TuS Ferndorf deklassiert die „Deutsche Jugend Kraft Rimpar“ Wölfe in eigener Halle mit 31:24

(wS/red) Ferndorf/Würzburg 20.05.2022 |  671 Zuschauer sahen BESTE HANDBALL – UNTERHALTUNG mit einem überragenden TuS Ferndorf

Es schien keine Sonne, trotzdem hat Tim Hottgenroth den DJK-Keeper Marino Mallwitz, den BESTEN Keeper der 2. Bl, in den Schatten gestellt. Und in der 41. Minute ging es vom Schatten auf die Bank, denn Coach Julian Thomann stellte nun Andreas Wieser zwischen die Balken. In den letzten 20 Minuten bekam aber auch er nur zwei mal die Finger an das Spielgerät, zu präzise und hart schlugen die Würfe des TuS ins Netz.

Es war ein sehr nervöser Beginn beider Teams, in dem die Gastgeber dann in der 4. Minute durch Lukas Böhm mit 1:0 in Führung gingen. Dass dies ihre letzte Führung im gesamten Spiel war, wäre das Letzte gewesen, dass sich die Wölfe hätten vorstellen können.

Ferndorf hat noch nie in Rimpar gewonnen und das Hinspiel am 11.12.2021 gewannen die Wölfe in Ferndorf mit 29:23. Aber der TuS steht mit dem Rücken zur Wand, das Messer zwischen den Zähnen. Im Vorfeld war aus Richtung Rimpar zu lesen, dass sich Ferndorf den Weg eigentlich sparen könne, da sie ja noch nie etwas geholt hätten. Auch wenn es mit einem zwinkernden Auge geschehen sein mag, sie wurden dafür abgestraft und das nicht zu kurz.

Vor dem Spiel (Foto: wirSiegen)

Ferndorf, die mit Bornemann, Neuhold, Michel, Eres, ten Velde, Koloper und Hottgenroth starteten wie meist mit der 6:0 Abwehr und hatten Rimpar gut im Griff. Ein Bollwerk an Kraft stemmte sich dem Gastgeber entgegen, der Innenblock mit Mattis Michel und Branimir Koloper waren überragend an diesem Spieltag, Mattis war ein richtiger Unruheherd in der Abwehr.

Die Antwort auf die nur kurze Führung der Wölfe kam in der gleichen Minute von Jörn Persson, der heute sein gewiss bestes Spiel absolvierte und mit 6 Treffern beendete. In der Achse mit Bornemann und dem Rückraum wurde gekreuzt und in die Breite gespielt, Jörn Persson riss Lücken in die Rimparer Abwehr  und ermöglichte so seinem Team teils einfache Tore.

Tim Hottgenroth

Aus meiner Sicht haben wir einfach eine überragende Willensleistung von der 1-60 Minute gezeigt und klargemacht, dass wir das Spiel unter allen Umständen gewinnen wollten. Die Abwehr stand einfach überragend und von dem her ist es aus meiner Sicht ein vollkommen verdienter Sieg!

In der nervösen Anfangsphase verwarf Rutger ten Velde einen Siebenmeter, aber bis zur 11. Minute waren er und Jörn Persson die einzigen Torschützen und auf der Anzeigetafel las man ein 3:4. Acht Minuten später hatten Robert Anderssons Mannen schon auf 5:9 erhöht, es war die erste 4-Tore-Führung.

War es fehlende Konzentration oder was auch immer, Ferndorf brachte es fertig 3 Bälle nicht unter Kontrolle zu bringen und ermöglichte es den Gastgebern innerhalb von 61 Sekunden mit 3 Toren auf 8:9 zu verkürzen.

In dieser 20. Minute nahm nach diesen 3 Ausrutschern Robert Andersson die 1. Auszeit. Jetzt wirklich viel gebracht hat sie nicht, Bornemann legte direkt nach und Jörn Persson patzte, die Wölfe nutzten die Chance und es stand 10:10.

Aber man konnte ganz einfach sehen, das Ferndorf es heute UNBEDINGT wollte, Rimpar fehlte der letzte Zugriff auf die agressive TuS-Abwehr und Persson machte das sensationell auf seiner Spielmacherposition.

Was für ein Teufelskerl, Lucas Puhl hätte es nicht besser machen können. Tim war die perfekte Vertretung in diesem so wichtigen Spiel. (Foto: wirSiegen)

Man ging mit einem 12:14 in die Kabinen und startete mit einem Fehlwurf von Christoph Neuhold, den die Wölfe für das 13:14 nutzen. Es war ein sehr schnelles Spiel und die Siegerländer brachte das nicht aus der Ruhe, ganz im Gegenteil, sie standen jetzt mit dem Fuß auf dem Gaspedal und zeigten den Wölfen gnadenlos ihre Grenzen auf. Ferndorf marschierte mit großen Füßen in Richtung Auswärtssieg, es war zwar noch früh im Spiel, aber sie zogen grad mal mit einem 9:2 Lauf ihr Ding durch und in der 43. Minute stand es 15:23. Wie der weitere Verlauf zeigte, war das schon eine Vorentscheidung. Mit 4 Treffern war die Ferndorfer „Tormaschine“ Andreas Bornemann daran beteiligt. In den folgenden 6 Minuten packte das Wolfsrudel nochmal die Keule aus und unterbrochen durch einen weiteren Treffer von Bornemann verkürzten sie bis auf 4 Tore. Das beunruhigte Robert Andersson und er nahm lieber die zweite Auszeit um sein Team auf die bevorstehende Crunchtime einzubeten.

Und es wirkte, er sah, wie seine Jungs wieder davonzogen, die letzten 5 Treffer bis zum Sieg erzielten auch 5 verschiedene Schützen. In der 54. Minute nahm der Heimcoach noch seine letzte Auszeit, es stand schon 22:28 und außer Ergebniskosmetik wird er ihnen nichts empfohlen haben. Als die Sirene beim 24:31 ertönte, hörte man nur noch die ca. 25 mitgereisten TuS-Fans.

Es war eine absolut geschlossene Mannschaftsleistung und mit einem überragenden Tim Hottgenroth im Tor zeigte das Team, was es drauf hat und was ihr Ziel ist. Tim kam auf weltmeisterliche 19 Paraden, was eine Quote von 45,24 % ergab. Tolle Angriffsleistungen, starke Abwehr, starker Innenblock, beide Außen perfekt, das war Werbung für den Handballsport.

Jörn Persson

Wir sind gut ins Spiel gekommen, die Abwehr stand super und Tim war sofort da. Im Angriff wirkte es manchmal am Anfang noch hektisch, das wurde aber weniger im weiteren Spielverlauf. Sonst haben einen guten Angriff gespielt, wo wir oft gute Torchancen kreiert haben. Anfang 2. Halbzeit sind wir super aus der Halbzeit gekommen, Konsequent gespielt, und hinten stand die Abwehr mit Hotti, der super drauf war !

Rimpar konnte mit voller Kapelle spielen, Ferndorf musste ohne Jonas Faulenbach, Simon Strakeljahn, Tim Rüdiger, Lucas Puhl und Lukas Siegler antreten. Lukas Siegler hätte gerne gegen seinem Ex-Verein gespielt, doch die Strecksehne seines Mittelfingers ist noch nicht in Ordnung. Er war aber als Gast zugegen, mit Familie und Freunden schaute er sich das Spiel an und er konnte sicherlich alle davon überzeugen, dass Ferndorf zu Unrecht in der Tabelle so weit unten steht.

Wieviel Punkte reichen zum Klassenerhalt (??) TuS-Coach Robert Andersson hatte das kürzlich in einer Pressekonferenz so formuliert:

„Es ist möglich, dass 30 Punkte reichen, es könnten aber auch 33 werden“.

Vergangenen Mittwoch wurde er von Co-Trainer Jannis Michel bei der Pressekonferenz vertreten und Jannis sagte zum gleichen Thema:

“ Wir haben uns schon Gedanken gemacht, wieviel Punkte man braucht. Ich habe damit ein bisschen aufgehört, denn solange der Tabellenletzte beim Tabellenzweiten gewinnen kann, macht das keinen großen Sinn. Wenn wir das gegen Rimpar schaffen, haben wir eine gute Chance dass wir nächstes Jahr auch wieder 2. BL spielen können, aber diese Rechnerei macht meine Meinung nach nicht soviel Sinn“.

Fazit: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und Ferndorf hat gezeigt, dass sie es können, dass man auch mit einer dezimierten Mannschaft eine TOP-Leistung auf die Platte zaubern kann und das macht Spaß auf mehr. Ferndorf hat wieder 2 Punkte mehr im Kampf um den Klassenerhalt und sie werden weiter um dieses Ziel kämpfen. Bemerkenswert war übrigens, das kein TuS-Spieler eine Zeitstrafe erhielt und das kein Siebenmeter gegen sie gepfiffen wurde.

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