Auswärtssieg: Ganz starke Ferndorfer besiegen den Dessau-Rosslauer HV mit 24:28

(wS/red) Dessau/Ferndorf 06.03.2022 | Der Weg auf die Nichtabstiegsplätze ist mühsam, aber so ernährt sich bekanntlich ja auch das Eichhörnchen

Dessau-Rosslauer HV gegen TuS Ferndorf 24:28 (15:13)
Jede Münze hat bekanntlich zwei Seiten und bei allen Münzen sind sie unterschiedlich und das trifft auf das Spiel der Ferndorfer in der Anhalt-Arena beim Match gegen den Dessau-Rosslauer HV ebenso zu.

Ferndorf hatte den gefühlt wohl schlechtesten Start der Saison, denn es lief nichts zusammen. Weder in der Defensive noch in der Offensive klappte es, der DHRV überraschte mit einer starken Abwehr, die wie ein Bollwerk stand und jeden Fehler bestrafte. Fehlwürfe und Fehlpässe prägten das Spiel der Ferndorfer und von ihrer starken Abwehrleistung der letzten 2 Spiele war nichts mehr vorhanden.Nach knapp 9 Minuten führten die Gastgeber mit 5:3, aber davon waren alleine 3 Tore durch verwandelte Siebenmeter. Das Pech blieb Ferndorf treu, sie fanden keinen Weg aus ihrer misslichen Lage, denn auch die Offensive der Dessauer war stark und sie bereitete dem TuS große Probleme, jeder Fehler wurde bestraft und Lukas Puhl im Ferndorfer Kasten hatte einen schlechten Tag erwischt, bedingt allerdings auch durch die schlechte Defensivleistung seiner Vorderleute.

DRHV 06 – Trainer Uwe Jungandreas

Wir wussten, dass das Spiel über die Zweikämpfe und über die Kampfkraft entschieden werden wird, da waren wir in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft und haben sogar in den ersten 20 Minuten das Spiel dominiert. Aber ab der 40. Minute hat uns die Kraft verlassen und die Spieler, die bis dahin das Spiel diktiert haben, waren am Ende. 

Und Dessau zog weiter seine Kreise vorm Ferndorfer Tor und fand immer wieder Lücken, die zum Tore werfen einluden. So verwundert es nicht, dass es in der 17. Minute dank eines knallharten Mittel/Innenblocks des DHRV schon 8:3 (nach einem Ballverlust) stand und die mitgereisten Ferndorfer Fans ahnten Böses.
Dabei hatte Coach Robert Andersson schon nach knapp 13 Minuten beim Stand von 7:3 seine erste Auszeit genommen und er war wahrlich nicht erfreut. Welches Donnerwetter auf seine Jungs niederprasselte wissen wir nicht, gefruchtet hat es aber nicht. Noch in der gleichen Minute sahen wir einen Fehlwurf von Andreas Bornemann, kurz danach wurde ein erneuter Wurf von ihm geblockt und danach folgte das oben erwähnte 8:3 der Sachsen.

Robert Andersson

Nach 20 Minuten sind wir aufgewacht und haben angefangen in Abwehr und Angriff körperbetont zu spielen. Kai Rottschäfer war der alles entscheidende Spieler in der 2. Halbzeit.

Das reichte Robert Andersson, kaum 3 Minuten nach der 1. Auszeit lag die Grüne Karte wieder auf dem Zeitnehmertisch, es gab extremen Redebedarf.
Aus welcher Seite seines abgespeicherten Handbuchs für schwedische Handballlösungen er zitiert hat bleibt sein Geheimnis, fakt ist, es hat gefruchtet. Es wurde ein siebter Feldspieler eingewechselt und damit kam Dessau überhaupt nicht klar, der TuS schon, denn Mattis Michel und zweimal Rutger ten Velde verkürzten auf 8:6. Doch schon nach dem 8:5 reagierte der DHRV-Coach Uwe Jungandreas und beförderte seine Grüne Karte auf den Zeitnehmertisch, konnte aber das 8:6 des TuS nicht verhindern.

Ferndorf blieb in der Folge dran, Dessau hatte weiter so seine Probleme mit Ferndorfs 7. Feldspieler und so verlief das Spiel in Richtung Pausensirene ohne große Veränderungen weiter ( 9:7, 11:9, 12:10 ) Ferndorfs Abwehr und Innenblock bekam wieder Zugriff zum Spiel und in der Offensive lief es besser. Eine starke Leistung sahen wir über das gesamte Spiel hinweg von Kim Voss-Fels (6 Tore), Rutger ten Velde (9), Josip Eres (4), Mattis Michel und Julian Schneider (je 3). Julian war kaum aufzuhalten, verbissen kämpfte er gegen die Sachsenabwehr und zog teilweise bis zu 3 Spieler auf sich, was darin endete, dass er oft unsanft gebremst wurde und mehrfach auf dem Hallenboden landete. Der Physio dürfte ein wenig Arbeit mit ihm haben und eigentlich müsste er mit Hämatomen übersät sein !!??

Josip Eres

Wir sind überhaupt nicht gut ins Spiel gestartet. Wir haben im Angriff viele Bälle weggeschmissen und Konter kassiert. Anschließend hat die ganze Mannschaft Moral gezeigt und mit einer Super Abwehrarbeit das Spiel gedreht. Nun liegt der Fokus auf Rostock.

Ferndorf arbeitete nun mit vielen Richtungswechseln, der Innenblock der Dessauer zeigte Lücken und Ferndorf kam näher ran, 13:12 und 14:13 hieß es kurz vor der Pause, Ferndorf hatte sogar die Chance auf den Ausgleich, doch der Wurf wurde gehalten. Oliver Seidler nutzte noch die Chance und markierte den Halbzeitstand von 15:13

Fazit zur Halbzeit: Nach sehr schlechtem Start war Ferndorf wieder in die Spur gekommen und man hoffte nun auf eine bessere 2. Halbzeit.

Und damit kommen wir zur anderen Seite der Münze und die hatte es in sich. Die Prägung hätte eigentlich Kai Rottschäfer zeigen müssen, denn er blies zum Halali und Ferndorf wurde vom Gejagten zum Jäger.

Es war grad 1 Minute gespielt, da sahen wir schon die erste Parade von ihm, aber das sollte nur der Beginn einer Glanzleistung von ihm sein, am Ende standen bei ihm 10 (in Worten ZEHN) Paraden zu Buche, die zu einer Traumquote von 55,56 % führten, auf diese Quote wäre sogar ein Andreas Wolff stolz gewesen. Bei der Wahl in die „Mannschaft der Woche“ dürfte er Berücksichtigung finden.

Rutger ten Velde

Wir zeigten eine Super kämpferische Leistung nach einem schwachen Start und haben die zweite Halbzeit super souverän gespielt und die Ruhe bewahrt in der wichtigen Phasen. Dieses Vertrauen sollten wir jetzt mitnehmen, da am Samstag schon wieder ein wichtiges Spiel vor der Tür steht.

Die 2. HZ fing mit 5 torlosen Minuten an, dann erzielte Dessau das 16:13, aber schon jetzt zeichnete sich ab, dass da ein Bruch im Spiel der Gastgeber stattfand. Rutger ten Velde, der insgesamt mit 9 Toren und einer Trefferquote von 100 % brillierte, erzielte das 16:14 und Rottschäfers Doppelparade in der 36. Minute ermöglichte Julian Schneider das 16:15. Nach einem Foul von Max Scheithauer in der 37. Minte gab es einen Siebenmeter, den unser Stammwerfer Rutger ten Velde zum ersten Ausgleich (16:16) einnetzte.

Kim Voss-Fels

Wir sind sehr schwierig ins Spiel gekommen, denn wir sind auf eine sehr, sehr robuste Abwehr der Dessauer gestoßen.Wir waren schon bereit, kamen aber mit der Härte des Gegners nicht klar, das hat uns schon beeindruckt. Sie gaben Vollgas und man merkte ihnen an, dass sie sich was vorgenommen hatten. Wir haben uns aber nicht aus der Ruhe bringen lassen und haben über den siebten Feldspieler versucht, Sicherheit in den Angriff zu bekommen und die schwache Defensivleistung zu Beginn des Spiels auszugleichen. Durch die Sicherheit, die wir uns in den letzten beiden Spielen geholt haben, haben wir es auch geschafft in der Crunchtime zu bestehen. Und die Rückfahrt im Bus nach diesem Sieg war natürlich viel, viel besser.

Der DHRV nahm den Torwart während der Zeitstrafe raus und erzielte das 17:16, doch der TuS kam mit einem Doppelschlag von Mattis Michel und Rutger ten Velde  zur ersten Führung von 17:18. Wir schrieben die 40. Minute und fortan spielte eigentlich nur noch Ferndorf, in der 45. Minute hieß es schon 18:21, dem folgten das 19:22, 20:23 und das 22:24 in der 53. Minute. Doch der Dessau-Rosslauer HV witterte noch eine Chance, als er das 23:24 erzielte, aber der TuS befand sich schon auf der Zielgeraden. Nachdem, unterstützt durch Glanzparaden von Kai Rottschäfer und einem Dreierpack von Kim Voss-Fels, Rutger ten Velde und Josip Eres das 23:27 erzielt wurde, war die Messe gelesen. Kraftlose Dessauer mussten sich dem athletisch starken TuS Ferndorf letztendlich durch den finalen Treffer von Kim Voss-Fels mit 24:28 geschlagen geben.

Statistik:

Lukas Puhl 4 Paraden (20 %)

Kai Rottschäfer 10 Paraden (55,56 %)

Torschützen:

Rutger ten Velde 9

Kim Voss-Fels 6

Josip Eres 4

Mattis Michel und Julian Schneider je 3

Lukas Siegler 2

Andreas Bornemann 1

Bericht: Peter Trojak – Fotos: Lukas Trojak

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