Bessere Integration für Kinder

wS/si  –  Diakonie in Südwestfalen  –  27.09.2012  –  Wenn Kinder unter einer Behinderung leiden, müssen die Eltern meist viele Probleme lösen – besonders wenn sie nicht aus der Europäischen Union stammen und noch nicht lange in Deutschland leben. Landesweit bislang einzigartig ist die Unterstützung, die Betroffene durch das Modellprojekt „DabeKi“ der Diakonie Sozialdienste in Siegen erhalten. Deshalb informierten sich Cemile Gioussouf und ein Mitarbeiter vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW (MAIS) vor Ort über das Vorhaben der Diakonie. Begleitet wurde der Besuch von Anne Gudjons-Römer, der Referentin für Integration und Zuwanderung des Landesverbandes Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe.

„Wir möchten es zugewanderten Familien erleichtern, an den vielfältigen Angeboten unseres Gesundheits- und Sozialwesens teilzunehmen“, sagt Projektleiterin Bettina Klein. Durch andere Beratungsangebote der Diakonie Sozialdienste haben die Mitarbeiter den besonderen Bedarf für solche Hilfen bemerkt: „Viele Eltern wussten nur wenig über Fördermöglichkeiten, haben sie sehr spät oder gar nicht beansprucht“, erkärt Klein. „Um die Lebenssituation der Betroffenen zu verbessern ist es jedoch wichtig, eine Behinderung rechtzeitig zu erkennen und eine frühe Förderung einzuleiten.“

Die Projektmitarbeiterinnen wollen die Familien nicht nur unterstützen und schulen, sondern auch die Rahmenbedingungen verbessern. „Unser Ziel ist es, dass alle Betroffenen die benötigte Hilfe finden können“, erklärt Klein. Muttersprachliche Beratungen und Informationen seien dabei besonders wichtig – unter anderem über die gesunde Entwicklung von Kindern, Fördermöglichkeiten und Integrativkräfte in Kindergärten.

Helfen sollen dabei beispielsweise ehrenamtliche, mehrsprachige Elternbegleiter, die

betroffene Familien bei Arztbesuchen oder Behördengängen unterstützen. Zusätzlich sollen Schlüsselpersonen aus Kulturvereinen oder Glaubensgemeinschaften speziell geschult werden, um die Informationen dann weiterzutragen. Auch Fortbildungen für interessierte Fachkräfte, wie Lehrer, Erzieher und Pädagogen sind geplant. Derzeit sucht das Projektteam den Austausch mit Betroffenen, aber auch mit Experten. Dazu zählen beispielsweise Ärzte, Familienzentren, Fachleute der Behindertenhilfe und auch Verantwortliche in den Kommunen. „Wir möchten auf bestehende Barrieren aufmerksam machen und Verbesserungen initiieren“, erklären die Projektmiarbeiterinnen. Denn es sei für Migranten oft schwierig, die richtigen Hilfen für ihre Kinder zu finden.

Ermöglicht wird das Projekt durch die Förderung des Europäischen Integrationsfonds (EIF), des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales.

Weitere Informationen erteilt das Proketteam (Tel. 0271 5003-125 oder per Mail unter dabeki@diakonie-sw.de).

Durch das Modellprojekt DabeKi der Diakonie Sozialdienste sollen Kinder mit Behinderung besser integriert werden. Cemile Gioussouf (4. v. l.) von dem Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW, informierte sich bei dem Projektteam über dessen Pläne.

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