(wS/hgm) Hilchenbach 02.04.2025 | Das jährliche Frühjahrskonzert des Musikvereins Müsen (Leitung: Dirk Setzer) ist eigentlich nichts neues mehr. Doch das diesjährige Konzert am Sonntag, den 23. März 2025, im vollbesetzten Gebrüder-Busch-Theater in Dahlbruch, war in der Tat eine Besonderheit. Viele Chor- und Musikformationen begehen in diesem irgendein Vereinsjubiläum und das war nun auch beim Musikverein der Fall. Unter dem Motto „Dirks Wunschkonzert“ konnte nämlich das 25-jährige Dirigentenjubiläum des Dirigenten Dirk Setzer gefeiert werden, der mit seinem unermüdlichen Einsatz und seinem feinen Gespür den Verein zu dem gemacht hat, was er heute ist: Ein bekannter und beliebter Klangkörper von Format.
Dirk Setzer, der früher als Klarinettist agierte, hat den Musikverein Müsen mit viel Herzblut geleitet, den Weg für das Jugendorchester und die Flötengruppe geebnet und damit quasi die Grundlage für die Zukunft dieses Orchesters gelegt.
An diesem Nachmittag wurde das Publikum auf eine musikalische Reise entführt, die von festlichen Fanfaren über zarte Romanzen bis zu modernen,
poppigen Klängen reichte. Eine bunte Mischung unterschiedlichster Charaktere, die den vielseitigen Geschmack des Dirigenten widerspiegelt. Zum Verein selbst wäre noch zu sagen, dass in ihm 47 Musiker/innen im Alter von 14 bis 70 Jahren mitwirken und er in seiner Vereinsstruktur über etliche „musikalische Familien“ verfügt, in denen die einzelnen Familienangehörigen mit verschiedenen Instrumenten mitwirken und z. T. auch als Dirigent aktiv sind. Durch das Programm führte Julia Stockmann.
Der musikalische Auftakt wurde mit der Komposition von „Fantastica“ vorgenommen, ein Werk, das anlässlich des 25jährigen Jubiläums der Landesmusikschule Brixental in Tirol entstand. Es beginnt mit einer strahlenden Fanfare, in der ein festliches Hauptthema zunächst dominiert und im weiteren Verlauf die Zuhörer in die Österreichischen Alpen entführt. Hier verschmelzen alpenländische Klänge mit sinfonischen Elementen, was dem Musikverein dank sorgfältiger Registrierung gut gelang.
Ganz anders dazu als zweiter Titel ein Werk, das in seiner Schlicht- und Zartheit einen ganz anderen Charakter vermittelte: „Giudita“, ein Solostück für Oboe mit tiefer gefühlvoller Musik. Sie wurde von Jana Setzer, einer Könnerin auf diesem Instrument, gespielt. Von sanften Orchesterklängen umspielt, entfaltete sich die liebliche Melodie und erweckte Emotionen in der Zuhörerschaft.
Ganz anders im Rhythmus dazu der Strauß-Walzer „Rosen aus dem Süden“ – der mit seiner Leichtigkeit und schwungvollem Charakter die Mentalität vergangener Zeiten heraufbeschwor. Das absolute – modernere – Gegenteil dazu das Blasorchester-Arrangement „Hindenburg“, das die Geschichte des Zeppelin Hindenburgs erzählt, der als „Luxushotel der Lüfte“ galt, aber letztlich in New York abstürzte, wobei es einige Tote gab. Ein Werk mit stark unterschiedlichen Charakteren und Rhythmen, wobei die Musizierenden stark belastet und gefordert waren. Jedes Register wurde gebraucht und die Instrumente technisch ausgereizt – da wurde schon einiges abverlangt!
Nun war erstmal der Nachwuchs an der Reihe, zunächst die Flötengruppe unter der Leitung von Heike Gießler-Lemke. Lustig und lebendig klangen deren Vorträge „Taler, Taler du musst wandern“ oder „Hurra, hurra, der Pumuckl ist da“. Mit parodistischen Einlagen überraschte anschließend das Mini-Orchester unter der Leitung von Luca Marie Grosche und Maike Schmidt. Unter dem Titel „Überraschung“ hatten die Kinder so einiges auf Lager, und es ist beachtlich, was sie schon alles gelernt haben: Früh übt sich, was ein Meister werden will.
Auf viel Zuspruch, Anerkennung und Lob stieß danach das von Jana Setzer geleitete Jugendorchester, das mit den Titeln „Coldplay“ und „How To Train You Dragon“ aufwartete. Letzterer bedeutet übersetzt „Drachenzähmen gemacht“ und ist ein US-amerikanischer Abenteuerfilm. Es handelt sich um die Realverfilmung der gleichnamigen Buchreihe von Cressida Cowell und der Animationsfilmtrilogie Drachenzähmen leicht gemacht. Der Film soll am 13. Juni 2025 in den USA erscheinen. Sehr gut umgesetzt vom Müsener Jugendorchester!
Eingebunden in die musikalischen Vorträge war die Ehrung von Thomas Lautenschlager, der für 70 Jahre Mitgliedschaft vom 1. Vorsitzenden Bernd Hoffmann geehrt wurde. Das ist schon mehr als ungewöhnlich, den innerhalb dieser langen Zeit war Lautenschlager viele Jahre als Baritonist und Dirigent tätig.
Weiter gings im 2. Teil mit dem „Tanz der Vampire“, einer Musik aus dem gleichnamigen Musical, die die Zuhörerschaft in eine andere Welt entführte, in der das Übernatürliche auf Humor und Romantik trifft. Dabei gab es schaurige Momente, aber auch heitere Episoden und zarte Liebensgeschichten. Dargeboten in einem charmanten Spiel des Musikvereins mit vielen musikalischen Kontrasten, in das man regelrecht abtauchen konnte. Im Anschluss daran die Darbietung des Themas aus dem Film Schindlers Liste „Theme von Schindler ’s List, eine Emotionalität, in der Jede Note mitschwingt.
Darin wird die Geschichte des deutschen Industriellen Oskar Schindler erzählt, der es während des Holocaust schaffte, über 1000 jüdische Menschen vor der Vernichtung zu bewahren, indem er sie als Arbeitskräfte in seinen Fabriken beschäftigt. Wie setzt man sowas in Musik um? Den Müsenern Musikanten
gelang es, sicher auch das Ergebnis knallharter Probenarbeit. Geschichten und Emotionen in Musik zu verwandeln, gelang einst dem bekannten Komponisten Ennio Morricone in einer Filmmusik. In dem Werk „Moment für Morricone“ zollt der Komponist Johan de Meij dem großen Filmmacher entsprechenden Tribut. In dem Filmmusik-Medley sind die bekannten Melodien aus „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „zwei glorreiche Halunken“ als zwei der bekanntesten Italo-Western von Sergio Lione zu hören.
Was mit Blasmusik nicht alles geht!
Mit dem Werk „Bryan Adams“ ging nun das gut zweieinhalbstündige Konzert zu Ende. Der gleichnamige Sänger und Songwriter prägte vor allem die Rock-
und Popmusik der 1980er und 1990er Jahre, die sich u. a. in kraftvollen Rockriffs mit gefühlvollen Balladen niederschlägt – auch das setzte der Musikverein hervorragend um.
Gute Musik bewirkt reichlichen Applaus und den gab es in der Tat vom Publikum. Klar, dass Zugaben gefordert werden, die mit dem Marsch „Jubelklänge“ und der Marsch-Polka „Musikantenzauber“ gewährt wurden.
Auf die Darbietungen auf dem traditionellen Maifest sowie die folgenden Events in Nah und Fern freut man sich jetzt schon.
Text und Fotos: Hans-Gerhard Maiwald
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