Vorsicht beim Kauf von Vogelfutter

wS/si   Siegen  –  Zu erhöhter Vorsicht beim Kauf von Vogelfutter ruft die Abteilung Umwelt der Stadt Siegen alle Tierfreunde auf, die heimische Vögel durch eine Winterfütterung unterstützen wollen. Der Grund hierfür ist die Verunreinigung vieler im Handel erhältlicher Vogelfuttermischungen mit den Samen der Beifuß-Ambrosie. Diese Pflanze stellt eine große Gefahr für alle Allergiker dar. Bereits wenige Pollenkörner der aus Nordamerika stammenden Pflanze können die Entwicklung einer Allergie mit Heuschnupfen und häufig auch schwerem Asthma bewirken. Durch die späte Blüte der Pflanze kann sich die Leidenszeit der Pollenallergiker bis in den Herbst verlängern.

Bei Untersuchungen im Auftrag der Zeitschrift Ökotest wurde festgestellt, dass die Mehrzahl der im Handel erhältlichen Vogelfuttermischungen mit den Samen der Beifuß-Ambrosie verunreinigt sind. Denn die Felder, von denen meist in Südosteuropa Vogelfutter geerntet wird, sind häufig mit Ambrosia verunkrautet. Mit den Vogelfuttermischungen gelangen die Samen so in die heimischen Gärten.

Samen der Beifuß-Ambrosie wurden auch in vielen Produkten gefunden, die als „Ambrosia-kontrolliert“ oder „Ambrosia-controlled“ gekennzeichnet sind.

Einige Hersteller bemühen sich zwar, ihre Produkte weitgehend frei von Ambrosia-Samen in den Handel zu bringen. Für den Verbraucher ist es jedoch trotz Kennzeichnung nicht möglich zu erkennen, welches Produkt tatsächlich weitgehend frei von Ambrosia-Samen ist.

Angesichts der hohen Belastung selbst des gekennzeichneten Vogelfutters mit Ambrosia-Samen, ist das Label „Ambrosia-kontrolliert“ derzeit als eher „irreführend“ zu bezeichnen.

In zahlreichen Siegener Gärten wurde im vergangenen Jahr die Beifuß-Ambrosie bereits festgestellt. Alle Exemplare standen unter oder neben Vogelfutterplätzen, was ein klarer Beleg dafür ist, dass die Pflanze über verunreinigtes Vogelfutter in die Gärten eingeschleppt wurde.

Um dieser Gefahr vorzubeugen, empfiehlt Dr. Bernhard Kraft, der Leiter der Umweltabteilung allen Tierfreunden folgende Vorbeugungsmaßnahmen:

Bevorzugt großkörniges Sonnenblumensamen-Vogelfutter verwenden und vor Gebrauch sieben. Die feinen Anteile über den Restmüll entsorgen. Das Sieb sollte eine Maschenweite von etwa 4 mm aufweisen. In vielen Haushalten vorhandene Salatseiher sind zum Sieben geeignet.

Vogelfutterplätze und ihre Umgebung im Frühjahr und Sommer kontrollieren und Ambrosia-Pflanzen möglichst frühzeitig entfernen.

Vogelfutter-Abfälle oder Käfigstreu in den Restmüll geben, keinesfalls in die freie Landschaft entsorgen oder in die Biomülltonne werfen.

Keine Zweckentfremdung von Vogelfutter als Saatgut für Schnittblumenfelder oder Wildäcker.

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