Baum des Jahres 2011: Elsbeere in Niederdresselndorf gepflanzt

wS/bu  Burbach  –  Die Advents- und Weihnachtszeit ist eine Zeit der Geschenke. Ein Geschenk erhielt jetzt auch die Gemeinde Burbach. Die Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Kreisverband Siegen-Wittgenstein e.V. Beate Grimm und Geschäftsführer Karl Eschtruth schenkten Burbach den Baum des Jahres 2011, die Elsbeere. Gemeinsam mit Bürgermeister Christoph Ewers wurde der Baum an einem sonnigen Hang direkt am Wanderweg „Literatur in der Natur – Romantischer Hickengrund“ in Niederdresselndorf gepflanzt. „Schön, mal wieder eine solche Aufgabe zu übernehmen.“, freute sich der Burbacher Bürgermeister, der sich als ehemaliger stellv. Forstamtsleiter in sein früheres Arbeitsfeld zurückversetzt fühlte.

Anschließend ging es in das beliebte Naherholungsgebiet „Hirzgabel“, wo weitere 15 Jungpflanzen der Elsbeere in die Erde kamen. Die Standorte für die Bäume hatte die Burbacher Umweltberaterin Elisabeth Fley vorgeschlagen und sie mit Dr. Heinz Meyer, dem Leiter der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Siegen-Wittgenstein, abgestimmt.

Die Elsbeere gehört zu den sehr seltenen Baumarten. Sie kommt vor allem in der freien Landschaft oder an Waldrändern von Eichenmischwäldern der Ebenen und des Hügellandes, vorzugsweise auf Kalk, aber auch auf Basalt vor. Da Basalt im Kreisgebiet nur im südlichen Siegerland vorkommt, wurde die Gemeinde Burbach und speziell Niederdresselndorf als Pflanzort ausgewählt.

Die Elsbeere ist eine Sorbus-Art und mit der Eberesche verwandt. Ihre reinweißen Blüten sind im Frühling eine wertvolle Bienenweide. Ihre zunächst gelben bis rötlich-gelben Früchte werden vollreif lederbraun. Sie wurden schon im Mittelalter geschätzt, da sie z.B. bei Magen- u. Darmerkrankungen helfen. Auch Martin Luthers Frau, Katharina von Bora, soll besonders gerne Elsbeeren gegessen haben. Heute werden die Früchte vor allem zu hochwertigem Schnaps gebrannt. Vögel, Mäuse und Eichhörnchen verzehren die Früchte und ihre Samen ebenfalls sehr gern. Da die wenigen Keimlinge der Elsbeere bevorzugt vom Wild verbissen werden, scheitert ihre natürliche Verjüngung oft daran. Im Herbst fällt die Elsbeere durch ihre frühe und leuchtende scharlachrote Herbstfärbung auf. Die natürliche Altersgrenze der Elsbeere liegt bei etwa 200 Jahren. Ihr rotbraunes Holz ist eines der härtesten europäischen Hölzer und wird u.a. für exklusive Möbel, Musikinstrumente sowie Drechsel- und Schnitzarbeiten verwendet.

Am Ende der Pflanzaktion dankte Bürgermeister Ewers Karl Eschtruth und Beate Grimm sowie der Baumschule Rudolf Schrader, die sich zur Hälfte an den Kosten beteiligt hat, herzlich für die gespendeten Jungbäume und ihren Einsatz für den Erhalt des Waldes und seltener Baumarten. Mehr Informationen zur Arbeit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald findet sich übrigens im Internet unter www.sdw.de.

Pflanzten jetzt gemeinsam Elsbeeren in Niederdresselndorf: Burbachs Bürgermeister Christoph Ewers (mi.), die Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Kreisverband Siegen-Wittgenstein, Beate Grimm, und der Geschäftsführer Karl Eschtruth, (li.).

ANZEIGE