Fakultäten sollen Lehrangebot zügig sicherstellen

wS/si  –  Universität Siegen  –  16.10.2012  —  Wegen der hohen Studierendenzahlen zum Wintersemester 2012/13 gibt es vom Land NRW für die Unis nun schon Gelder, die eigentlich erst 2013 fließen sollten  —  Die Universität Siegen verzeichnet – wie viele andere Universitäten auch – zum Wintersemester 2012/2013 einen neuen Studierendenrekord. Dieser basiert sowohl auf der Tatsache, dass die Universität Siegen erstmals rund 3500 Erstsemester aufgenommen hat als auch darauf, dass die Statistik weit über 1000 Rückmelderinnen und Rückmelder mehr ausweist als noch ein Jahr zuvor. Unbestritten ist, dass es durch die hohen Studierendenzahlen eng an der Universität Siegen geworden ist. Nicht richtig sind indes Behauptungen, überfüllte Lehrveranstaltungen seien auf Versäumnisse des Rektorats zurückzuführen. Im Gegenteil, das Rektorat hat rechtzeitig Vorkehrungen getroffen, die Qualität der Lehre trotz steigender Studierendenzahlen zu sichern.

Wie mit Bund und Land im Hochschulpakt vereinbart, baut die Universität Siegen zwischen  2011 und 2015 rund 5000 zusätzliche Studienplätze auf. Dafür erhält die Universität Siegen bis 2018 rund 74 Mill. Euro zugewiesen. Um ausreichend Lehrpersonal zur Verfügung zu stellen, haben die Fakultäten entsprechende Mittel erhalten. Ein Blick auf die optimierte Raumverteilung zeigt, dass auch in diesem Semester noch ungenutzte Raumkapazitäten zur Verfügung stehen, allerdings zeitlich eher in Randbereichen wie am späten Nachmittag oder frühen Abend, an Freitagen oder Samstagen. Das erfordert Flexibilität seitens der Lehrenden wie auch der Studierenden.

Fakt ist, dass der Universität Siegen – wie anderen Universitäten auch – durch die Abschaffung der Studienbeiträge stattliche Finanzmittel fehlen. Die Kompensation des Landes basiert auf der Grundlage von seinerzeit 8000 beitragspflichtigen Studierenden und nicht auf aktuellen Studierendenzahlen. Das Rektorat der Universität Siegen hat die Fakultäten rechtzeitig auf diese Problematik aufmerksam gemacht und darauf hingewiesen, die auf der Grundlage der Mittel aus Studiengebühren finanzierten qualitätsverbessernden Maßnahmen den aktuell zur Verfügung stehenden Qualitätsverbesserungsmitteln anzupassen. Das ist nicht überall geschehen.

Wegen der stetig steigenden Studierendenzahlen, die auch darauf zurückzuführen sind, dass ein immer größerer Anteil eines Abiturjahrgangs sich für ein Studium entscheidet, hat nunmehr auch das NRW-Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung reagiert und stellt eigentlich für 2013 vorgesehene Gelder bereits 2012 als Vorabzahlung zur Verfügung. Für die Fakultät I, zu der auch der Fachschaftsrat für Gesellschafts- und Geisteswissenschaften gehört, der sich öffentlich harsch über die Studienbedingungen an der Universität Siegen beschwert hat, bedeutet das, dass für den Aufbau zusätzlicher Kapazitäten für die Aufnahme zusätzlicher Studienanfängerinnen und -anfänger im Rahmen des Hochschulpakts II für das Jahr 2012 einer Zuweisung in Höhe von 558.000 Euro erfolgt. Die Gelder aus Düsseldorf hat die Universität Siegen in der vergangenen Woche erhalten und leitet sie zügig an die Fakultäten weiter. Das Dekanat der Fakultät I ist nun aufgefordert, unverzüglich seine Verantwortung für die Lehre wahrzunehmen und ein ausreichendes Lehrangebot sicherzustellen. Hinsichtlich der Überlast in einigen Lehramtsfächern für weiterführende Schulen ist anzumerken, dass zum Wintersemester 2011/2012 für das Lehramt eine Kapazität von 1100 Studienplätzen errechnet wurde. Tatsächlich in Anspruch genommen wurden knapp 660 Studienplätze, so dass sich für das Wintersemester 2012/2013 rechnerisch Mehrkapazitäten ergeben.

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