Jubiläum im Operationssaal: 1000 behandelte Schultern

wS/dsw   Kreuztal / Freudenberg  –   Auch wenn im Operationssaal nicht mit einem Glas Sekt angestoßen werden konnte, war es für Oberärztin Dr. Birgit Schulz ein besonderes Jubiläum: Sie operierte die 1000. Schulter innerhalb von nur drei Jahren an den Diakonie Krankenhäusern in Freudenberg und Kredenbach. Für ihren Patienten Gerd Weber aus Daaden hingegen ist dieses Jubiläum ein „unglücklicher Zufall“. Eigentlich wollte er nur mit seinem Sohn schwimmen gehen, unwissend, dass er damit zum Patienten für die 1000. Schulteroperation werden würde. „Ich hielt mich an einem Geländer fest und bin auf der ersten Stufe ausgerutscht. Dabei habe ich mich einmal komplett gedreht“, beschreibt Weber den Badeunfall.

Eine ausgekugelte Schulter war das Resultat. Der Rheinland-Pfälzer entschied sich daraufhin für eine Behandlung bei Schulz. Damit ist er nicht der Einzige – selbst aus Köln und Bonn reisen Patienten ins Siegerland, um sich von der Orthopädin behandeln zu lassen. Dies überrascht nicht, denn dort legte Schulz den Grundstein ihrer Arbeit: Während ihrer Tätigkeit im Rheinland, zuletzt am St. Josef-Hospital Bonn, hat sie sich auf Schultereingriffe spezialisiert. Nun blickt sie auf einen Erfahrungswert von über 3000 operierten Schultern zurück. Doch es muss nicht immer operiert werden – wie bei der ausgekugelten Schulter von Weber. „Jedes Schultergelenk ist anders – eine Operation ist nicht immer zwingend notwendig“, erklärt Schulz. Mit seinem Alter ist der 44-jährige Patient übrigens keine Ausnahme. „Schulterprobleme sind vielfältig und treten in allen Altersklassen auf“, sagt die Medizinerin. Unabhängig von Geschlecht oder Beruf könne jeder davon betroffen sein. Wie Schulz sagt, ist die Schulter ein „komplexes Gelenk“.

Denn es ist das beweglichste menschliche Körperteil. „Ein kompliziertes Zusammenspiel verschiedener Muskeln macht die Schulter so flexibel.“ Schulz fasziniert es, diese Zusammenhänge zu verstehen und richtig zu operieren. Für die entsprechende Operationstechnik reiste die Orthopädin bis nach Texas. Dort studierte sie bei Dr. Stephen Burkhardt, „einem der weltweit führenden Schulterspezialisten im Bereich der minimalen Technik“. Seitdem arbeitet Schulz überwiegend arthroskopisch. Bei diesem Operationsverfahren werden kleine Kameras und Instrumente eingesetzt, um große Schnitte zu vermeiden. Die internationale Ausbildung zahlt sich nicht nur für Schulterpatienten aus: Seit 2008 arthroskopierte die Orthopädin zusätzlich etwa 800 Kniegelenke. Auch Hüft-, Ellenbogen- oder Sprunggelenke behandelt sie mit dieser Technik. „Vor allem die Patienten profitieren von dieser Methode, da sie schonend operiert werden“, betont die Ärztin. Sie seien schneller wieder mobil und könnten zügiger nach Hause entlassen werden. Auch Weber ist guter Dinge, seine Schulter bald wieder uneingeschränkt nutzen zu können – auch wenn die Badesaison für dieses Jahr beendet ist.


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Oberärztin, Patient Gerd Weber und die ‚Jubiläums-Schulter’: Inzwischen hat Dr. Birgit Schulz an den Diakonie Krankenhäusern in Freudenberg und Kredenbach insgesamt 1000 Schultern operiert.

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