Presseinfo zum Verkauf der Villa, Poststraße 44, in Bad Berleburg

wS/bb  –  Stadt Bad Berleburg  –  29.06.2012  – Ein weiteres städtisches Gebäude wird in private Hände übergeben, womit die Stadt Bad Berleburg ihrem Ziel, der Haushaltskonsolidierung, wieder einen wichtigen Schritt näher kommt.

Wir, als Verantwortliche der städtischen Verwaltung, sind sehr froh, dass wir mit den Erwerbern der Immobilie, nämlich den Gesellschaftern der Rothaar-Assekuranz, Käufer gefunden haben, die auch den ideellen Wert der Villa am Rathausgarten zu schätzen wissen.

Denn, und da sind sich sicherlich nahezu alle Bad Berleburger Bürgerinnen und Bürger einig, die historische Jugendstilvilla galt in früheren Jahrzehnten und gilt auch heute noch als eines der stadtbildprägendsten Gebäude unserer Stadt. Sie und ihre zukünftige Verwendung liegt den meisten von uns sehr am Herzen.

Die Villa, die im Jahre 1897 von der Unternehmerfamilie Koch als Wohnhaus auf der kurz zuvor aufwendig fertiggestellten Stadtchaussee, der heutigen Poststraße, erbaut wurde, galt neben dem etwa 2 Jahre eher fertiggestellten Landratsamt, welches zuvor in der Oberstadt angesiedelt war, als repräsentatives Aushängeschild unserer damaligen Kreisstadt Berleburg. Die Familie Breimer übernahm nach dem Konkurs der Familie Koch das bestehende Gebäude.

In den dazu gehörigen Fabrikhallen, die später unter dem Namen Bertram Müller und dann unter Samesreuther Müller-Schuss Metallbau (SMS) hauptsächlich Stahl verarbeiteten, entstanden auch Küchengebrauchsgegenstände aus Holz und Emaille. Vielleicht sagt dem einen oder anderen der sogenannte „Heinzelkoch“ etwas, ein kleiner Backofen, in dem ein aus den Medien bekannter Koch als erster den Toast Hawaii kreierte. Dieser „Heinzelkoch“ wurde in den Fabrikhallen im heutigen Rathausgarten produziert.

Bis in die 70er Jahre diente die Villa als Wohnhaus, und anderem auch für die Familie des Landrates, und als Verwaltungsgebäude der Fabrikanten. Zwischenzeitlich war auch die Kreispolizeibehörde dort untergebracht. Dann wurde sie als Musikschule, als Jugendzentrum und später dann als Kuranstalt, als Touristeninformation und als charmante Destination für Trauwillige genutzt.

Natürlich fällt es nicht leicht, sich von einer so traditionsgeladenen städtischen Immobilie, die auch dem Rathausgarten Charisma verleiht, zu trennen. Deswegen war es uns besonders wichtig, einen Käufer zu finden, für den die weitere Entwicklung und auch das äußere Erscheinungsbild von Bad Berleburg ebenfalls sehr bedeutsam ist.

Das ist uns gelungen“, sind sich Bürgermeister und Beigeordnete der Stadt Bad Berleburg einig. Zumal, und das freut die Verwaltung besonders, man auch zukünftig nicht auf das Trauzimmer in der Jugendstilvilla verzichten muss. Denn der vereinbarte Deal beinhaltet verschiedene Vereinbarungen, die mal für den Verkäufer Stadt und mal für den Käufer, die Rothaar-Assekuranz, wichtige Standortvorteile bringen. Als Grundlage für die Verhandlungen diente der gutachterlich ermittelte Gebäudewert, der sich deutlich über dem Bilanzwert der Immobilie bewegt.

Ich würde es als Win-Win-Situation für beide Seiten bezeichnen“, so Bürgermeister Bernd Fuhrmann „und ich wünsche der Rothaar-Assekuranz, die ja bereits seit vielen Jahren, sozusagen als Untermieter in der Villa residieren, auch zukünftig gute Geschäfte in diesem ehrwürdigen Gebäude.“

Weiterhin sind wir der Meinung, dass es uns durch ausführliche Gespräche mit dem Vorstand des Touristikvereins gelungen ist, und das kann Karsten Wolter, über dessen Teilnahme am Pressegespräch ich mich sehr freue, bestätigen, auch in diesem Bereich zu einer zukunftsweisenden Lösung gekommen zu sein. Geschäftsführung und Mitarbeiter des Vereins Markt und Tourismus werden in die Räumlichkeiten des Bürgerbüros und der Stadtbibliothek integriert, wodurch wir dem Ziel, alle nachfragestarken Produkte unter einem Dach zu bündeln, treu bleiben. Personal- und Raumressourcen können so noch besser als bisher genutzt werden, was sich folglich auch bei den Kosten positiv bemerkbar machen wird“, so der Rathauschef weiter. 

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