen.“

Die Frauen wollen ab 13 Uhr in der Besetzung Lisa Tertsch, Lena Meißner, Annika Koch (alle GER) und Zsanett Bragmayer (HUN) den Meistertitel verteidigen. Als Ersatzstarterin steht Carolina Routier (ESP) bereit.

„Es wird auf die Teamdynamik und vor allen Dingen darauf ankommen, dass das EJOT Team sehr gut in den beiden letzten Disziplinen zusammenarbeitet. Es würde hier nichts bringen, wenn wir eine starke Radfahrerin bzw. Läuferin hätten und der Rest der Gruppe nicht mitfahren bzw. mitlaufen kann. Das Team ist so gut aufgestellt, sodass wenn es zu einer Laufentscheidung kommen würde, das komplette Team sehr laufstark ist und da gemeinsam mitlaufen könnte“, teilt die Sportliche Leiterin der Frauen, Theresa Baumgärtel, mit.

Lisa Tertsch bestreitet bereits ihr viertes Bundesliga-Rennen für das EJOT Team in dieser Saison. „Lisa ist eine sehr wichtige Athletin für das Team und auf sie ist 100-prozentig Verlass. Sie liefert immer ab und stand bis jetzt bei jedem Rennen auf dem Podium. So hoffentlich dann auch am Samstag und zwar ganz oben“, lobt Baumgärtel die erst 22-Jährige, die bei der kürzlich ausgetragenen U23-WM im kanadischen Edmonton achtbare Achte wurde.

Schon zum dritten Mal in 2021 vertraut das EJOT Team auf die Dienste von Annika Koch, die in Nürnberg hinter Tertsch als Dritte finishte „Ich bin sehr stolz, dass Annika, die jetzt einen hervorragenden dritten Platz bei der U23-WM erzielte, das Team für Saarbrücken komplementiert“, so Baumgärtel.

Die 22-jährige Südhessin weiß, worauf es beim Liga-Abschluss ankommt. „Ich möchte an meine Leistung von Nürnberg anknüpfen. Am wichtigsten ist es, dass wir als Team zusammenarbeiten. Beim Schwimmen muss erstmal jeder alleine arbeiten, aber später beim Radfahren und Laufen muss das Team an sich harmonisch sein. Ich denke das wir mit einem sehr guten Team am Start stehen welche sich gut ergänzen und zusammenarbeiten wird.

Die ganz spezielle Saarbrückener Triathlon-Version könnte zu einem Leckerbissen für die Fans am Streckenrand werden. „Für die Zuschauer*innen ist Saarbrücken auf jeden Fall ein sehr interessantes und spannendes Format, vor allen Dingen auch durch die Radrunden bzw. Laufrunden. Für die Teams wird es wahrscheinlich nicht ganz einfach werden. Durch die schmalen Straßen bzw. durch den sehr winkligen Kurs wird ein Überholen sehr schwierig werden“, erläutert Baumgärtel.

Das komplette Support Team wird wie schon vor drei Wochen in Nürnberg alles daran setzen, damit die Athleten nun ebenso in Saarbrücken triumphieren. In Buschhütten drücken die Mitglieder des TV Germania Buschhütten natürlich auch kräftig die Daumen, damit die Mission Titelverteidigung am Samstag glückt.

Mario Mola-2021

Annika-Koch-2021

Lasse Lührs-2021

Lisa Tertsch-2021

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