TuS Ferndorf schlägt den TuS 82 Opladen mit 30:26 und bleibt souveräner Tabellenführer

(wS/red) Ferndorf 1.11.2023 | Es war ein „Arbeitssieg“, in dem Ferndorf das Spiel trotzdem im Griff hatte

Was hatte Coach Ceven Klatt vor dem Spiel gefordert/gesagt:

– Wenn ich unsere letzten vier Spiele betrachte, machen wir kaum Fehler.

– Wenn wir uns auf uns konzentrieren, sind wir immer bemüht, wenige Tore zu bekommen. Wenn das alles zusammenläuft, glaube ich, dass es am Ende gut für uns ausgehen könnte.

– Wir wollen noch mehr Tempo gehen, aber mit Verantwortung für den Ball und einer möglichst hohen Erfolgsquote, sprich einer niedrigen Fehlerquote. 

Das Ganze wurde mehr oder weniger verinnerlicht, fehlerfrei spielt kein Team, aber wenn man die, im Vergleich zu den vorhergehenden Spielen, Fehlerquote minimiert hätte, wäre unter dem Strich ein besseres Ergebnis zustande gekommen.

So ergab sich die Situation gestern Abend beim Heimspiel in der Stählerwiese gegen den TuS 82 Opladen. Obwohl der Gegner zuletzt einige beeindruckende Siege erzielt hatte, hatte Ceven im Vorfeld gründliche Videoanalysen durchgeführt und mit seinem Team alle relevanten Aspekte besprochen, die für einen möglichen Heimsieg und die gleichzeitige Verteidigung der Tabellenführung von Bedeutung waren.

Leider verlief das Spiel nicht ganz nach Plan, da der TuS 82 über die gesamten 60 Minuten hinweg eine starke Leistung zeigte und den letztlich verdienten Sieg der Ferndorfer in einen hart erkämpften Arbeitssieg verwandelte.

 

Zu Beginn patzten beide Teams, bis schließlich in der 2. Minute Julius Fanger das 1:0 erzielte. Der Gegner zog energisch mit und übernahm in der 6. Minute sogar mit 2:3 die Führung. In diesem Moment keimte beim TuS 82 die Hoffnung auf, das Spiel vielleicht noch drehen zu können. Zu diesem Zeitpunkt konnte im Lager von Opladen jedoch niemand ahnen, dass dies ihre einzige Führung bleiben sollte. Julius Fanger und Janko Kevic wandelten das 2:3 schnell in ein 4:3 um, und bis zur 6. Minute stand es bereits 6:4 durch Tore von Josip Eres und Julius Fanger. Ferndorf fand langsam seinen Rhythmus. Die Abwehr der Ferndorfer funktionierte, und Torhüter Lucas Puhl hatte erneut einen herausragenden Tag, indem er in der ersten Halbzeit allein 10 Würfe des Gegners parierte.

Zwischen der 17. und 21. Minute zeigte Gabriel da Rocha Viana drei herausragende Tore. Obwohl hin und wieder leichte Fehler vorkamen, behielt der heimische TuS die Kontrolle über das Spiel. Falls es einmal knapp werden sollte, zauberten sie einige Highlights aus dem Hut. So führte ihr Weg über ein 13:9 (25.) und 15:11 (29.) zu einem verdienten Pausenstand von 17:12.

Es war vielleicht kein Spaziergang, aber als Tabellenführer behielt man im Blick, die Führung nicht zu verlieren. Dies gelang Cevens Klatts Jungs sehr gut.

Die zweite Halbzeit begann vielversprechend, als Ferndorf durch zwei Treffer von Mattis Michel und Gabriel da Rocha Viana das 20:12 markierte. Dies war bereits eine beeindruckende Hausnummer, und die 1161 Zuschauer zeigten ihre Begeisterung durch lautstarken Applaus, der durch die Halle hallte. Die Gesänge der Brigade C und das Trommeln der Ferndorfer Füchse ließen die Dezibelwerte weiter steigen. Doch dann, eigentlich unerklärlich, erlebte das Spiel einen Bruch. Ferndorf leistete sich zahlreiche unkonzentrierte Aktionen, traf das Tor nicht mehr, oder der nun eingewechselte Torhüter des TuS 82, Louis Oberosler, fing oder wehrte vieles ab. Er zeigte ein herausragendes Spiel und verhinderte, dass der Rückstand seines Teams größer wurde.

Wie dem auch sei, zwischen der 34. und 46. Minute sahen die überraschten Ferndorfer Zuschauer nur drei Tore, was zu wenig war. So stand es in der 46. Minute nur noch 23:19, und der Vorsprung der Gastgeber war halbiert. Die Abwehr von Ferndorf stand nicht mehr so stabil, und der Gegner erzielte einiges über den Kreis. Ceven Klatt nahm eine Auszeit, sortierte seine Mannschaft neu, und es lief wieder besser. Innerhalb von vier Minuten erzielten Marvin Mundus, Julius Fanger (2) und Janko Kevic (2) das 28:22 in der 52. Minute. Ferndorf hatte auf alles eine Antwort, und der Sieg stand außer Frage. Man ließ es nun etwas ruhiger angehen, gestattete dem Gegner bis zur Sirene noch vier Tore, erzielte selbst zwei Tore und trennte sich verdient mit 30:26. Die Gastgeber hatten erreicht, was Ceven Klatt wollte: sie gewannen und ließen nicht mehr als 26 Gegentore zu. Es war jedoch auch ein anderer Gegner als zuletzt, und man wollte ihn nicht unterschätzen. Es war ein gutes Spiel mit spannenden Szenen, das von den Schiedsrichtern gut und unauffällig geleitet wurde. Die Hausaufgaben waren erledigt, die Tabellenführung mit nun 21:1 Punkten verteidigt, und das Team ist bereit für neue Herausforderungen.

TuS Ferndorf gegen TuS 82 Opladen: 30:26 (17:12)

Somit ging die erste Halbzeit auf das Konto der Gastgeber, während die Gäste die zweite Halbzeit mit 13:14 für sich entschieden. Doch letztlich ist dieses Detail zweitrangig, denn das vorrangige Ziel, nämlich der Sieg, wurde erreicht, und darauf legte auch der Coach besonderen Wert.

Tor: Lukas Puhl ( 1. bis 37. Min.) 12 Paraden, Jonas Wilde 37. bis 60. Min. 4 Paraden

Tore:

Julius Fanger und Marvin Mundus je 6

Janko Kevic  5/1

Gabriel da Rocha Viana  4

Josip Eres 3/1

Mattis Michel und Fabian Hecker je 2

Marko Karaula 2/1

Jannis Michel (Co-Trainer)

Opladen hat uns vor die schwere Aufgabe gestellt, die wir erwartet haben. Wir haben aber ihre 6:0-Deckung gut gelöst und sie recht schnell zur Umstellung gezwungen. In der zweiten Halbzeit kommen wir super aus der Pause und schaffen eine kleine Vorentscheidung, haben es aber verpasst, den Sieg vorzeitig klar zu machen. Da hatten wir einige Abstimmungsprobleme in der Abwehr, wodurch Opladen häufiger frei zum Abschluss kam. Nichtsdestotrotz haben wir eine geschlossene Leistung gezeigt, wodurch der Sieg nie richtig in Gefahr geraten ist.

Mattis Michel

Wir gewinnen 30:26. Klar, es war nicht unser bestes Spiel. Ein, zwei Situationen müssen wir nächste Woche aufarbeiten, aber nichtsdestotrotz können wir, glaube ich, auch zufrieden sein.

Wir machen 30 Tore und kassieren nur 26 Tore. Das ist in Ordnung, aber klar, es waren noch ein, zwei Dinge, die wir jetzt nicht unbedingt gut gemacht haben. Letzte Woche haben sie noch relativ hoch gegen Longerich gewonnen. Ich glaube, da waren wir schon recht gut gewarnt. Jeder wusste, was auf uns zukommt, und wir waren auch von Anfang an da.

Julius Fanger

Das war ein Arbeitssieg, obwohl wir am Ende mit vier Toren gewonnen haben.

Ich glaube, wir können nicht mit allem zufrieden sein, was wir heute gemacht haben. Trotzdem denke ich, dass wir das Spiel über 60 Minuten kontrolliert haben. Niemand von uns hatte Angst, dass das Spiel noch kippt oder wir es verlieren. Dennoch sind wir mit vielen Dingen nicht zufrieden. Aber ja, zwei Punkte sind zwei Punkte, das ist das Wichtigste. Wir wussten, dass viele verschiedene Abwehrformationen auf uns zukommen, sei es ein 5:1, vorgezogen auf der Mitte oder Janko in Manndeckung, und dann wieder 6:0.

Wir haben uns natürlich dazu gezwungen, unser Angriffsspiel immer wieder zu verändern, und das war dann ein bisschen wilder, als wir es uns vorgestellt hatten. Oftmals haben wir den Ball nicht so gut laufen lassen wie in anderen Spielen. Dazu kommt, dass wir viele hundertprozentige Chancen einfach vergeben haben, obwohl wir uns eigentlich gute Chancen erarbeitet haben. Außerdem gab es Abspielfehler und unsaubere Kreuzungen. Ich kann gar nicht genau sagen, woran das heute lag. Ich hoffe, dass das nächste Spiel wieder besser wird.

Es macht auch keinen Unterschied, ob wir gegen Opladen oder Krefeld spielen. Wir bereiten uns genauso darauf vor im Training drei Tage vorher und stellen uns darauf ein. Wir können nicht erwarten, dass wir jedes Spiel in dieser Liga mit 10, 12 Toren gewinnen. Deswegen können wir mit diesem Ergebnis zufrieden sein.

Bericht und Fotos: Peter Trojak

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