Tag des offenen Denkmals 2011

wS/hi.  Hilchenbach   –  Am Sonntag, dem 11. September, findet bundesweit zum 19. Mal der Tag des offenen Denkmals statt und auch diesmal ist Hilchenbach mit einigen interessanten Anlaufstellen dabei.

Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab lädt herzlich zu einem Ausflug in die Stadt am Rothaarsteig ein: „Nutzen Sie diesen Tag, um die bekannten und weniger bekannten historischen und gut erhaltenen Reichtümer vor Ort zu erleben und sich über Geschichte und Geschichten der Bedeutung der Baudenkmale in der heutigen Zeit bewusst zu werden.“

Zum Thema „Romantik, Realismus und Revolution * das 19. Jahrhundert“ wird von 11.00 bis 18.00 Uhr in der Evangelischen Kirche am Hilchenbacher Marktplatz eine Schautafel zur Deutschen Revolution 1848/1849 in Hilchenbach sowie zum Einfluss des Dr. med. Hermann Romberg gezeigt.

Durch die königs- und gesetzestreuen Bürger erfuhr die Revolution in Hilchenbach kaum Unterstützung. Die einzigen Unruhen wurden ausgelöst, als der Arzt Dr. Romberg am 22. März 1848 versuchte, auf dem Marktplatz eine Volksversammlung zusammen zu bringen und man an der Kirchentüre einen aufhetzenden Anschlag vorfand. Das Vorhaben wurde allerdings durch das energische Eingreifen mehrerer „wohlgesinnter“ Bürger vereitelt. Außerdem wurde aus Angst vor Romberg und vor den drohenden Zuständen der damaligen Zeit am darauf folgenden Tag die Bürgerwehr zu Hilchenbach gegründet.

Trotz allem spielt die Evangelische Kirche am Marktplatz für die heutige Demokratie in Deutschland eine Rolle: bei der Wahl zum Frankfurter Parlament im Sturmjahr 1848 gaben hier die Kreise Siegen, Wittgenstein und das Amt Kirchhundem am 10. Mai dem Kölner Industriellen Gustav von Mevissen ihre Stimme. Dr. Hans Christhard Mahrenholz wird für Fragen und Diskussionen während der Öffnungszeiten zur Verfügung stehen.

Dr. Romberg spielt auch im Programm von Stift Keppel eine Rolle: zwischen 14.00 und 18.00 Uhr bieten Dorothea Jehmlich und Dr. Erwin Isenberg geführte Rundgänge durch das Internatsmuseum, die Kirche und den Konventsaal an. Das 19. Jahrhundert wird dabei von der letzten Stiftsäbtissin und dem säkularisierten Stift über das „unverdächtige Gesangslokal“ des revolutionären Dr. Romberg bis hin zu Keppels Beitrag zur Frauenemanzipation beleuchtet.

Zum Hilchenbacher Wahrzeichen lädt am Tag des offenen Denkmals der Verein zur Erhaltung der Ginsburg ein. Christoph Heilmann bietet hier um 14.00 Uhr eine Führung mit vielen wissenswerten und interessanten Informationen rund um die Burg und ihre Geschichte an. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf dem Bergfried liegen, der nach fast zweijähriger Sanierungsarbeit am Vortag offiziell wieder seiner Bestimmung übergeben wird.

In Vormwald, Dorfstraße 10, bitten Olga und Friedhelm Weidt in ihr Fachwerkbauernhaus aus dem 17. Jahrhundert. Von 10.00 bis 18.00 Uhr werden Führungen durch das Haus und den liebevoll angelegten Garten angeboten.

 
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