Tag der seltenen Erkrankungen: Die Bedeutung der Kinder- und Jugendchirurgie für die angeborenen Fehlbildungen und die Herausforderungen durch die Krankenhausreform

(wS/drk) Siegen 25.02.2025 | Chefarzt der Kinderchirurgie der DRK-Kinderklinik Siegen gGmbH spricht sich für Erhalt der spezialisierten Kinder- und Jugendchirurgie aus

Am 28. Februar 2025, dem Tag der seltenen Erkrankungen, möchten wir auf die entscheidende Rolle der Kinder- und Jugendchirurgie für betroffene Kinder und deren Familien aufmerksam machen. Gleichzeitig warnen wir vor den potenziellen Auswirkungen der aktuellen Krankenhausreform, die die Verfügbarkeit von spezialisierten kinderchirurgischen Behandlungen gefährden könnte.

„Seltene Erkrankungen betreffen weltweit Millionen von Kindern. Viele dieser Patienten leiden unter angeborenen Fehlbildungen, die häufig chirurgische Eingriffe erfordern, um das Leben der kleinen Patienten zu retten oder ihre Lebensqualität erheblich zu verbessern. Zudem benötigen viele Kinder mit Fehlbildungen eine langfristige Nachsorge über die gesamte Kindheit hinweg. Die Kinder- und Jugendchirurgie ist ein hochspezialisiertes Feld, das sich genau auf diese Herausforderungen fokussiert“, erklärt Tobias Went, Chefarzt der Abteilung Kinderchirurgie und –urologie an der DRK-Kinderklinik Siegen.

Viele angeborene Fehlbildungen können durch geläufige Operationen in der Kinder- und Jugendchirurgie vor Ort behandelt werden, einige wenige Patienten benötigen komplexe Eingriffe. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass Team-Operationen bei komplexen Eingriffen, die in Zusammenarbeit mit der lokalen Kinder- und Jugendchirurgie durchgeführt werden, zu einer signifikanten Qualitätsverbesserung führen können [1]. Dies ist besonders wichtig, da die betroffenen Familien über Jahre hinweg lokale Ansprechpartner benötigen, die ihnen mit kurzen Wegen zur Verfügung stehen.

Die Krankenhausreform zielt darauf ab, die Effizienz im Gesundheitswesen zu steigern, birgt jedoch die Gefahr, dass kinder- und jugendchirurgische Einrichtungen, die oft weniger Erlöse generieren als spezialisierte Erwachsenenchirurgische Einrichtungen, geschlossen werden. Die flächendeckende Versorgung in der Kinder- und Jugendchirurgie ist bereits jetzt fragil [2]. Eine Reduzierung der kinder- und jugendchirurgischen Abteilungen würde die Zugänglichkeit für betroffene Familien erheblich einschränken und die ohnehin schon schwierige Situation für Familien mit Kindern, die an seltenen Erkrankungen leiden, weiter verschärfen.

„Anlässlich des Tags der seltenen Erkrankungen laden wir alle ein, sich über diese wichtigen Themen zu informieren und sich für den Erhalt der Kinder- und Jugendchirurgie stark zu machen. Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass Kinder mit seltenen Erkrankungen die Unterstützung und Behandlung erhalten, die sie dringend benötigen“, betont Went noch einmal.

Tobias Went, Chefarzt der DRK-Kinderklinik Siegen, Facharzt für Kinderchirurgie

Chefarzt Tobias Went bei der Versorgung eines kleinen Patienten in der kinderchirurgischen Ambulanz der DRK-Kinderklinik Siegen

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