„Siegen-Wittgenstein macht sich auf den Weg – Inklusion ist unsere Herausforderung“

wS/si  –  Siegen-Wittgenstein  –  04.05.2012  –  Wie bekommen wir es hin, dass Menschen trotz einer Behinderung, am „ganz normalen“ Alltagsleben teilnehmen können? Brauchen Kinder mit Behinderungen spezielle Schulen? Haben wir im Blick, dass Treppen für Rollstuhlfahrer unüberwindbare Hindernisse sind, vor einem Theater, genauso wie vor einem Supermarkt, in der Bibliothek oder einem Behördenhaus? Entwickeln wir genug Fantasie, um in unseren Betrieben Arbeitsplätze anzubieten, die Menschen mit Handicaps eine Chance auf Berufstätigkeit geben? Das sind nur einige wenige Fragen, die sich beim großen Thema Inklusion stellen.

All diese sollen jetzt nach und nach im Kreis Siegen-Wittgenstein konzentriert, kreativ und zielgerichtet angegangen werden. „Wir haben in der Vergangenheit schon sehr viel für behinderte Menschen getan. Allerdings war diese Förderung oft mit speziellen Angeboten verbunden, die Menschen mit und ohne Behinderungen im Alltag voneinander trennten“, sagt Kreissozialdezernent Helmut Kneppe. Mit der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen findet jetzt ein Perspektivenwechsel statt. Neben der speziellen Förderung steht jetzt vor allem die Inklusion, also die gleichberechtigte Teilhabe, im Mittelpunkt.

Am Mittwoch, 23. Mai, startet der Kreis Siegen-Wittgenstein mit einer offiziellen Auftaktveranstaltung in diesen Prozess, Titel: „Siegen-Wittgenstein macht sich auf den Weg – Inklusion ist unsere Herausforderung“. Eingeladen sind insbesondere Fachleute aus den Kommunalverwaltungen, Vereinen und Verbänden sowie alle an Inklusion Interessierten. Die etwa dreistündige Veranstaltung beginnt um 17:00 Uhr und findet im Kulturhaus Lÿz (Aula), St.-Johann-Straße 18, in Siegen statt.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen verschiedene Impulsreferate. „Wir haben verschiedene Spezialisten im Bereich der Inklusion eingeladen, von denen wir uns konkrete Anstöße für unsere künftigen Überlegungen versprechen“, sagen die Organisatoren der Veranstaltung Sandra Thiemt und Norbert Sudbrink. So begleitet das Zentrum für Planung und Evaluation Sozialer Dienste (ZPE) der Universität Siegen viele Inklusionsprojekte, auf die Prof. Dr. Albrecht Rohrmann, Leiter des Institutes, in seinem Impulsreferat aufbaut. Hans Meyer, Leiter des Landesjugendamtes Westfalen-Lippe, wird deutlich machen, welche Herausforderung Inklusion für die Kinder-  und Jugendarbeit mit sich bringt. Reiner Limbach, Beigeordneter für Soziales, Jugend und Gesundheit des Landkreistages NRW, geht darauf ein, welche Rahmenbedingungen die Kreise brauchen, um Inklusion zu ermöglichen. Dass Inklusion nicht „von oben“ verordnet und am grünen Tisch geplant werden kann, ist ein wichtiges Anliegen von Dr. Willibert Strunz, Geschäftsführer der LAG Selbsthilfe NRW e.V. „Nicht über uns ohne uns“, fordern Behindertenverbände – was heißen soll, dass bei allen Inklusionsprojekten die Betroffenen beteiligt sein müssen.

An der Veranstaltung nehmen auch Landrat Paul Breuer und Bürgermeister Eckhard Günther teil. Breuer diskutieret u.a. mit den Experten und Rainer Damerius, Behindertenbeauftragter der Stadt Siegen, darüber, welche Chancen Inklusion bietet und wo sie Grenzen erreicht. Günther wird als Vorsitzender der Bürgermeisterkonferenz Siegen-Wittgenstein ein Grußwort an die Teilnehmer richten.

Die Auftaktveranstaltung ist ein erster Baustein im Planungsprozess Inklusion in Siegen-Wittgenstein. Spätestens nach den Sommerferien starten dann verschiedene Arbeitsgruppen, die sich damit beschäftigen, wie das gemeinsame Miteinander von behinderten und nicht behinderten Menschen in der Region derzeit aussieht und was künftig noch getan werden kann, damit Inklusion zur gelebten Wirklichkeit im Alltag wird. Dies wird ein längerer Prozess sein, weil Inklusion nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen Zusammenlebens betrifft.

Weitere Informationen zur Veranstaltung stehen unter www.siegen-wittgenstein.de im Bereich Aktuelles zur Verfügung. Anmeldung nimmt Karin Marschner, Email: k.marschner@siegen-wittgenstein.de, Telefon: 0271 333-1219, entgegen.

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