EM Public Viewing auf dem Schlossplatz – neues Sicherheitskonzept

wS/Si Siegen – 07.06.2012 –   Zum vierten Mal nach dem „Sommermärchen 2006“ veranstalten die Stadt Siegen und die Gesellschaft für Stadtmarketing Siegen auf dem Platz des Unteren Schlosses ein Public Viewing. Dank sorgfältiger Sicherheitsvorkehrungen und eines disziplinierten Publikums verliefen die Großveranstaltungen mit bis zu 5000 Zuschauern bisher ausnahmslos ohne nennenswerte Zwischenfälle.

Dennoch wurden die Situation zum EM Public Viewing, das am 8.6. beginnt, von den Veranstaltern, der Polizei, der Feuerwehr und Ordnungsverwaltung der Stadt Siegen neu begutachtet und bewertet. Hintergrund ist in Siegen und landesweit die noch stärkere Sensibilität für Ausnahmesituationen bei Massenandrang. Nach der Love-Parade- Katastrophe von 2010 besteht zudem eine Erlasslage, die für Veranstaltungen einer Größenordnung ab 5000 Zuschauer ein detailliertes Sicherheitskonzept erfordert.

Zwei Zugänge, ein Ausgang Einstellen müssen sich die Zuschauer auf eine neue Regelung der Zuwegung bei Spielen mit Beteiligung der Deutschen Mannschaft. ei diesen Begegnungen wird mit bis zu 5000 Fans gerechnet. Bislang gab es beim Public Viewing für das Publikum einen Haupteingang über die Straße Unteres Schloss zwischen Karstadt und dem Museum für Gegenwartskunst.

Neu ist in diesem Jahr, dass bei Deutschlandspielen ein Eingang an der Kölner Straße über die Treppe am Karstadt-Warenhaus besteht. Ein weiterer Eingang befindet sich an der Grabenstraße. Diese Zuwegung wurde anlässlich der bevorstehenden Großveranstaltung eigens geschaffen und ist selbst den Einheimischen bislang nicht bekannt.

Was vor wenigen Tagen weder vom Schlossplatz, noch von der Grabenstraße aus sichtbar war: Zwischen dem Gebäude des Museums für Gegenwartskunst und der ehemaligen Justizvollzugsanstalt befindet sich eine Gasse. Diese war zu beiden Seiten durch Mauern verschlossen, die die Flucht der JVA-Insassen verhindern sollten. Nach dem Auszug des Gefängnisses hat sich dieser Zweck erledigt. Stattdessen ist es Bestandteil der Planung für den Campus Siegen Altstadt, die Gasse als Verbindungsweg zwischen dem Unteren Schloss und dem zukünftigen Studentenwohnheim im Gebäude des jetzigen Stadtkrankenhauses auf Dauer zu öffnen.

Diese Öffnung wird nun aus Anlass der EM vorgezogen, um Zugang und Ausgang zum Gelände voneinander zu trennen und damit eine schnelle Entfluchtung im Ernstfall zu gewährleisten. Neben der Treppe Karstadt ist der Korridor an der Grabenstraße also der zweite Zugang zum Schlossplatz. Der Durchgang zwischen Karstadt und dem Museum für Gegenwartskunst wird bei Deutschlandspielen dagegen ausschließlich als Ausgang genutzt werden. Bei Spielen ohne deutsche Beteiligung, bei denen deutlich weniger Publikum erwartet wird, können die Zuschauer den gewohnten Weg von der Alten Poststraße aus nehmen.

Die Entfluchtung muss gewährleistet sein Ob eine Großveranstaltung entsprechend der Erlasslage genehmigungsfähig ist oder nicht, hängt entscheidend von der Entfluchtung im Worst-Case-Szenario ab. Unter allen Umständen zu vermeiden ist eine Begegnungssituation zwischen dem ankommenden Publikum und demjenigen, das im Falle einer Panik massenhaft den Platz zu verlassen sucht.

Die jetzt gefundene Lösung vermeidet diesen Begegnungsverkehr. Sie ist neu und nicht eingeübt, hat aber den Vorteil, dass eine weiträumige Sperrung angrenzender Straßen des Schlossplatzes vermieden werden kann.

Das sollten Public-Viewing-Fans beachten Das EM-Public-Viewing ist in erster Linie ein großes Fest für Fans. Damit diese Fans das Fest genießen können, muss der Veranstalter ein paar Regeln aufstellen, die unbedingt zu beachten sind:

Regel Nr.1: Früh kommen und direkt die beiden Zugänge ansteuern An den Eingängen Kölner Straße und Grabenstraße werden Sicherheitskontrollen durchgeführt. Es empfiehlt sich deshalb, mindestens eine halbe Stunde vor den Deutschlandspielen zu kommen und gezielt die ausgewiesenen Eingänge anzusteuern.

Regel Nr. 2: Keine Getränke und keine gefährlichen Gegenstände mitbringen . Die Sicherheitskräfte konfiszieren an den Eingängen alle mitgebrachten Getränke. Jeder Verstoß führt zu einer Verzögerung an den Einlässen und geht zu Lasten der in der Schlange wartenden Zuschauer. Strikt verboten sind pyrotechnische Gegenstände. Auch sie werden konfisziert. Sollte dennoch ein Bengalo auf dem Platz gezündet werden, erhält der Verursacher sofortiges Platzverbot bis zum Ende des Turniers.

Regel Nr. 3.: Den Anordnungen der Sicherheitskräfte ist Folge zu leisten. An den Eingängen und auf dem Platz ist geschultes Sicherheitspersonal im Einsatz. Mittels Videoüberwachung haben diese Kräfte einen Gesamtüberblick über das Geschehen. Auch wenn gefährliche Situationen für den Einzelnen nicht erkennbar sind, liegt es im eigenen Interesse, den Anweisungen und Durchsagen des Veranstalters unverzüglich zu entsprechen.
Ein Höchstmaß an Sicherheitsvorkehrungen und das pure Fußballvergnügen auf dem Schlossplatz müssen sich nicht widersprechen. Diese Auffassung vertreten die Stadt Siegen und die GSS e. V. zusammen mit den Behörden zur Gefahrenabwehr. Gemeinsam appellieren sie deshalb an das Siegener Publikum, die wenigen, aber notwendigen Regeln zu beherzigen. Die jetzt geltende Zu- und Ausgangssituation ist so geregelt, dass weder lange Wartezeiten, noch lästige Umwege entstehen.

Astrid Schneider, GSS e. v.: „Ich bin dankbar, dass unsere Zusammenarbeit als Veranstalter mit der Stadt Siegen als Genehmigungsbehörde und der Polizei gut und vertrauensvoll ist. Sicherheit ist nicht verhandelbar, aber es gibt unterschiedliche Lösungswege, die gemeinsam gefunden werden können und gefunden worden sind. Ein Dank gilt schließlich auch dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein- Westfalen, der Eigentümer des Schlossplatzes ist. Die Behörde hat sich für unsere spezifische Aufgabenstellung als ausgesprochen kooperativ und hilfreich erwiesen“.

Foto: Archiv wirSiegen.de – Rene Traut

 

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