Kreis empfiehlt auf Endiviensalat aus eigenem Garten in verschiedenen Stadtbezirken zu verzichten

wS/ksw Siegen Wiottgenstein – In Siegen geht für die Bevölkerung keine Gesundheitsgefahr durch erhöhte Schwermetall-Belastungen im Boden aus. Das hat eine Untersuchung ergeben, die das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) durchgeführt hat. Im Boden wurden keine Belastungswerte ermittelt, die für die untersuchten Wohngebiete und Gärten besondere Maßnahmen erfordern. Lediglich in einem Garten sind erhöhte Nickel- und Chromwerte festgestellt worden. Diese Belastungen sind der Bodenschutzbehörde des Kreises bereits seit längerem bekannt und die Eigentümer sind hierüber informiert. Nachteilige Auswirkungen für Nachbargrundstücke etwa durch Auswaschungen sind nicht zu erwarten, so die Bodenschutzbehörde.

Im Jahr 2011 waren in verschiedenen Gemüsearten im Stadtgebiet von Siegen erhöhte Nickelwerte gefunden worden. Daraufhin empfahl der Fachservice Gesundheit und Verbraucherschutz des Kreises, auf den Verzehr bestimmter Gemüsesorten aus dem eigenen Garten zu verzichten. Als Konsequenz aus diesen Befunden hat das LANUV in Abstimmung mit dem Kreis und der Stadt weitere Untersuchungen in Luft und Boden durchgeführt. Dabei hatten die Wissenschaftler aber nicht nur Nickel im Blick, sondern auch andere Schwermetalle wie Chrom, Cadmium und Blei. Das LANUV legte Beete in ausgewählten Gärten an und pflanzte Blattgemüse und Grünkohl aus und überprüfte die Gehalte der Schwermetalle in den Böden.

Ergebnis: Während in den untersuchten Pflanzen keine erhöhte Nickelbelastung bzw. erhöhte Gehalte anderer Schwermetalle festgestellt werden konnte, lag an vier von zehn Messpunkten des Gartenuntersuchungsprogramms im Endiviensalat der gefundene Wert für Blei dagegen zum Teil oberhalb des für den Verzehr als unbedenklich angesehenen Grenzwertes. Eine Erklärung für diese Ergebnisse haben die Fachleute bisher noch nicht.

Eine vom LANUV jetzt ebenfalls veröffentlichte landesweite Untersuchung für das Jahr 2012 hat für Siegen keine erhöhten Gehalte an Blei, Cadmium oder Arsen im Staubniederschlag ermittelt, im Gegensatz zu zahlreichen anderen Industriestandorten in NRW. Gleichzeitig hat sich bei uns auch die Nickelbelastung in der Luft deutlich reduziert. Wurde der Grenzwert im Jahr 2011 noch an acht Messpunkten im Nahbereich von Industrieanlagen überschritten, war dies 2012 nur noch an vier Messpunkten der Fall.

Mögliche Ursache für die erhöhten Bleiwerte in Endiviensalat ist ein örtlich höherer natürlicher Bleigehalt des Bodens. Um festzustellen, ob es sich möglicherweise um einmalige Befunde handelt bzw. um den Ursachen für die Belastungen auf die Spur zu kommen, wird das LANUV auch in diesem Jahr wieder entsprechende Untersuchungen durchführen. Der Kreis hat die Ergebnisse ebenfalls bereits zum Anlass genommen, die Luft- und Bodensituation anhand der ermittelten Ergebnisse zu überprüfen.

Auf Grund der festgestellten Werte empfiehlt der Fachservice Gesundheit und Verbraucherschutz des Kreises Siegen-Wittgenstein in folgenden Gebieten der Stadt Siegen auf den Verzehr von Endiviensalat aus dem eigenen Garten zu verzichten: in Weidenau, in Geisweid im Bereich des Hüttentals, im Bereich der Eintracht und am Rosterberg. Wer jegliche zusätzliche Belastung mit Blei durch selbstangebaute Salate vermeiden möchte, sollte auch im übrigen Stadtgebiet von Siegen auf den Verzehr von selbst angebautem Endiviensalat verzichten.

Die Empfehlung auf einen Verzehrverzicht bezieht sich ausdrücklich nur auf Endivien. Dieser Salat hat eine große Oberfläche und nimmt zugleich mit seinem Wurzelwerk auch Schwermetalle aus dem Boden auf. Bei anderen untersuchten Gartengemüsen wie Kopfsalat oder Grünkohl wurden in den gleichen Gärten keine erhöhten Bleiwerte festgestellt. Bei der Verzehrverzichtsempfehlung handelt es sich ausdrücklich um eine vorbeugende Maßnahme, um eine längerfristige Bleibelastung zu verhindern. Akute Gesundheitsgefahren sind ausdrücklich nicht zu erwarten.

LANUV, Bezirksregierung und Kreis Siegen-Wittgenstein werden die Ergebnisse der Untersuchung in Kürze im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung vorstellen und erläutern. Ort und Zeit werden rechtzeitig bekannt gemacht. Für Rückfragen zur Verzehrverzichtsempfehlung steht der Fachservice Gesundheit und Verbraucherschutz des Kreises unter 0271 333-2800 zur Verfügung.

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