Gigantische Open-Air-Performance am Unteren Schloss

wS/oo Siegen. Langsam füllte sich am Samstagabend das Untere Schloss, doch die Besucher mussten noch 20 Minuten warten, denn für die atemberaubende Open-Air-Performance war es einfach noch zu hell. Schließlich startete „Ginkgo“ die rasante Show mit Pyrotechnik, Feuer, Stelzen und hängenden Inszenierungen eigens mit komponierter Live-Musik die unter die Haut ging, welche eindringliche und gleichsam poetische Momente schaffte.

„Ginkgo“ eine 360 Grad Platzbespielung, größtenteils in Überkopfhöhe, für großes Publikum und das 70 Minuten lang. Die Besucher waren einfach begeistert. Der Inhalt des Stück knüpfte an die atomare Katastrophe von 1945 an und zeigte, wie selbst in einer verkehrten Welt von Egoismus, Ausbeutung, Umweltzerstörung und kriegerischer Auseinandersetzung, die Natur an jedem Punkt mit all ihrer Kraft auf Leben setzt. Sie hat keine Angst vor der Katastrophe.

Der Ginkgo-Baum war nach dem Atombombenabwurf in Hiroshima ein verkohlter Stumpf, der aufbrach und wieder zum Leber erwachte. In diesem futuristischen Bühnenbild kämpfte eine Gruppe menschlicher Wesen ums Überleben und fand in der lebensbejahenden Kraft der Natur den Keim der Hoffnung und die Quelle zum Wachsen und Blühen. Wo finden wir Menschen diese Kraft? Wo entsteht sie in uns; wo wird sie geboren? Ist sie bereits Teil eines jeden Menschen, tief versteckt, gleich altem, vergessenem Wissen?

Angesicht der gegenwärtigen Stimmung in einer Welt voll drohender Veränderungen, wagte sich das „antagon theaterAKTion“ aus Frankfurt den Rückblick auf die letzten sechzig Jahre und fragte, ob es möglich ist, mit dieser Lebenserfahrung und Perspektive in der atomaren Bedrohung, trotzdem an ein würdiges Leben und eine bewohnbare Welt zu glauben. Haben wir aus Hiroshima gelernt und was hat es verändert? Diese Frage sollten sich auch die Besucher selbst beantworten.

 

 
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