„Mit Alkohol im Blut fährt man nicht mal unfallfrei Bobby-Car!“

wS/ksw     Siegen – Wittgenstein    – „Ich bin jetzt vorsichtiger mit dem Alkoholtrinken“ ist eine der vielen nachdenklichen Äußerungen von Fahrschülern, die bisher an dem Projekt „Spaß haben – mobil bleiben“ teilgenommen haben. Mehr als sechs Monate gehen die jungen Mitarbeiter der Fachstelle für Suchtprävention und Koordination des Kreises Siegen-Wittgenstein in die Fahrschulen der Region, um über die Risiken von Alkohol und Drogenkonsum und dem Führen von Fahrzeugen zu informieren.

Seit dem Projektstart konnten in mehr als 40 Veranstaltungen über 650 Fahrschüler erreicht werden. Ausgesprochen positiv wurden die Einsätze von den meist jungen Teilnehmern bewertet. Auf einer Schulnotenskala lagen die Bewertungen zwischen  1,1 und 2,2 Punkten. „Darauf sind wir schon ein wenig stolz!“, sagt Projektkoordinator Volker Schneider und ergänzt: „Das spornt alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an, das hohe Niveau zu halten.“

Allerdings sind es nicht nur die positiven Bewertungen, die zeigen, dass man mit der Projektidee richtig lag, sondern auch die vielen Gespräche, die deutlich machen, dass die Informationen gut ankommen. „Für die meisten jungen Fahranfänger ist zwar klar, dass sie die ersten zwei Jahre eine Null-Promille-Grenze haben und sie, wenn sie Alkohol getrunken haben, nicht fahren dürfen. Erstaunt und überrascht sind die meisten aber dann doch, wenn sie ausrechnen, was nach einer feucht-fröhlichen Party am nächsten Morgen noch an Restalkohol im Blut vorhanden ist. Oft genug wäre dann nicht nur der Führerschein  in Gefahr, sondern es besteht auch das Risiko, unter Alkoholeinfluss sich und andere zu gefährden.“, so Schneider.
Gerade über dieses Restalkohol-Risiko wussten die meisten Teilnehmer sehr wenig. Ebenso unterschätzten sehr viele, wie schnell es zu hohen Promillewerten kommt und wie lange es braucht, um tatsächlich wieder nüchtern zu sein.

Im praktischen Teil des Projektes können die jungen Verkehrsteilnehmer mit Rauschbrillen erleben, was es bedeutet, sich betrunken zu bewegen. Bei einem simulierten Wert von 1,3 Promille  fällt es durch die Einschränkungen des Gesichtsfeldes und der Wahrnehmung schon schwer, das Gleichgewicht zu halten und gerade auf einer Linie zu laufen. Meistens schätzen die Betroffenen ihr eigenes Können aber besser ein, als es Beobachter tun. „Dies ist auch ein typischer Effekt des Alkoholkonsums“; unterstreicht Kreis-Mitarbeiterin Katrin Bamberger: „Die eigenen Fähigkeiten werden schnell überschätzt.“ Die Erfahrung, dass man mit solchen Einschränkungen nicht mal mehr unfallfrei mit dem Bobby-Car durch den Pylonen-Parcours kommt, machen dann auch die skeptischsten Rauschbrillenträger.

Ein Erfolg der Informationsveranstaltungen: „Hinterher ist den meisten Teilnehmern klar, dass man sich vor einer Feier um einen zuverlässigen Fahrer kümmern muss, um gut und sicher nach Hause zu kommen“, sagt Volker Schneider.

Fahrschulen aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein, die noch an dem Projekt teilnehmen möchten, können sich an Volker Schneider von der Fachstelle für Suchtprävention des Kreises wenden, Telefon: 0271 333-2717.

Bildunterschrift:
Der Test mit der Rauschbrille macht deutlich: Wer getrunken hat, ist nicht mal mit dem Bobby-Car unfallfrei unterwegs.

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